Klausur am 24.03.2017

Hallo,

ich schreibe hier etwas zur heutigen Klausur (Gedächtnisprotokoll):

Fall: Ehepaar Anita und Paul mit zwei Kindern - Max und Moritz. Paul hat vor einiger Zeit seinen Job verloren, trinkt nun regelmäßig Alkohol und zieht mit seinen Freunden nachts um die Häuser. Anita arbeitet nun zum Ausgleich des Jobverlusts ihres Mannes wieder in Vollzeit und kümmert sich zudem um Haushalt und Kinder.

Spricht sie Paul auf die Situation an, reagiert er wenig verständnisvoll: Sie habe sich doch auch schon früher um die Kinder gekümmert. Außerdem versuche er ja, wenn er abends weggeht, dass sich beruflich etwas auftut (genaue Formulierung weiß ich nicht mehr).

Es kommt immer häufiger zu Auseinandersetzungen. Die letzte Auseinandersetzung haben die beiden Kinder mitbekommen und waren danach so verstört, dass sie Schlafstörungen hatten.

Anita möchte etwas tun. Hat von Mediation gehört...




Erste Frage: Man sollte Mediation erklären und auf die einzelnen Phasen und die Prinzipien eingehen.

Ich habe die Definition des Begriffs "Mediation" niedergeschrieben: Ein strukturiertes und vertrauliches Verfahren, bei dem die Partein mit Hilfe eines neutralen Dritten freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Lösung ihres Konflikts anstreben.

Die folgenden Phasen habe ich ausführlicher beschrieben:

1) Vorphase
2) Erarbeitung eines Mediationsvertrags
3) Themensammlung/Bestandsaufnahme
4) Konfliktbearbeitung
5) Erarbeitung von Lösungsoptionen
6) Lösung/Abschlussvereinbarung
7) Umsetzung in die Praxis


Dann habe ich die folgenden Prinzipien der Mediation kurz erklärt:

1) Freiwilligkeit
2) Eigenverantwortlichkeit
3) Neutralität
4) Vertraulichkeit
5) Informiertheit

Bei der zweiten Frage sollte man beurteilen, ob der beschriebene Konflikt sich für eine Mediation eignet.

Ich habe die Definition des Begriffs "Konflikt" niedergeschrieben: Wenn ein Mensch sich bei der Realisierung seines Denkens, Vorstellens, Wahrnehmens, Fühlens oder Wollens durch einen anderen Menschen beeinträchtigt fühlt. Bei Anita ist das der Fall (überfordert und unzufrieden mit der aktuellen Situation/Aufteilung; Paul hilft ihr nicht).

Dagegen sprach für mich zum einen das Thema Alkohol bei Paul (--> evtl. fehlt Verhandlungsfähigkeit).

Zum anderen: Paul sieht das Problem nicht ("du hast dich ja schon früher um die Kinder gekümmert..."). Wer das Problem nicht sieht, kann den Lösungsweg nicht nachvollziehen und die Lösung nicht verstehen.

Da wir es beurteilen sollten, habe ich mich für NEIN entschieden... (2 gegen 1)...


Dritte Frage: Könnte Pauls Alkoholkonsum für die Mediation relevant sein?

Hier habe ich geschrieben, dass bei den Medianden zum einen eine Verhandlungsbereitschaft vorhanden sein muss und zum anderen auch eine Verhandlungsfähigkeit.

Verhandlungsfähigkeit ist z.B. bei akuten psychischen Krankheiten oder Drogensucht ausgeschlossen.

Alkohol = (legale) Droge; bei Paul eventuell bereits Abhängigkeit/Suchtgefahr vorhanden (--> Bewusstseinsveränderung?!). Der Konsum las sich im Text als regel- und übermäßig.

Evtl. erst Therapie/Entzug, bevor fähig für Mediationsverfahren.


Vierte Frage: Mediator macht sich Gedanken, ob die Kinder mit in die Mediation einbezogen werden sollten. Das sollte man bewerten und begründen.

Ich habe geschrieben, dass der Vorschlag nicht von M kommen soll, da die Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind und bleiben. Die Kinder könnten über IHRE Themen sprechen, was sie belastet etc.

Paul und Anita könnten dadurch sehen, wie dringend notwendig es ist, eine einvernehmliche Lösung ihres Konflikt zu erreichen, da die Auseinandersetzungen die Kinder bereits belasten.

Gefahr, dass die Eltern versuchen die Kinder auf ihre Seite zu ziehen (--> Loyalitätskonflikte bei den Kindern).


Insgesamt fand ich die Klausur fair. Es hieß ja vorab schon, dass man sich auf "Familienmediation" konzentrieren sollte.

Es war viel zu schreiben/erläutern. Ich kam glaube ich auf 13 von 20 Seiten.

Ich hoffe, dass meine Zusammenfassung anderen bei der Vorbereitung für die nächsten Klausuren helfen wird.

Viele Grüße

Katmo
 
Hey, hey,

fand die Klausur grundsätzlich auch fair. Allerdings war ich fast immer unsicher, wie viel geschrieben werden soll. Bei Aufgabe Eins hätte ich durchaus noch mehr zu den jeweiligen Prinzipien und Phasen schreiben können, mir lief aber da schon wahnsinnig die Zeit davon, weil sich die Aufgabe doch wahnsinnig zog und so habe ich hoffentlich dann die wichtigsten Punkte erwischt, die sie auch hören wollen :D

Bei Aufgabe Zwei finde ich deine Argumentation auch nachvollziehbar. Ich habe mich allerdings auf die Zukunfsorientiertheit gestürzt, dass alle Interessen eingebunden werden können (auch Pauls Jobverlust, weswegen er vllt. momentan so handelt wie er handelt), dass es als alternative Konfliktbeilösung in Frage kommt, weil es das Verstehen und die Nachvollziehbarkeit fördern kann...mehr fällt mir gerade auch nicht mehr ein :D

Aufgabe Drei find ich bei dir ebenso total schlüssig. Ich weiß da auch gerade gar nicht mehr, wie ich argumentiert habe, weil mir dafür nur noch die letzten 10 Minuten blieben. Ich glaube aber, dass ich über das Prinzip der Informiertheit argumentiert habe. Dass alle Informationen offen liegen müssen um eine Lösung die auf Fehlinformationen basiert zu vermeiden und somit die Nachhaltigkeit nicht gefördert wird.

Bei Aufgabe Vier, habe ich ähnlich wie du eingeleitet. Dazu noch erwähnt, dass die Kinder eh häufiges Gesprächsthema sind und somit einbezogen werden könnten. Alter und Reife habe ich erwähnt. Sie zumindest bei den Themen, die sie betreffen einbezogen werden können, aber nicht bei Themen die ausschließlich A und P betreffen. Aber auch hier hab ich mir nicht mehr sonderlich viel Zeit genommen. Im nachhinein fiel mir auch noch das Argument ein, dass es sie entlasten könnte, was hoffentlich aus meinem Argument, dass sie es so besser verstehen könnten, was mit ihren Eltern los ist, herausgeht :D

Bei den zwei 10-Punkte-Fragen war ich auch wieder sehr unsicher, wie viel da wohl zu schreiben ist, bzw. wie viel Argumente genannt werden sollen.
Gibt es total richtige und total falsche Argumente etc...weil ich wie gesagt bei Aufgabe Drei deine Antwort auch gut finde, wir aber so gesehen verschieden geantwortet haben.
 
Hallo annelain,

bei mir ging bei Frage 1 bereits fast eine Stunde drauf. Gut, es gab auch 60 Punkte. Aber dementsprechend wenig Zeit blieb dann für die nächsten drei Aufgaben. Mir ging es wie dir, ich war bei den Fragen 3 und 4 auch unsicher, wie viel geschrieben werden soll. Im Nachhinein habe ich mir auch gedacht, dass man noch viel mehr hätte schreiben können, aber bei 10 Punkten (und Zeitmangel)... wir werden sehen - wird schon passen! :)

VG
Katmo
 
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