Klausur vom 5.09.2015 - so sah sie aus!

Klausur vom 5.09.2015

Hallo liebe Kommilitonen –

alle, die ihre Prüfungsprotokolle und Klausurerfahrungen in den vergangenen Semestern eingestellt haben, sind meine Motivatoren gewesen, diesen Wust von veraltetem und zum Teil fachlich falschem Kauderwelsch irgendwie zu durchdringen! Und so nun auch von mir an alle, die diesen Quatsch noch vor sich haben - so sah die Klausur aus:

Die Klausur hatte 7 Seiten, bestand aus 31 Fragen und es waren maximal 100 Punkte erreichbar. Für jede Frage waren 1-6 Punkte erreichbar. Die Klausur auf den Aufgabenblättern zu beantworten erforderte kleinste Schrift um die Aufgaben/Abbildungen herum. Es gab nicht genug Platz – leider hatte ich kein Papier und hab es dann so *kleinkrickel-mäßig* gemacht (der Klausurbeaufsichtigende sagte, ich solle auf der Rückseite schreiben – bei einer beidseitig bedruckten Klausur ...) – wie dem auch sei: nehmt euch eigenes Papier mit, wenn ihr im Kleinschreiben nicht gut seid ;)

Der überwiegende Teil der Fragen bestand aus Multiple-Choice-Fragen, die nach folgendem Schema gestellt waren: Es war nicht bekannt, wie viele Antworten richtig waren. Es gab jeweils 1-5 Punkte zu erreichen und entsprechend etwa 2-3 (oder mehr?) falsche/überschüssige Antworten. Auf dem Deckblatt stand, dass es volle Punktzahl nur bei ausschließlich richtigen Antworten gibt und dass falsche Antworten innerhalb einer Aufgabe zu Punktabzug führen, dass es pro Aufgabe aber nicht weniger als 0 Punkte gibt. Dieses Schema machte die MC-Fragen etwas schwierig, zumal einige Formulierungen meiner Meinung nach unklar waren.

Es gab auch einige freie Aufgaben, die aber meist jeweils nur relativ kurze Antworten erforderten. Es war keine „Zeitklausur“ – zwei Stunden reichten gut aus – es bleibt Zeit zum Grübeln und für Toilettengänge. Wie auch schon gemäß der Prüfungsprotokolle und Beschreibungen der Prüfungen in vergangenen Semestern wurden ähnliche Prioritäten wie sonst auch gesetzt. Die Aufgaben gingen relativ der Reihenfolge nach durch das Skript. Der Schwerpunkt der Klausur lag auf Kurseinheiten 1-3. Auf KE 4 bezog sich keine einzige Frage. Auf KE 7 meiner Meinung nach ebenfalls nicht. Überhaupt gab es wenig Fragen zu VRML. Relevant war hier vor allem KE 5 (Grundlagen), im Besonderen das Ereignismodell aus KE 5 und Eventhandling aus KE 6. Ansonsten kamen aus KE 6 - soweit ich mich erinnere - nur die COM-Objekte (die ja schon oft Prüfungsthema waren) und der IVIS-Prozess (der in vorherigen KEs aber auch schon erwähnt wurde) dran. "->" bedeutet, dass ich dies geschrieben habe bzw. denke es sei gemeint.

Ich versuche nun aus dem Gedächtnis zu schreiben, was abgefragt wurde – vielleicht kann das noch jemand ergänzen, da mir bestimmt nicht alles einfällt. Bezüglich der Punkteverteilung bin ich mir teilwiese auch nicht sicher (aber so Pie mal Daumen haut's hin).

Alle Angaben aus der Erinnerung ohne Gewähr ;) :


1. Ca. 7 (?) MC-Fragen zu Elementen des Informationsdialoges. Anhand der Abbildung von Interessensmenge/Inhaltmenge etc. (Skript S. 1, Abbildung 1.1 - ohne Beschriftung!) sollte man einzelne Fragen mit richtig/falsch beantworten (z.B. Ist die Relevanzmenge die Schnittmenge von Inhalts-und Interessensmenge (ja); Ist die graue Menge die Kernmenge (ja) – so in der Art [KE 1], 5 Punkte


2. Definition Informationsvisualisierung: angefangener Satz war zu beenden [KE 1], 2 Punkte


3. Referenzmodell der IVIS [Card et al. 1999] erklären/aufzeichnen (Skript S. 5, Abb. 1.3), Prozessstufen erörtern [KE 1], 5 Punkte


4. Abgrenzung von Suchen und Browsen [KE 1], 2 Punkte


5. Abgrenzung wissenschaftliche Visualisierung und Informationsvisualisierung mit je einem Beispiel [KE 1], 2 Punkte


6. MC-Frage über Struktur-Mapping bzgl. Achsen im Raum: „Was ist Faltung?“ - 4 Möglichkeiten; richtig ist: „Fortsetzung einer Achse in einer anderen orthogonalen Dimension“ [KE 1, S. 10], 1 Punkt


7. Expressivität/Effektivität in eigenen Worten erklären im Besonderen angepasste Version nach Mackinlay, was aber meinem Verständnis nach die gleiche Definition wie in KE 1 ist [KE 2.6.2], 2 Punkte


8. MC-Frage zum Scatterplot/Streudiagramm, 4 Auswahlmöglichkeiten [KE 2], 1 Punkt


9. IVIS-Paradigmen: zwei Vorgehensweisen für Text in 1D nennen -> „Vektorraumanalyse“ und „Reduzierter Text und Interaktion“ [KE 2], 2 Punkte


10. 5 grundsätzliche multidimensionale IVIS-Paradigmen nennen -> geschachteltes 3D, Darstellung auf parallelen Achsen usw. [KE 2], 5 Punkte


11. Erklärung von 3D + Zeit -> Animation als zusätzliche Dimension [KE 2], 1 Punkt


12. Abbildung von nicht verschachtelter Enclosure Tree Map (Skript: Abbildung 2.51, S. 82): benennen und Prozess erklären, wie diese entsteht [KE 2], 3 Punkte


13. Erklären, aus welchen Elementen ein Netzwerk besteht -> Knoten/Objekte und Kanten/Beziehungen [KE 3], 2 Punkte


14. Kommunikationsnetzwerke auf einem Globus (Skript: Abbildung 54, S. 128): die Abbildung sollte erläutert werden und anhand dieser Darstellungsprobleme bei Netzwerken in 3D erklärt werden -> Überdeckungen von Knoten und Kanten in Cluster-Gebieten und Abdeckungen durch Unterbrechung der Sichtachse (z. B. beim Globus statt Landkarte) etc. [KE 3], 5 Punkte


15. 3 Algorithmen zur Knoten-Positionierung bei Netzwerken nennen -> multi-dimensionale Skalierung, Force-based und Spring-based [KE 3], 3 Punkte


16. Abbildung vom FilmFinder (Abb. 1.55, Skript S. 129) sollte erklärt werden und anhand dessen Dynamic Queries und Interaktion bei dynamischen Anfragen [KE 3.9.2], 5 Punkte


17. Dynamic Queries erklären (für welche Phase im IVIS-Prozess sie eingesetzt werden und warum sie geeignet sind -> Nähe von Anfragekonstruktion-Suche-Ergebnis und „Output-Input-Prinzip“) [KE 3], 3 Punkte


18. Tight Coupling erklären [KE 3], 1 Punkt


19. Frage über Interaktionstechniken: 3 Typen waren vorgeben und man sollte und jeweils ein Beispiel geben [KE 3], 3 Punkte


20. 3 Typen von Zoomen nennen und erklären (Thema: IVIS-Techniken/Fokus und Kontext S. 95) -> geometrisches Zoomen, semantisches Zoomen, weiches Zoomen, diskretes/hartes Zoomen [KE 1, KE 3], 3 Punkte


21. Phasen des IVIS-Prozesses erläutern evt. auch aufzeichnen [teilweise KE 1.8.6 und etwas anders in KE 6.6.1], 5 Punkte


22. VRML: Alle 5 Knotentypen nennen -> (1) unabhängige Knoten, (2) Gruppenknoten, (3) Blattknoten, (4) grafische Blattknoten, (5) nicht grafische Blattknoten [KE 5], 5 Punkte


23. VRML: MC-Fragen über den Szenengraph in VRML [KE5], 4 (?) Punkte


24. VRML: MC-Fragen über VRML (Abfrage allgemeiner Eigenschaften von VRML, u. a.: beschreibende Sprache (ja), binäres Dateiformat (nein), synchrones Eventhandling (ja) – ca. 7 od. 8 „ja/nein-Fragen“) [KE 5], 5 Punkte


25. VRML: Ereignismodell – nennen der relevanten Felder und kurzes Erklären (schreibend/lesend) -> eventOut (lesend), eventIn (schreibend), exposedField (lesend/schreibend) [KE 5 und KE 6 S. 287 Selbsttestaufgabe 6.2], 6 Punkte


26. VRML: Woraus bestehen COM-Objekte: 3 Bestandteile (Interfacespezifikation, GUID, Registry) benennen und kurz erklären, [KE 6, S. 278] 5 Punkte


27. VRML: MC-Fragen zur Visualisierung von VRML [KE 6], 2 Punkte



-> 4 Fragen fehlen … wahrscheinlich MC-Fragen ...


Themen, die in der Vergangenheit abgefragt wurden, diesmal aber nicht dran kamen (zumindest nicht explizit – konnte man höchstens z. T. selbst irgendwo erwähnen für bestimmte Argumentationen):

· Zeitschranken der Wahrnehmung

· Präattentives Verhalten

· Änderungsblindheit

(· KE 4 - wurde auch diesmal in keiner Form abgefragt)

· VRML: Route (nicht direkt nur Felder vom Ereignismodell)

· VRML: Route-Deklaration

· VRML: Referenzieren (DEF/USE)

· VRML: Präfix SF/MF

· VRML: EAI, CAI, Server Side Includes, ActiveX-Controls
 
P. S.: viel Erfolg fürs nächste Semester - denkt dran, dass der Kurs überarbeitet wird und ihr die Klausur in der Form nicht mehr beliebig lange schreiben könnt - also bringt es hinter euch ;)

Fazit: Um die Klausur zu bestehen, sollte man KE 1-3, sowie KE 5 und KE 6 nur partiell beherrschen. Es geht kaum in die Tiefe - man muss wenig erklären und viel "nennen"/"aufzählen" - für die Klausur ist weder Programmieren generell, noch Java, noch Programmieren von VRML (weder passiv noch aktiv) relevant. Bei VRML reicht ein Grundverständnis - man muss sich den Quatsch nicht installieren, noch die Übungsaufgaben lösen, die - wenn überhaupt - ohnehin nur spät/kaum korrigiert werden. Dieser ganze Kurs ist eine Farse - wenn ihr ihn noch nicht belegt hab, lasst es lieber - das ist mein Tipp.
 
Auch hier nochmal: der Lehrstuhl liest das garantiert, daher würde ich nicht auf eine Wiederholung dieser Klausur beim nächsten Mal spekulieren.
 
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