Bachelorarbeit Philosophie

Hi Leute,
Bei mir is es jetzt endlich auch so weit. Alle Module fertig, drei Präsenzseminare besucht, jetzt muss ich wohl oder übel mit der Arbeit anfangen :)

Ich hab auch schon einen Prof und weiß in welchem Bereich ich sie schreiben will.

Was mir aber nach wie vor unklar ist und was meiner Meinung nach auch aus dem Buch "Wissenschaftliches Arbeiten im Philosophiestudium", welches ich neben mir liegen habe und ja als Anleitung dienen soll für Studenten der Fernuni ist folgendes:

Inwiefern muss eine Bachelorarbeit "neue" Erkenntnisse enthalten?
Ich meine ich weiß schon, dass man nicht einfach referieren kann, also ich zum Beispiel nicht einfach Heideggers Sprachphilosophie runterleiern kann. Das wäre ja dann ein Referat.
Ich muss also eine Frage stellen, eine Hypothese formulieren usw.

Aber muss in einer Bachelorarbeit immer auch ganz Neues formuliert oder herausgefunden werden?
Ich weiß nicht, ob meine Frage verständlich ist.
Und wahrscheinlich ist sie auch überflüssig, weil sich mit jeder Beschäftigung mit einem philosophischen Thema in gewisser Weise "Neues" ergibt, weil sich jeder Philosophie-Student auf andere Weise mit diesem Thema auseinandersetzen würde!? Liegt hier der Hund begraben?

Aber zum Beispiel eine "vergleichende Studie", die man ja durchaus im Rahmen einer Bachelorarbeit machen kann. Wo findet sich da der Mehrwert, wenn man zwei Positionen vergleicht? Wo ist da das Neue???

Ich tu mir schwer, meine Frage auf den Punkt zu bringen und genau deshalb auch schwer, meine endgültige Anfangshypothese für meine Bachelorarbeit zu formulieren...

Ich hoffe irgendwer kann mir da Input geben!?!?!

Vielen Dank,
Philipp
 
Meiner Meinung nach ist das eine Frage, über die du dich mit dem Betreuer deiner Abschlussarbeit verständigen solltest. (Oder: die du schon einmal in einem Seminar hättest stellen können.)

Ich gehe davon aus, dass eine Bachelor-Arbeit nichts grundlegend Neues bringen muss. In der Arbeit sollte eine konkrete Frage formuliert und untersucht werden. Aber das bedeutet nicht, dass die Erkenntnisse, die du dabei gewinnst, nicht schon andere gehabt haben können.

Eine philosophische Arbeit, die überhaupt nichts Neues bringt, wäre allerdings ziemlich langweilig. Wenn schon kein neues Thema, sollte man zumindest eine eigene Perspektive finden.
 
Naja, aber immerhin weißt du was ich meine, kannst es nachvollziehen und bist dir auch nicht ganz sicher.
Natürlich werde ich mit dem Prof auch drüber reden, aber wollte man Stellungnahmen von euch hören!

Danke für deine jedenfalls! :)
 
Ich kann deine Frage deshalb nachvollziehen, weil ich sie schon einmal in Bezug auf Hausarbeiten gestellt habe. Einerseits halte ich es für sinnlos, über irgendwas zu schreiben, was schon tausendmal durchgekaut wurde. Andererseits traue ich mir als Bachelor in spe nicht zu, tatsächlich neue Erkenntnisse entwickeln zu können. Der befragte Seminarleiter antwortete beruhigend, dass er keine überspannten Erwartungen hege, und der wissenschaftliche Fortschritt für gewöhnlich nicht aus den Proseminaren heraus beflügelt würde.

Aber sicher bin ich mir natürlich nicht. Wenn du etwas von Leuten lesen möchtest, die sich sicher sind, dann kann ich dir das hier anbieten: "In Abgrenzung zu Dissertationen und Habilitationen sind in Bachelorarbeiten keine neuen Erkenntnisse zwingend gefordert." So nachzulesen in: Samac, Klaus; Monika Prenner; Herbert Schwetz (2009): Die Bachelorarbeit an Universität und Fachhochschule. Ein Lehr- und Lernbuch zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Wien: UTB Facultas WUV. S. 109. (Das gibt es kostenlos als utb-studi-e-book.)

Es bleibt die Frage offen, ob dein Prof das auch weiß.
 
Kurze Frage zu den Formalia der Bachelor-Arbeit. Weiß jemand, ob es irgendwo auf der HP der Fernuni ein Dokument gibt, wo man nachlesen kann, ob und inwieweit man die vorgegebene Seitenanzahl für die Bachelor-Arbeit über- bzw. unterschreiten darf? In diesem Beipackzettel steht ja nur 40-50 Seiten. Kann man daraus schließen, dass 51 Seiten nicht ok sind? Ich schreibe im FSP Philosophie.
 
Hi Leute, war schon lange nicht mehr online, sorry dass ich nicht mehr geantwortet hab.

also "promene":
Ja, du hattest vollkommen recht. Es geht nicht um neue Erkenntnisse in Bachelorarbeiten, auch noch nicht in der Masterarbeit. Sondern um eine selbstständige wissenschaftliche Beschäftigung mit einem gewissen Thema. Das haben mir zwei Profs bestätigt.

und "PhillGaunt":
Die Fakultät für Philosophie der Fernuni Hagen empfiehlt das Buch "Wissenschaftliches Arbeiten im Philosophiestudium" von Flatscher/Posselt/Weiberg und rät sich an die Vorgaben dort zu halten. Dort steht zwar für Bachelorarbeiten was von 25-30 Seiten, ich hab mich mit meinem Prof aber auch rund 40 geeinigt. Und auch von 50 hab ich schon mal gehört, ist aber wohl die absolute Obergrenze. Jedenfalls mit deinem Betreuer klären, das ist das Wichtigste.
 
Ich bin jetzt im groben mit meiner Arbeit "fertig" denk ich. Bei der Einleitung hänge ich aber momentan beim Punkt "Forschungsstand" anführen. Ich finde das sehr ungemütlich, da einen richtigen Überblick geben zu müssen, habe ich mich doch im Laufe der Arbeit einfach so durch die verschiedenste Literatur zum Thema gelesen, mal was älteres, mal was neueres und alles floss letztendlich mit ein in meine Arbeit.
Da jetzt wirklich zu sagen "DAS ist der aktuelle Forschungsstand" fällt mir ein bisschen schwer, weil wohl die Monographien von 1970 nicht mehr wirklich "aktuell" sind, was ihr Erscheinungsdatum betrifft, obwohl sie das inhaltlich sehr wohl noch sein können.
Wie wichtig seht ihr diesen Punkt?
Hab auch schon gelesen im Internet, dass in vielen Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten in der Einleitung gar nichts erwähnt wird zum Forschungsstand, sondern das eh aus den verwendeten Quellen usw hervorgeht!?
Ich denke ich entscheide mich wohl auch für dieses Vorgehen!?
Was meint ihr?
 
Ich denke, wenn es dir schwer fällt, den aktuellen Forschungsstand zu deinem Thema zu umreißen, dann wird dieser sich auch nicht in den von dir verwendeten Quellen wiederspiegeln. Aber kennst du den aktuellen Forschungsstand tatsächlich nicht? Wenn du systematisch recherchiert hast und dir ein begründetes Urteil darüber erlauben kannst, dass die Monographie aus dem Jahre 1970 inhaltlich noch aktuell ist, dann kennst du offenbar den aktuellen Forschungsstand. Dann würde ich den auch in der Einleitung umreißen. Sonst kannst du die Verwendung jener Monographie ja nicht rechtfertigen.
 
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