Hilfe bei Lücke-Theorem KE I - Seite 23

Hallo Zusammen,

könnt ihr mir bitte bei dem Fallbeispiel helfen. Ich steh auf dem Schlauch. Ausgangspunkt ist Betrachtung eines Unternehmens, dass in T=1 10GE thesauriert (und reinvestiert) und daraus in T=2 bis T=Unendlich 12 GE erhält. Die Berechnung des Kapitalswertes (bei einem Kalkulationszins von 0,1) ergibt sich dann wie folgt:

K = 12 / 0,1 * 1/1,1 = 109,09

Soweit ist mir die Sache klar.

Prof Hering will in der Ausgangssituation darlegen, dass Gewinn <> Ausschüttungen ist und leitet dann ist Lücke Theorem über, welches besagt, dass bei richtiger Definition des Gewinnes, dieser auch zur Ermittlung des "richtigen" Kapitalwertes führt. Soweit habe ich das auch von der Idee verstanden.

In der Anwendung bedeutet dies, dass bei dem ewigen Zahlungsstrom die Kapitalbindungskosten abzuziehen sind. Zudem diskontiert er den Gewinn aus T=1. Und an der Stelle hat er mich abgehängt. Warum müssen die Kapitalbindungskosten über alle Perioden berücksichtigt werden; warum wird der Gewinn aus T=1 abgezinst.

Ich wäre dankbar für "leichte Kost" im Sinne einer Erklärung von Studenten für Studenten :)

Merci Euch
 
Weil du den thesaurierungsbetrag ja bereits fiktiv ausgeschüttet hast. Damit kannst du keine Erträge mehr generieren, also abzuziehen in Folgeperioden. Sonst wird der ja immer und immer wieder berücksichtigst.

Also die Korrektur (Abzug Kapitalbindung) spielt nur dann eine Rolle, wenn du mehr diskontierst als du tatsächlich ausschüttest. D.h. du musst den thesaurierten betrag (den du im Bewertungskalkül fiktiv ausgeschüttet hast) berüpcksichtigen, indem du die folgenden Zahlungsströme um den Ertrag auf den thesaurierungsbetrag korrigierst.

Klausur ist doch vorbei? :)
 
Hey Flumi,

ich belege meine Module immer im Voraus, damit ich direkt nach den Klausuren des "Vorsemester" anfangen kann :)

Zur Lücke: Dann wird aber die Annahme getroffen, dass eine ewige Rente aus dem thesaurierten Gewinn lediglich in Höhe der Kapitalbindung erziehlt wird??? Oder werden die Kapitalbindungskosten vielmehr als Opportunitätskosten abgezogen?
Also kann man es so betrachten, dass wir eine "Investition innerhalb einer Investition haben", d.h. wenn ich Ausschütte dann verzichte ich auf die "Opportunitätsverzinsung" des ausgeschütteten Betrages; dass setzt doch aber voraus, dass ich eben nicht mehr als diese Verzinsung erziehle mti dem thesaurierten Gewinn???

Irgendwie stehe ich noch auf dem Schlauch.

Kannst Du bitte nochmal for Dummies erklären :)
 
Hi NadKat. 1 Jahr im voraus für eine bwl klausur? Respekt. Aber macht das Sinn?

Also: Du hast in t=1 einen JÜ von 10. Du arbeitest mit dem Geld weiter (hast also nicht ausgeschüttet an AE), erzielst in t=2 einen Gewinn von 11, den du als Ewige Rente betrachtest.

Diskontierung auf JÜ Basis:
10 * (1/1,1) + 11/0,1 * (1/1,1) = 109,09

Diskontierung auf Basis Zahlungsstrom:

0 * (1/1,1) + 12/0,1 * (1/1,1) = 100,00

Diskontierung auf JÜ Basis unter Beachtung Lücke:

10 * (1/1,1) + (11-10*0,1)/0,1 * (1/1,1) = 100,00

Im Beispiel: Du hast ja 10 nicht ausgeschüttet, es aber so bewertet. Mit den 10 hast du ja gearbeitet und durch diese wiederum Erträge erzielt. Die musst du abziehen: (11-10*0,1), hast ja in der Bewertung bereits die Ausschüttung angenommen. Im Ertragswertverfahren ist man ja sowieso auf EK Basis, dann ist der einheitliche Zins auch nicht so verkehrt.

einfach: Summe der Barwerte der Zahlungsreihen = Summe der Barwerte der Gewinne + Summe der Barwerte der Zinsen auf das investierte Kapital des Vorjahres
 
Hi NadKat. 1 Jahr im voraus für eine bwl klausur? Respekt. Aber macht das Sinn?


Im Beispiel: Du hast ja 10 nicht ausgeschüttet, es aber so bewertet. Mit den 10 hast du ja gearbeitet und durch diese wiederum Erträge erzielt. Die musst du abziehen: (11-10*0,1), hast ja in der Bewertung bereits die Ausschüttung angenommen.
zu 1: Nein, ich hab mich wohl missverständlich ausgedrückt:
Ich belege das Fach nur im Vorsemester, damit ich die Unterlagen bereits habe.
Dann kann ich zum einen auf alte EA und ML zugreifen,
zum anderen kann ich - zumindest theoretisch :) - direkt nach der letzten Klausur des Vorsemester anfagen zu lernen.

Effektiv habe ich also zwei bis drei Wochen mehr je nach dem wann eben die Klausur(en) stattgefunden haben.

In diesem Semester beispielsweise (wir haben ja noch nicht den 01.04.) habe ich Konzerncontrolling am 13.03. geschrieben. Ich habe nun bereits für den Zeitraum vom 14.03. bis zum 01.04. die Kursunterlagen des Folgesemester zumindest zur Verfügung. Ob man das nutzt ist natürlich stimmungsabhängig :) De faktor bin ich jetzt schon auf Seite 33 der KE I und habe vor es noch bis Seite 50 zu schaffen. Dann habe ich bereits 1/6 des Kurses gelesen, obwohl das Semester noch nicht mal angefangen hat. Ist angenehm finde ich

zu 2) Danke !!! - jetzt hab ich's kapiert.
 
Hallo Nadkat,

würdest du die ML der alten EAs der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, da der Lehrstuhl hier sehr restriktiv ist.

Ware echt klasse, viele Grüße
 
Macht einfach die Kursunterlagen gut durch und auch die (meisten) der Übungsaufgaben. Und dann die alten Klausuren durch. Wenn du da effizient arbeitest, hast du mehr davon als wenn du dir alte EA´s & Co zusammen suchst.... Glaub mir ;) Es rentiert sich definitiv ordentlich die 3 KEs durchzuarbeiten, soviel ist das ja nicht.
 
Hatte eigentlich gedacht, dass man hier MLs tauschen könnte. Und wenn ich mir deine Fragen so durchlese, würde ich mal behaupten, dass die dir auch helfen würden, aber wer nicht will.... natürlich, Cpyrightverletzungen?? :) ist auch ne interessante Ausrede um dein Wissen zu bunkern.
 
da fällt mir nichts mehr zu ein;
zunächst zu Straftat auffordern und dann aufmüpfig werden, wenn derjenige redlich ist.....
 
Habe auch noch eine Frage zu der Beispielaufgabe auf S.22:
Dort steht geschrieben: E=12/0,1 x 1/1,1
12/0,1 stellt die ewige Rente dar, 1/1,1 den Abzinsungsfaktor. Müsste aber nicht dieser Abszinsungsfaktor lauten: 1/1,1^2 ?? Schließlich wird der Gewinn doch in t=2 ff. erwirtschaftet und nicht in t=1?!?! Oder sehe ich das falsch???
 
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