2. Einsendearbeit SS 2013

#1
Hallo an alle,

wer hat denn schon mit der zweiten EA angefangen? Ich würde gerne die Ergebnisse nachvollziehen können und momentan hakt es bei mir bei d). Irgendwas habe ich wohl beim Ableiten übersehen :(.
 
#3
Hi. Ich würde morgen mal mein bisheriges online stellen. Was hältst du denn davon, dass b kleiner 0 ist? Da hätte man doch gleich auch -b schreiben können, oder?
 
#4
Also, hier mal die bis jetzt gesammelten Werke.

1a)Begriff Stabilitätspolitik
Im älteren Schrifttum aus dem deutschen Sprachraum wird unter dem Begriff Stabilitätspolitik eine Politik im ökonomischen Bereich verstanden, die auf Geldwert- und Preisniveaustabilität abzielt (Wagner 2011: 1).
Im Lehrbuch Stabilitätspolitik wird der Begriff dahingehend erweitert, dass darunter neben Preisniveaustabilitätspolitik auch Konjunktur- bzw. Beschäftigungspolitik verstanden wird. Vom Begriff Stabilisierungspolitik findet im eigentlichen Sinne, anders als z. B. bei Cassel und Thieme, keine Abgrenzung, sondern vielmehr eine Inklusion statt. Stabilitätspolitik wird als „weiter“ aufgefasst und schließt Stabilisierungspolitik ein. Somit werden unter dem Begriff politische Möglichkeiten verstanden, die Stabilität des Wirtschaftssystems zu optimieren oder eventuell auch erst zu ermöglichen. Ziel ist dabei die Beseitigung bzw. Verhinderung ökonomischer Ungleichgewichte. Diese „neue“ Begriffsfassung geht u. a. auf die kritische Auseinandersetzung mit dem keynesianischen Konzept der Globalsteuerung bzw. der „keynesianischen“ Stabilisierungspolitik zurück. Anzumerken sei noch, dass hier zwar auch Ansätze monetaristischer Prägung bei der Stabilitätspolitik Berücksichtigung finden, Wachstumspolitik wird jedoch ausgeklammert: „Es geht hier also um wirtschaftspolitische Konzeptionen zur Begrenzung der Abweichungen von einem Gleichgewichtstrend oder –pfad und nicht um Konzeptionen zur Förderung des Trendwachstums.“ (Wagner 2011: S. 3 unten) Dabei ist die konkrete Ausgestaltung der Stabilitätspolitik abhängig vom zugrundeliegenden makroökonomischen Paradigma (Lehrtext: S. 1 der ML).
Aufgabe 1b
Interpretation der sozialen Verlustfunktion L= aπ²+b(y-yn)²
L steht für die Verlustfunktion, a und b sind Parameter, die subjektive Abneigungen bzw. politische Präferenzen (aggregiert oder Durchschnitt) darstellen, hier konkret also Parameter, die Politikziele der jeweiligen Regierung gewichtet. π steht für die Inflationsrate, y für den Output und yn für das natürliche Outputniveau. Inflationsrate sowie Differenz y- yn werden quadriert, um zu zeigen, dass sowohl negative als auch positive Abweichungen vom Ziel Verluste verursachen und dies sich überproportional (in einem Anstieg der Verluste) auswirkt. Der Verlust hängt also von der Inflation sowie dem Unterschied von tatsächlichem Output und natürlichem Outputniveau, der negativ sein kann, durch die Quadrierung aber mit seinem potenzierten Betrag „positiv“ in den Verlust einfließt, ab (es handelt sich schließlich um eine symmetrische Funktion). Dabei ist das Produktionsniveau unabhängig von der Inflation.

Erkenntnis für c=Nur wenn die Produktion dem natürlichen Niveau entspricht und die Inflationsrate dem Zielwert π = 0 entspricht, betragen die Kosten Null
Hinweis: Eventuell habe ich den von mir als „natürliches Outputniveau“ aufgefassten Parameter yn falsch aufgefasst. Das erwartete Outputniveau y* erschiene mir logischer. Die Angaben im Lehrbuch sind hier aber leider wenig hilfreich.
1c) Grafische Herleitung, Grafik siehe handgeschr. Blatt


Aufgabe 1d)
Geg.:
(1) Li = a(πi)² + b(yi)² mit a, b > 0
(2) yi = hmi + fmj mit 1 > h > 0 > f, i ≠ j
(3) πi = mi
Ges.:
Reaktionsfunktion für die optimale Geldmengenwachstumsrate im NASH-Gleichgewicht. Wann ist mi= 0?
Lösung: Gleichung 2 und 3 in 1 einsetzen und nach mi auflösen, dann Nullsetzen dieser Ableitung, dies ergibt die Reaktionsfunktion.

Rechenweg. Zu beachten: Da f kleiner 0, könnte man (2) auch als yi= hmi-fmj schreiben.
L1 (Verlustfunktion, Land 1)= a(mi)²+ b(hmi+fmj)²
Ableitung nach mi und Null setzen= 2ami+2b(hmi+fmj)h=0
Nach mi auflösen= mi=-bfmjh/a(1+bh²)
Das ist die Reaktionsfunktion des ersten Landes für die optimale Wachstumsrate von m im NASH-Gleichgewicht. Mi ist demzufolge 0, wenn mj= 0, da alle anderen Parameter im Zähler ungleich 0 sind und durch 0 (Nenner) nicht dividiert werden kann.

Aufgabe 1e) handschriftlich, extra Blatt
Lösweg wie oben, Term mit positivem Vorzeichen, mi= (hyn-bfmj)/(a+bh²)

Wohlfahrtseigenschaften aus 1e: Die Geldmengenänderungsrate reagiert auf jegliche Änderung von yn bzw. der Parameter a,b. Insbesondere ist der Zähler –solange yn positiv ist, was der Logik nach gegeben sein muss, immer positiv, da f kleiner Null und die Summe im Nenner immer positiv ist. Da f aber kleiner null ist, ist wie oben schon erwähnt, das Einkommen in Land i von der Geldmenge in Land j abhängig: Wird in Land j expansive Geldpolitik betrieben (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), treten Wohlfahrtsverluste in Land i auf.
1f) Die Stackelberg-Lösung könnte nicht pareto-optimale Situation der Nash-Gleichgewichtslösung wie folgt verbessern: Ein Land kennt die Reaktionsfunktion des anderen und übernimmt auf dieser Grundlage den ersten Schritt, d. h. die Führerschaft (Stackelberg-Lösung), um seine Wohlfahrt letzten Endes durch diese Kenntnis zu erhöhen. Im konkreten Fall (Anstieg der Geldmenge bedingt Outputverluste beim anderen Land) kann dieses Wissen berücksichtigt werden undz. B. durch einen Verzicht auf Geldmengenerhöhung ein vorteilhafter Wohlfahrtsgewinn generiert werden.

1g) Vergleichen Sie die kurz die „beggar-thy-neighbour“ Effekte im
Mundell-Fleming-Modell zweier großer Länder mit dem obigen
Modellrahmen! Sind die Modellaussagen vergleichbar?
Die „beggar-thy-neighbour“ Effekte im
Mundell-Fleming-Modell zweier großer Länder lassen sich wie folgt benennen: Ein Land 1 betreibt expansive Geldpolitik, die LM-Kurve würde nach rechts verschoben. Das Zinsniveau sinkt, die Wertpapierkurse steigen. Durch die niedrigen Zinsen wird mehr investiert, das Volkseinkommen steigt, Land 1 importiert mehr, der Außenbeitrag wird aber negativ, da im Ausgangszustand eine ausgeglichene Leistungsbilanz angenommen wurde. All dies hat ökonomische Auswirkungen (beim Modell mit zwei großen Ländern) auf das andere Land. Kapital wird in Land 2 exportiert, da das Zinsniveau in Land 1 fiel. Dort werden mehr Wertpapiere nachgefragt und wegen dem inversen Kurs-Zins-Zusammenhang (der schon in Land 1 steigende Kurse aufgrund sinkender Zinsen verursachte) kommt es auch in Land 2 zu einer Zinssenkung.

Es gibt daraufhin einen veränderten Weltzins und letzten Endes führen die flexiblen Wechselkurse zu einer Währungsabwertung in Land 1 gegenüber der Währung in Land 2. Das Einkommen in Land 1 steigt, in Land 2 sinkt es, aufgrund des sinkenden Außenbeitrags. Land 1 exportiert sozusagen seine Arbeitslosigkeit in Land 2 (negativer spill-over).
Eine Vergleichbarkeit mit dem Modellrahmen der Aufgabe 1e ist insofern gegeben, als das wenn in Land j expansive Geldpolitik betrieben wird (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), Wohlfahrtsverluste in Land i auftreten.




Ich bin leider alles andere als ein VWL-Crack, müsste aber dringend diese EA schaffen, um endlich die Klausur schreiben zu können. Von daher wäre ich über einen baldigen Austausch sehr verbunden. Tipp noch: Die Aufgabe ähnelt sehr der auf S. 32 im Begleitskript gestellten Aufgabe 4. Das ist leider das einzige, was was bringt. Insbesondere dieses "Lehrbuch" (Leerbuch???) ist eine Frechheit, da werden dann doch gar niocht so komplizierte Dinge möglichst kompliziert erklärt. ICh hab logischerweise als berufstätiger Teilistudi kaum Zeit und dann auch noch so tolles Material. Wenn mir net nur noch VWL fehlen würd, würde ich jetzt glaub echt hinschmeißen, ob der didaktischen Frechheit.
 
#6
Hi. Meine Lösung steht (so glaube ich jedenfalls) seit einigen Wochen online. Sicher bin ich mir aber bei fast gar nichts und bei der EA schon mal auch nicht. Bei e) wäre mir das folgende eingefallen: Lösweg wie oben, Term mit positivem Vorzeichen, mi= (hyn-bfmj)/(a+bh²)

Wohlfahrtseigenschaften aus 1e: Die Geldmengenänderungsrate reagiert auf jegliche Änderung von yn bzw. der Parameter a,b. Insbesondere ist der Zähler –solange yn positiv ist, was der Logik nach gegeben sein muss, immer positiv, da f kleiner Null und die Summe im Nenner immer positiv ist. Da f aber kleiner null ist, ist wie oben schon erwähnt, das Einkommen in Land i von der Geldmenge in Land j abhängig: Wird in Land j expansive Geldpolitik betrieben (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), treten Wohlfahrtsverluste in Land i auf.

Kannst du meine Lösungen eigentlich sehen oder nicht? Verstehe also noch nicht mal dieses Forum...

Viele Grüße
 
#7
Hallo! Danke für die schnelle Antwort :) Kann deine bisherigen Lösungen leider nicht sehen, aber das kann auch an mir liegen?! ;-) Bei den Wohlfahrtseigenschaften denke ich genauso, die Gleichung hätte ich wie bei e) gelöst, bin aber verunsichert, warum man den gleichen Lösungsweg zweimal hintereinander abfragen sollte und mache mich wohl nochmal auf die Suche nach einem anderen Lösungsweg.
 
#9
Hi. Hab deine Lösung nachgerechnet, denke, du hast recht. Wie sieht es denn bei dir mit 1e bis1g aus? V. a. die 1g macht mich fuchsig. Für mich ist das einfach der Beggar thy neighbour-effect! Das ist aber sicher zu simpel
 
#10
@ all
...bei der aufgabe 1e) bin ich gerade dabei...wenn ich sie fertig habe, stell ich sie online...
@godzina
...aufgabe 1f): alles zur stackelberg-lösung findest du im begleitheft stabilitätspolitik insbesondere die lösung zur aufgabe 4d) im thema 'ökonomische interdependenzen und internationale koordinierung von stabilitätspolitik' (ab seite 84)
aufgabe 1g) "beggar-thy-neighbour" ist im gleichen thema 'ökonomische interdependenzen und internationale koordinierung von stabilitätspolitik' im lösungsteil zu aufgabe 2 (ab seite 81). hier lässt du die modelle einfach weg und orientierst dich an das allgemeine...
 
#11
ja, die Aufgaben, die du nennst, hab ich mir auch schon angeschaut. dennoch komme ich bei der 1g nicht auf der Weisheit letzter Schluss. Hast du da Unterschiede zum Mundell-Fleming-Modell entdeckt? Weil sonst müsste das ja einfach das Mundell-Fleming-Modell sein, was irgendwie nicht passt...
 
#12
ah ja, ein Vergleich zu AUfgabe 1b und c noch: Als was fasst du denn Yn auf? Ich habe mich nach langem Hin- und Her für das Outputziel entscheiden und nicht wie zuerst (und formal näherliegend) für das natürliche Outputniveau. Welche Wirtschaft leidet denn wenn sie mehr als üblich produziert?
 
#13
das ist ein teilinhalt von dem mundell-fleming-modell... hier mal eine von vielen möglichen definitionen: ·

"Wertet die Währung eines Landes ab, so dass sich die Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes verbessert, dann bedeutet dies für andere Länder, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit nachlässt. Meistens sind die Nachbarländer stark betroffen, deswegen bezeichnet man diese Wirtschaftspolitik, die darauf abzielt, über Abwertungen der Währung die Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten anderer Länder zu steigern, als Beggar-your-neighbour- oder Beggar-thy-neighbour-Politik (zu deutsch: bring' deinen Nachbarn an den Bettelstab)"
zitat der quelle:
HTML:
http://www.deviseninfo.de/html/wechselkurs.html
oder kurzfassung:
"Dieser selten verwendete Begriff der Beggar-my-Neighbour-Politik, die bedeutet den Nachbarn ausplündern - ist die Strategie überzogene Exportüberschüsse zu erzielen um den Wohlstand im eignen Land deutlich zu heben. Diese Funktion hat im Nachbarland gegenteilige Wirkung"
zitat der quelle:
PHP:
http://www.mein-wirtschaftslexikon.de/b/beggar-my-neighbour-politik.php
 
#14
Was ist bei 1e von folgender Reaktionsfunktion für mi zu halten: bh(fmJ-yn)/(a+bh)²?
Das ganze läuft doch drauf hinaus, dass wenn der eine seine Geldmenge erhöht, der andere das auch tut und es so in beiden Ländern zu einer Abwertung und den daraus resultierenden Folegn kommt.
 
#15
und zu beggar-thy-neighbour: Was das ist, ist klar. Ich verstehe Aufgabe 1g halt so, dass es da Unterschiede zwischen dem Modellrahmen 1e und dem Mundell-Fleming-Modell geben soll. Die finde ich nicht...
 
#16
Ich mach Schluss für heut, würd mich freuen, wenn man morgen wieder voneinander lesen würde. Ich plane den kompletten Nachmittag für den Feinschliff ein und stell ihn ins www. Weiß die NSA was über Prof. Wagner? Bis denn vieleleicht
 
#18
@godzina
zu aufgabe 1b)... yn ist bei mir die natürliche arbeitslosenrate, bei der der arbeitsmarkt einen bestimmten reallohn im gleichgewicht aufweist. ein outputniveau als yn habe ich nicht in betracht gezogen.
zu aufgabe 1c) gibt es ein gutes diagramm zu den musterlösungen L6.1 aufgabe 3b) (seite 34 f.)
 
#20
@godzina: das ergebnis ist für aufgabe 1e) leider falsch...ich habe hier bereits etwas dazu hochgeladen, jedoch wird es nicht angezeigt. mein ergebnis lautet: - bh(fmJ+yn)/(a+bh²) ... das negative vorzeichen kommt vor dem bruch. du hast zuvor den ganzen nenner quadrieren wollen. es ist jedoch nur das "h" zu quadrieren..
 
#21
Hi! Also, das muss jetzt definitiv stimmen, ich hatte mich gestern doch noma drangesetzt und beim zweiten Versuch das gleiche wie du rausbekommen. ein tipp noch: Bei 1e ist der Parameter nicht b, sondern ß. Wer weiß, wer das korrigiert. In ca. 1 Stunde stelle ich (wenns klappt) meine gesammelten Werke rein. Danke dir für die Kooperation und uns beiden hoffentlich bestandene EA und dann auch Klausur
 
#22
Also, hier die gesammelten Werke, soweit ich sie digital habe, hoffe, es langt zum Bestehen der EA. Für Kommentare sehr verbunden:
:)
1a)Begriff Stabilitätspolitik
Im älteren Schrifttum aus dem deutschen Sprachraum wird unter dem Begriff Stabilitätspolitik eine Politik im ökonomischen Bereich verstanden, die auf Geldwert- und Preisniveaustabilität abzielt (Wagner 2011: 1).
Im Lehrbuch Stabilitätspolitik wird der Begriff dahingehend erweitert, dass darunter neben Preisniveaustabilitätspolitik auch Konjunktur- bzw. Beschäftigungspolitik verstanden wird. Vom Begriff Stabilisierungspolitik findet im eigentlichen Sinne, anders als z. B. bei Cassel und Thieme, keine Abgrenzung, sondern vielmehr eine Inklusion statt. Stabilitätspolitik wird als „weiter“ aufgefasst und schließt Stabilisierungspolitik ein. Somit werden unter dem Begriff politische Möglichkeiten verstanden, die Stabilität des Wirtschaftssystems zu optimieren oder eventuell auch erst zu ermöglichen. Ziel ist dabei die Beseitigung bzw. Verhinderung ökonomischer Ungleichgewichte. Diese „neue“ Begriffsfassung geht u. a. auf die kritische Auseinandersetzung mit dem keynesianischen Konzept der Globalsteuerung bzw. der „keynesianischen“ Stabilisierungspolitik zurück. Anzumerken sei noch, dass hier zwar auch Ansätze monetaristischer Prägung bei der Stabilitätspolitik Berücksichtigung finden, Wachstumspolitik wird jedoch ausgeklammert: „Es geht hier also um wirtschaftspolitische Konzeptionen zur Begrenzung der Abweichungen von einem Gleichgewichtstrend oder –pfad und nicht um Konzeptionen zur Förderung des Trendwachstums.“ (Wagner 2011: S. 3 unten) Dabei ist die konkrete Ausgestaltung der Stabilitätspolitik abhängig vom zugrundeliegenden makroökonomischen Paradigma (Lehrtext: S. 1 der ML).
 
#23
Aufgabe 1b
Interpretation der sozialen Verlustfunktion L= aπ²+b(y-yn)²
L steht für die Verlustfunktion, a und b sind Parameter, die subjektive Abneigungen bzw. politische Präferenzen (aggregiert oder Durchschnittswerte) darstellen, hier konkret also Parameter, die Politikziele der jeweiligen Regierung gewichten. π steht für die Inflationsrate, y für den Output und yn für das Outputziel. Inflationsrate sowie Differenz y- yn werden quadriert, um zu zeigen, dass sowohl negative als auch positive Abweichungen vom Outputziel Verluste verursachen und dieser Unterschied sich überproportional (in einem Anstieg der Verluste) auswirkt. Der Verlust hängt also von der Inflation sowie dem Unterschied von tatsächlichem Output und Outputziel, der negativ sein kann, durch die Quadrierung aber mit seinem potenzierten Betrag „positiv“ in den Verlust einfließt, ab (es handelt sich schließlich um eine symmetrische Funktion). Dabei ist das Produktionsniveau unabhängig von der Inflation.
Hinweis: Eventuell habe ich den von mir als erwartetes Outputniveau bzw. Outputziel aufgefassten Parameter yn falsch aufgefasst. Von der formalen Schreibweise her, käme das natürliche Outputniveau in Betracht, von der Sachlogik erschien mir das Outputziel richtig. Die Angaben im Lehrbuch sind hier aber leider wenig hilfreich. Ich bitte, dies ggf. als Folgefehler zu werten.
 
#24
Aufgabe 1d)
Geg.:
(1) Li = a(πi)² + b(yi)² mit a, b > 0
(2) yi = hmi + fmj mit 1 > h > 0 > f, i ≠ j
(3) πi = mi
Ges.:
Reaktionsfunktion für die optimale Geldmengenwachstumsrate im NASH-Gleichgewicht. Wann ist mi= 0?
Lösung: Gleichung 2 und 3 in 1 einsetzen und nach mi auflösen, dann Nullsetzen dieser Ableitung, dies ergibt die Reaktionsfunktion.

Rechenweg. Handgeschriebenes Blatt Nr. 3. Zu beachten: Da f kleiner 0, könnte man (2) auch als yi= hmi-fmj schreiben.
L1 (Verlustfunktion, Land 1)= a(mi)²+ b(hmi+fmj)²
Ableitung nach mi und Null setzen= 2ami+2b(hmi+fmj)h=0
Nach mi auflösen= mi= bfmjh
a+bh²
Das ist die Reaktionsfunktion des ersten Landes für die optimale Wachstumsrate von m im NASH-Gleichgewicht. Mi ist demzufolge 0, wenn mj= 0, da alle anderen Parameter im Zähler ungleich 0 sind und durch 0 (Nenner) nicht dividiert werden kann.
 
#25
Aufgabe 1e)
Geg.: Gleichung (1) wird ersetzt durch:
(1‘) Li = α(πi)2 + β(yi - yn)2 mit α, β > 0
Ges.:
-Reaktionsfunktion für optimale Geldmengenwachstumsrate im Nash-Gleichgewicht
- Wohlfahrtseigenschaften dieser Lösung
Ansatz: 2 und 3 in (1‘) einsetzen, nach mi ableiten, Null setzen und nach mi auflösen. Sodann ökonomische Interpretation der Lösung.
Rechenweg siehe handgeschriebenes Blatt Nr. 4
Ergebnis: Die Reaktionsgleichung lautet:
- ßh (fmj+yn)/(a+ßh²) = mi
Der Bruch dürfte regelmäßig negativ sein (f ist zwar kleiner als 0, sollte yn aber größer als fmj bzw. sollte mj negativ sein, wäre der Zähler negativ, der Nenner positiv und der Bruch insgesamt negativ. Der Bruch könnte bei entsprechenden Eigenschaften von f, mj und yn (fmj betragsmäßig größer als yn) auch positiv sein. Der Betrag des Nenners dürfte kleiner als 1 sein, da h kleiner 1, dürfte h kleiner 1 den Zähler betragsmäßig kleiner 1 machen. Der Nenner ist wie gesagt positiv, über seinen Betrag lassen sich keine genauen Aussagen machen. Tendenziell dürfte der Betrag aber kleiner 1 sein. Somit wäre das Geldmengenwachstum der nichtkooperativen Nash-Lösung negativ und betragsmäßig kleiner als 1. Damit ist klar, dass durch die Änderung der Geldmenge in einem Land negative externe Effekte auf das andere Land verursacht würden. Beispiele: Die Geldmengenänderungsrate reagiert auf jegliche Änderung von yn, mj bzw. der Parameter a,ß,h. Somit wäre das Einkommen in Land 2 von der Geldmenge in Land 1 (und vice versa) abhängig: Wird in Land 2 expansive Geldpolitik betrieben (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), treten Wohlfahrtsverluste in Land 1 auf. Würde die Geldmenge in Land 1 erhöht werden, würde auch Land 2 sein Geldmengenwachstum steigern. Eine expansive Geldpolitik in Land 1 führte also auch zu Outputverlusten in Land 2. Die Regierung in Land 2 würde nun also als Reaktion die Geldmenge ebenfalls ausweiten, um den Outputverlusten und damit der Abweichung des Outputs vom vorgesehenen Ziel zu begegnen. D. h. auch, dass die Nash-Lösung im Normalfall nicht pareto-optimal ist. Denn die Auswirkungen werden beim Nash-Verhalten nicht internalisiert, sondern bei der Entscheidung der Politiker bleiben sie unberücksichtigt.
1f) Die Stackelberg-Lösung kann die Situation dadurch verbessern, dass –auch ohne internationale Koordination- jedes der Länder 1, 2 seine Situation dadurch verbessert, dass der sogenannte Stackelberg-Führer, das Land, das als erstes zieht, die Reaktionsfunktion des anderen kennt: Der Führer wird –anders als bei Nash-Verhalten- seine Politik unter Beachtung der Reaktionsfunktion des Stackelberg-Folgers (Land 2) durchführen: So würde m des Folgers nicht mehr wie im Nash-Gleichgewicht als unveränderbar von außen (exogen) angesehen werden, sondern der Führer beachtet, dass die Festlegung seiner Geldmenge Einfluss auf die des Stackelberg-Folgers hat. Land 1 würde also seine Wohlfahrt auf der Grundlage der Reaktionsfunktion des anderen Landes steigern. So könnte der Gesamtverlust für beide Länder (im Vergleich zur Nash-Situation) geringer gehalten werden.
Das Problem hierbei wäre aber wiederum, dass der Gewinn des Führers geringer wäre als der des Folgers. So kann es sein, dass keiner die Führungsposition einnehmen will und alles beim Alten (beim Nash-Gleichgewicht) bleibt. Denn die Nash-Lösung ist, so lange es keine internationale Koordinierung gibt, zwar die schlechteste, aber auch die einzig stabile Lösung: Die beiden Länder sind also in einem Gefangenendilemma gefangen (Wagner 2011: 382).





1g) Vergleichen Sie die kurz die „beggar-thy-neighbour“ Effekte im Mundell-Fleming-Modell zweier großer Länder mit dem obigen Modellrahmen! Sind die Modellaussagen vergleichbar?
Die „beggar-thy-neighbour“ Effekte im
Mundell-Fleming-Modell zweier großer Länder lassen sich wie folgt benennen: Ein Land 1 betreibt expansive Geldpolitik, die LM-Kurve würde nach rechts verschoben. Das Zinsniveau in Land 1 sinkt, die Wertpapierkurse steigen. Durch die niedrigen Zinsen wird mehr investiert, das Volkseinkommen steigt, Land 1 exportiert mehr, der Außenbeitrag wird aber negativ, da im Ausgangszustand eine ausgeglichene Leistungsbilanz angenommen wurde. All dies hat ökonomische Auswirkungen (beim Modell mit zwei großen Ländern, mit kurzfristig rigiden Löhnen und Preisen und flexiblen Wechselkursen) auf das andere Land. Kapital wird in Land 2 exportiert, da das Zinsniveau in Land 1 fiel. Dort werden mehr Wertpapiere nachgefragt und wegen dem inversen Kurs-Zins-Zusammenhang (der schon in Land 1 steigende Kurse aufgrund sinkender Zinsen verursachte) kommt es auch in Land 2 zu einer Zinssenkung.

Es gibt daraufhin einen veränderten Weltzins und letzten Endes führen die flexiblen Wechselkurse zu einer Währungsabwertung in Land 1 gegenüber der Währung in Land 2. Das Einkommen in Land 1 steigt, in Land 2 sinkt es, aufgrund des sinkenden Außenbeitrags. Land 1 exportiert sozusagen seine Arbeitslosigkeit in Land 2 (negativer spill-over).
Eine Vergleichbarkeit mit dem Modellrahmen der Aufgabe 1e ist insofern gegeben, als das wenn in Land j expansive Geldpolitik betrieben wird (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), Wohlfahrtsverluste in Land i auftreten bzw. umgekehrt. Eine Geldmengenerhöhung im Inland führt jeweils zu einer Abnahme des Einkommens des Auslands. Die Geldmengenerhöhung schädigt also das Einkommen des Auslands. Sowohl die obige Nash-Lösung als auch die beggar-thy-neighbour-Effekte im Mundell-Fleming-Modell sind nicht pareto-optimal, da die Externalitäten der Geldpolitik jeweils nicht internalisiert werden. Da im Modellrahmen aufgrund des uneindeutigen Betrages des Nenners keine Aussage über die Stärke der negativen Effekte getroffen werden kann, sind die Effekte nicht derart eindeutig prognostizierbar wie im Mundell-Fleming-Modell. Außerdem könnte ja –sozusagen ausnahmsweise-die optimale Geldmengenwachstumsrate im Nash-Gleichgewicht positive Auswirkungen haben (siehe Interpretation von - ßh (fmj+yn)/(a+ßh²) = mi), was beim Beggar-thy-neighbour-Phänomen ausgeschlossen wäre.



 
#26
Hi,
ich habe meine Probleme mit der Zeichnung von 1c). Muss die der Zeichnung aus der Musterlösung entsprechen,
oder muss sich der in der Musterlösung als A markierte Punkt auf der Y-Achse befinden. Denn in b wurde ja bestimmt das pi=0 und y=yn! für den optimalen Punkt gelten. Um den optimalen Punkt werden wiederum drei Kreise gezogen, die sich nicht berühren, welche für L1 bis L3 stehen.

Wäre schön, wenn mir hier jemand vom Schlauch helfen könnte.
 
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