Einsendearbeit II Stabilitätspolitik Wagner

#1
Hallo. Diskussion über die Lösungen wäre gewünscgt, ich bin als BWLer gerade eindeutig überfordert mit Stabi.

Wer hat denn schon Lösungen zu EA II?

Das wären mal n paar Vorschläge:


Also, hier mal die bis jetzt gesammelten Werke.

1a)Begriff Stabilitätspolitik
Im älteren Schrifttum aus dem deutschen Sprachraum wird unter dem Begriff Stabilitätspolitik eine Politik im ökonomischen Bereich verstanden, die auf Geldwert- und Preisniveaustabilität abzielt (Wagner 2011: 1).
Im Lehrbuch Stabilitätspolitik wird der Begriff dahingehend erweitert, dass darunter neben Preisniveaustabilitätspolitik auch Konjunktur- bzw. Beschäftigungspolitik verstanden wird. Vom Begriff Stabilisierungspolitik findet im eigentlichen Sinne, anders als z. B. bei Cassel und Thieme, keine Abgrenzung, sondern vielmehr eine Inklusion statt. Stabilitätspolitik wird als „weiter“ aufgefasst und schließt Stabilisierungspolitik ein. Somit werden unter dem Begriff politische Möglichkeiten verstanden, die Stabilität des Wirtschaftssystems zu optimieren oder eventuell auch erst zu ermöglichen. Ziel ist dabei die Beseitigung bzw. Verhinderung ökonomischer Ungleichgewichte. Diese „neue“ Begriffsfassung geht u. a. auf die kritische Auseinandersetzung mit dem keynesianischen Konzept der Globalsteuerung bzw. der „keynesianischen“ Stabilisierungspolitik zurück. Anzumerken sei noch, dass hier zwar auch Ansätze monetaristischer Prägung bei der Stabilitätspolitik Berücksichtigung finden, Wachstumspolitik wird jedoch ausgeklammert: „Es geht hier also um wirtschaftspolitische Konzeptionen zur Begrenzung der Abweichungen von einem Gleichgewichtstrend oder –pfad und nicht um Konzeptionen zur Förderung des Trendwachstums.“ (Wagner 2011: S. 3 unten) Dabei ist die konkrete Ausgestaltung der Stabilitätspolitik abhängig vom zugrundeliegenden makroökonomischen Paradigma (Lehrtext: S. 1 der ML).
Aufgabe 1b
Interpretation der sozialen Verlustfunktion L= aπ²+b(y-yn)²
L steht für die Verlustfunktion, a und b sind Parameter, die subjektive Abneigungen bzw. politische Präferenzen (aggregiert oder Durchschnitt) darstellen, hier konkret also Parameter, die Politikziele der jeweiligen Regierung gewichtet. π steht für die Inflationsrate, y für den Output und yn für das natürliche Outputniveau. Inflationsrate sowie Differenz y- yn werden quadriert, um zu zeigen, dass sowohl negative als auch positive Abweichungen vom Ziel Verluste verursachen und dies sich überproportional (in einem Anstieg der Verluste) auswirkt. Der Verlust hängt also von der Inflation sowie dem Unterschied von tatsächlichem Output und natürlichem Outputniveau, der negativ sein kann, durch die Quadrierung aber mit seinem potenzierten Betrag „positiv“ in den Verlust einfließt, ab (es handelt sich schließlich um eine symmetrische Funktion). Dabei ist das Produktionsniveau unabhängig von der Inflation.

Erkenntnis für c=Nur wenn die Produktion dem natürlichen Niveau entspricht und die Inflationsrate dem Zielwert π = 0 entspricht, betragen die Kosten Null
Hinweis: Eventuell habe ich den von mir als „natürliches Outputniveau“ aufgefassten Parameter yn falsch aufgefasst. Das erwartete Outputniveau y* erschiene mir logischer. Die Angaben im Lehrbuch sind hier aber leider wenig hilfreich.
1c) Grafische Herleitung, Grafik siehe handgeschr. Blatt


Aufgabe 1d)
Geg.:
(1) Li = a(πi)² + b(yi)² mit a, b > 0
(2) yi = hmi + fmj mit 1 > h > 0 > f, i ≠ j
(3) πi = mi
Ges.:
Reaktionsfunktion für die optimale Geldmengenwachstumsrate im NASH-Gleichgewicht. Wann ist mi= 0?
Lösung: Gleichung 2 und 3 in 1 einsetzen und nach mi auflösen, dann Nullsetzen dieser Ableitung, dies ergibt die Reaktionsfunktion.

Rechenweg. Zu beachten: Da f kleiner 0, könnte man (2) auch als yi= hmi-fmj schreiben.
L1 (Verlustfunktion, Land 1)= a(mi)²+ b(hmi+fmj)²
Ableitung nach mi und Null setzen= 2ami+2b(hmi+fmj)h=0
Nach mi auflösen= mi=-bfmjh/a(1+bh²)
Das ist die Reaktionsfunktion des ersten Landes für die optimale Wachstumsrate von m im NASH-Gleichgewicht. Mi ist demzufolge 0, wenn mj= 0, da alle anderen Parameter im Zähler ungleich 0 sind und durch 0 (Nenner) nicht dividiert werden kann.

Aufgabe 1e) handschriftlich, extra Blatt
Lösweg wie oben, Term mit positivem Vorzeichen, mi= (hyn-bfmj)/(a+bh²)

Wohlfahrtseigenschaften aus 1e: Die Geldmengenänderungsrate reagiert auf jegliche Änderung von yn bzw. der Parameter a,b. Insbesondere ist der Zähler –solange yn positiv ist, was der Logik nach gegeben sein muss, immer positiv, da f kleiner Null und die Summe im Nenner immer positiv ist. Da f aber kleiner null ist, ist wie oben schon erwähnt, das Einkommen in Land i von der Geldmenge in Land j abhängig: Wird in Land j expansive Geldpolitik betrieben (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), treten Wohlfahrtsverluste in Land i auf.
1f) Die Stackelberg-Lösung könnte nicht pareto-optimale Situation der Nash-Gleichgewichtslösung wie folgt verbessern: Ein Land kennt die Reaktionsfunktion des anderen und übernimmt auf dieser Grundlage den ersten Schritt, d. h. die Führerschaft (Stackelberg-Lösung), um seine Wohlfahrt letzten Endes durch diese Kenntnis zu erhöhen. Im konkreten Fall (Anstieg der Geldmenge bedingt Outputverluste beim anderen Land) kann dieses Wissen berücksichtigt werden undz. B. durch einen Verzicht auf Geldmengenerhöhung ein vorteilhafter Wohlfahrtsgewinn generiert werden.

1g) Vergleichen Sie die kurz die „beggar-thy-neighbour“ Effekte im
Mundell-Fleming-Modell zweier großer Länder mit dem obigen
Modellrahmen! Sind die Modellaussagen vergleichbar?
Die „beggar-thy-neighbour“ Effekte im
Mundell-Fleming-Modell zweier großer Länder lassen sich wie folgt benennen: Ein Land 1 betreibt expansive Geldpolitik, die LM-Kurve würde nach rechts verschoben. Das Zinsniveau sinkt, die Wertpapierkurse steigen. Durch die niedrigen Zinsen wird mehr investiert, das Volkseinkommen steigt, Land 1 importiert mehr, der Außenbeitrag wird aber negativ, da im Ausgangszustand eine ausgeglichene Leistungsbilanz angenommen wurde. All dies hat ökonomische Auswirkungen (beim Modell mit zwei großen Ländern) auf das andere Land. Kapital wird in Land 2 exportiert, da das Zinsniveau in Land 1 fiel. Dort werden mehr Wertpapiere nachgefragt und wegen dem inversen Kurs-Zins-Zusammenhang (der schon in Land 1 steigende Kurse aufgrund sinkender Zinsen verursachte) kommt es auch in Land 2 zu einer Zinssenkung.

Es gibt daraufhin einen veränderten Weltzins und letzten Endes führen die flexiblen Wechselkurse zu einer Währungsabwertung in Land 1 gegenüber der Währung in Land 2. Das Einkommen in Land 1 steigt, in Land 2 sinkt es, aufgrund des sinkenden Außenbeitrags. Land 1 exportiert sozusagen seine Arbeitslosigkeit in Land 2 (negativer spill-over).
Eine Vergleichbarkeit mit dem Modellrahmen der Aufgabe 1e ist insofern gegeben, als das wenn in Land j expansive Geldpolitik betrieben wird (Gleichung 2 aus 1d, die ja auch für 1e gilt), Wohlfahrtsverluste in Land i auftreten.




Ich bin leider alles andere als ein VWL-Crack, müsste aber dringend diese EA schaffen, um endlich die Klausur schreiben zu können. Von daher wäre ich über einen baldigen Austausch sehr verbunden. Tipp noch: Die Aufgabe ähnelt sehr der auf S. 32 im Begleitskript gestellten Aufgabe 4. Das ist leider das einzige, was was bringt. Insbesondere dieses "Lehrbuch" (Leerbuch???) ist eine Frechheit, da werden dann doch gar niocht so komplizierte Dinge möglichst kompliziert erklärt. ICh hab logischerweise als berufstätiger Teilistudi kaum Zeit und dann auch noch so tolles Material. Wenn mir net nur noch VWL fehlen würd, würde ich jetzt glaub echt hinschmeißen, ob der didaktischen Frechheit.
 
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