Bachelor/Master vs. Diplom

Dieses Thema im Forum "Fernstudium an der FernUniversität Hagen" wurde erstellt von schnaggel-joe, 27 Mai 2006.

  1. Hallo,

    ich lese hier immer wieder, dass das Diplom einige Vorteile bietet. Doch welche, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

    Da ich im WS 06/07 mit WiWi beginnen möchte, stellt sich die Frage: Bachelor oder Diplom?
    Auf Grund meines Alters favorisiere ich den Bachelor, da er mit 9 Semestern Teilzeit ganze 5-8 Semester kürzer ist :daumen: (Laut FU).
    Außerdem stört mich die Übergangszeit. Solch ein Problem erwischte mich in meinem letzten Studium auch, leider zum Nachteil.

    Also, kurz gefragt: Warum soll das Diplom besser sein? Welche wirklichen Vorteile bringt es? :ka:


    Und noch eine Frage: Was versteht man unter dem Master? Was bringt er mir? :ka:


    Ich denke, da alle Studiengänge in Bachelorstudiengänge umgewandelt werden, wird er auch in Deutschland innerhalb der nächsten Jahre an Bedeutung gewinnen. Oder liege ich da falsch?


    gruß schnaggel-joe
     
  2. Hm so weit ich das verstanden hab ist der Master das heutige Diplom ,wird nur im Zuge der Vergleichbarkeit zwischen den Ländern umbennant.
    Der Bachelor ist ein neu eingeführter Abschluß der irgentwo zwischen Vordiplom und Diplom hängt(Das erklärt auch die kürzere Studienzeit).
    Was von beiden Studiengängen Master/Diplom besser ist kann ich dir leider nicht sagen.
     
  3. Hier in dt. würde ich auch lieber diplom machen solange du noch kannst, ich denke wenn der bachelor kommt, musst du später bestimmt den master auch noch machen, und das ist dann mindestens die gleiche studienzeit wie bisher...
     
  4. Hallo schnaggel-joe,

    über die Übergangszeit brauchst du dir im Grunde überhaupt keine Sorgen zu machen. Die Frist läuft bis zu 2017!!! Wenn du bis dahin noch kein Diplom hast, solltest du eher daran denken, in Rente zu gehen anstatt zu arbeiten. :p :D

    Also, das Diplom hat zum einen den Vorteil, dass das gesamte Grundstudium nicht in der Diplomendnote auftaucht. Beim Bachelor hingegen zählt jede Einzelnote. Damit kann es passieren, dass man sich die Abschlussnote gehörig versaut.

    Die Studienzeit des Bachelors ist in der Tat kürzer als die des Diploms, jedoch hat das auch seinen Preis und zwar in Form von fehlendem Wissen. Damit liegt der Bachelor zwischen dem bisherigen Vordiplom und dem Hauptdiplom. Der Diplomanschluss ist hingegen wesentlich höher angesiedelt und wird mit dem Mastertitel gleichgesetzt (Bachelor + Master = Diplom). Das Bachelor-Master-Studienprogramm dauert übrigens 1 Semester länger als der Diplomstudiengang:
    Bachelor 6 Semester + Master 4 Semester = 10 Semester insgesamt gem. Vertrag von Bologna, Diplomstudiengang 9 Semester.

    Ein weiterer und wichtiger Faktor ist, was man mit dem Abschluss anfangen will. Gehalts- und jobmäßg hat der Diplomand vor dem Bachelor logischer Weise die Nase eindeutig vorn. Mit dem Bachelorabschluss alleine kommt man nicht weit. Man kann natürlich den Master auf den Bachlor drauf setzen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass es sich beim Bachelor um einen Erst- und Mastertitel um einen zusätzlichen Abschluss handelt und damit die Hochschulen freie Hand bei der Gebührenansetzung haben. Ein Wirtschaftsmaster kostet an Präsenzuni heute schon durchschnittlich 7.000 Euro.

    Das oft angeführte Argument des Bekanntheitsgrades im Ausland halte ich schlichtweg für sehr schwach. International sind sowohl Bachelor / Master als auch das deutsche bzw. europäische Diplom gleichermaßen anerkannt und akzeptiert.
    Global tätige Firmen bspw. Sony, IBM kennen beide Abschlussarten. Und selbst wenn ein Personaler keinen blassen Schimmer hat, sollte es eigentlich für unser einer kein großes Problem darstellen, ihm den Abschluss zu erläutern, oder? :)

    Ich will hier den Bachelor weiß Gott nicht schlecht reden. Es ist ein Berufsabschluss wie jeder andere auch, der mittelfristig zur Normalität wird. Nur im direkten Vergleich steht das Diplom nun mal besser da. Was für einen persönlich das beste ist, muss aber jeder selbst entscheiden. :)
     
  5. Hallo JDonline.

    Dafür benötigt man beim Diplom das Vordiplom. Wenn man dieses nicht schafft, kommt man gar nicht erst weiter :aergern: . Dann also lieber (vielleicht) ein paar nicht so gute Noten.


    Also ich denke, du solltest auch noch mal zwischen Diplom I und II differenzieren. Laut meinen "Berechnungen" (Quellen: Heft3 und Heft3a) komme ich beim Bachelor als auch beim Diplom I auf dieselben 108 SWS. Daher ist wohl die Aussage des "fehlenden Wissens" nicht korrekt.


    Master in 4 Semestern :achja: . Woher hast du diese Aussage? Momentan gibt es noch gar keinen Master WIWI.


    Meine Korrektor: Bachelor + Master = Diplom II


    Da der Bachelor insgesamt neu ist, gibt es laut einigen Magazinen überhaupt noch keinen richtigen Anhaltspunkt, was die Gehälter angeht. Und wenn ich in 4-5 Jahren fertig sein werde, hat sich die Welt einige Male gedreht und der Bachelor wird mittlerweile an Anerkennung gewonnen haben.
    Ich denke daher, dass du diese Aussage auf nichts stützen kannst.


    Also hier möchte ich gar nicht widersprechen, doch wenn man mit einem Studiengang anfängt, so sollte man doch denjenigen wählen, der in absehbarer Zeit Standard wird, oder etwa nicht :gruebel: ?


    Auch diese Aussage ist wieder sehr subjektiv, da man einen direkten Vergleich derzeit (noch) nicht anstellen kann. Dafür ist der Bachelor in unserem Land noch zu "jung".


    :winke: schnaggel-joe
     
  6. Wenn Du ein Modul beim Bachelor nicht schaffst kommst Du auch nicht weiter;)

    Die Auskunft welcher Abschluß besser ist, kann imho zur Zeit nur subjektiv sein. Bedenke aber zum Bachelor kannst Du immer noch wechseln, zum Diplom dann nicht mehr.

    Ich persönlich möchte lieber das Diplom machen.
     
  7. Ok, ok, in diesem Punkt gebe ich mich geschlagen.:applaus:
     
  8. Zur Information: In der aktuellen Ausgabe der ZEIT gibt es eine Spezial-Beilage "Bachelor & Master (S. 91 - 100)
     
  9. Auf der HP "Der Zeit" kann man zusätzlich einen interessanten Artikel zum Thema Bachelor lesen:
    http://www.zeit.de/2006/22/Bachelor_xml
    Es geht u.a. darum, dass die Widerstände gegen den Titel mittlerweile immer kleiner werden und immer mehr Universitäten ihre Studiengänge umstellen.
     
  10. immer mehr ist gut :D Ich hatte mich aus persönlichen Gründen in den letzten Monaten auf einigen Uni HP's getummelt. Ich hab mich jetzt allerdings nur für den Bereich WiWi interessiert aber da hab ich nicht eine Uni gefunden die nicht spätestens zum SS07 auf Bachelor/Master umstellt :)

    Ich persönlich bin froh das ich noch das Diplom machen kann. Es ist doch das was die Wirtschaft kennt. Klar ändert sich das in einigen Jahren aber dennoch denke ich das es in der Übergangszeit doch ein Vorteil sein kann.

    Das System Bachelor/Master hat dann nen Vorteil wenn man z.B. nicht weiß ob man bis zum Diplom weitermachen will. Mit nem Vordiplom kann man sich nichts kaufen. Der Bachelor dagegen ist ein Abschluss den man Vorweisen kann.
     
  11. Wenn ich mich mal einmischen darf... :D

    Für das Vordiplom gibt es extra dafür Ausgleichsregelungen. Wer sich auf den Hosenboden setzt, wird das VD auch packen. :)

    Doch, leider stimmt Julian's Aussage insofern, dass der Bachelor weniger Fächer hat. Die Anzahl der SWS kannst du in dem Punkt nicht anführen, da sie nur ein hochschulinterner Richtwert ist.
    Im Einzelnen "fehlen" dem Bachelor die Grundfächer ABWL, AVWL bzw. VWP und VWT sowie das Schwerpunktfach. Die beiden Wahlfächer wurden aus dem Diplomhauptstudium übernommen.

    Den Master in Wirtschaftswissenschaften gibt es zwar an der Fernuni noch nicht, aber bereits an anderen Unis.
    Gemäß dem Bologna-Vertrag wurde die Ausbildungsdauer des europäischen Bachelor-Masterstudienganges auf 10 Semester festgelegt. Möglich sind die Modelle 6+4 und 7+3. Da unser akreditierter Bachelor auf 6 Semester ausgelegt ist, wird der geplante konsekutive Master automatisch 4 Regelsemester haben.

    Es ist richtig, dass in Deutschland bezgl. Bachelor einiges noch nicht geklärt ist. Du vergisst allerdings bei deinen Überlegungen, dass nicht nur Deutschland von der Umstellung betroffen ist, sondern auch 20 andere europäische Staaten, von denen die meisten die Umstellung bereits vollzogen haben. Zusätzlich gibt es auch viele Staaten, in denen das neue System bereits seit Jahrhunderten angewandt wird. Für "höhere" Posten werden zu aller erst die Master- Magister- und Diplomleute aus dem Arbeitsmarkt rausgefischt werden und dann kommen erst die anderen. Der Bachelor ist und bleibt ein akademischer Gesellenbrief.

    Sicherlich hast du hier recht, darum gibt es das ganze Unternehmen ja überhaupt. Trotzdem sind beides anerkannte Abschlüsse. :)

    Das hat nichts mit dem Alter zu tun, man muss sich nur die Lehrpläne anschauen. Im übrigen mag der Bachelor in unserem Land vielleicht jung sein - was er nicht wirklich ist - aber ein Blick über die Grenzen reicht. :)

    Trotzalledem können wir hier diskutieren bis ans Ende aller Tage. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.
    Jeder soll den Abschluss wählen, der für ihn der bessere ist. :D
     
  12. Danke erst einmal für den Link zum "Zeit"-Artikel.

    Habe mir jetzt so ziemlich alles durchgelesen, was ich finden konnte, doch schlauer bin ich eigentlich nicht geworden. :(

    Habe mich jetzt aber trotzdem definitiv für den Diplom-Studiengang entschieden. Ein Diplom ist eben ein Diplom und was ein Bachelor Wert sein wird, werden wir in ein paar Jahren sehen, wenn er in Deutschland Standard geworden ist.

    Bezüglich der Kurse bin ich mal gespannt. Habe zwei Berichte der FernUni gelesen, die sich ein wenig "widersprechen". Es scheint aber so, laut Heft 3 vom April 2006, dass der Bachelor- als auch der Diplom-Studiengang dieselben Kurse (gleiche neue Namen) haben werden.

    Naja, schau´n wir mal.


    :winke: gruß schnaggel-joe
     
  13. Noch eine kleine Anmerkung mal so am Rande:

    In der Regel wird man eine bestimmte Bachelor-Note vorweisen müssen, um überhaupt für das Master-Studium zugelassen zu werden. Da halte ich das Bestehen des VD doch für das kleinere Übel. Zumindest die Master in WiWi (und ich meine nicht MBA), die ich bislang gesehen habe, haben immer ein mindestens guten Bachelor-Abschluss verlangt.
    Da wird dann also noch mal ordentlich gesiebt. Und mit einem Bachelor unter gut dürfte es auch auf dem Arbeitsmarkt schwierig werden. Zumindest, wenn man sich die derzeitige Situation mal genauer anschaut.
     
  14. Soweit ich weiß ist der Bachelor/Masters Studiengang noch mit einem unbeachteten erheblichen Problem belastet.
    Wenn man nämlich anfängt nach der Schule B/M zu studieren, so ca. im Alter von 20, hat man den Bachelor 3 Jahre später in der Tasche und damit auch einen Berufsabschluß, wodurch dann einige staatl. Vergütigungen wegfallen (z.B Kindergeld)
    Das noch einmal als Diskussionsgrundlage.
     
  15. Das ist nich korrekt. Während eines Master-Studiums kann man sowohl Kindergeld als auch Bafög beziehen (letzteres nur beim konsekutiven Master). Wenn man nach dem Bachelor anfängt zu arbeiten, ist es natürlich aus mit dem Kindergeld. Aber es wird doch niemand ernsthaft empfehlen, das Studium so lang als möglich hinzuziehen, nur damit man Kindergeld kriegt?
     
  16. Hallo,

    mal eine Frage dazu:
    ich würde gerne zum WS den Aufbaustudiengang WiWi für Ingenieure belegen. Wie sieht es denn an der Fernuni damit aus? Bis wann darf ich den Studiengang beenden, wann wird die Betreuung beendet. Ich dachte, ab 2010 wird letzmalig eine Chance für Prüfungen geben. Da ich nur Teilzeit studieren kann, und evtl. auch mal ins Ausland muss, kann ich also keine Regelzeit von 10 Semestern einhalten. Lohnt sich der studiengang denn dann überhaupt für mich, wenn ich ihn nicht beenden kann???

    Andreas