Macht ein Studiumsbeginn mit 30 Jahren Sinn

#1
Hallo allerseits,

ich habe letztes Jahr begonnen mit dem Studium. Habe leider aus beruflichen Gründen keine einzige Klausur schreiben können.

Ich versprech mir halt durch das Studium mir ein zweites berufliches Standbein nach 6-7 Jahren aufbauen zu können. Vielleicht in einer Lehrtätigkeit.

Ich habe in den letzten 6 Jahren über den Weg des Telekollegs die Fachhochschulreife erworben und die Verwaltungs-und Wirtschaftsakademie den Betriebswirt VWA erworben. Ein Professor der Fernuni WIWI Prof Grosser unterrichtete dort VWL.

Ich bin momentan in einer allgemeinen Sinnkrise. Ich hinterfrage Weiterbildung mehr als früher. Wahrscheinlich ist bei mir momentan die Luft raus.

Wenn ich mit dem Studium fertig bin, vorausgesetzt ich schaffe es, bin ich 37 oder 38 Jahre und wie es in der Wirtschaft bei der Beschäftigung in dieser Altersgruppe aussieht, da auch schon diese Altersgruppe zum alten Eisen zählt, brauche ich wohl nicht explizit erklären.

Wer schön, wenn sich auch welche aus Bayern insbesondere der Oberpfalz melden würden.

Grüsse
 
#2
Hallo Martin

die gleiche Frage hab ich mir auch gestellt. Ich bin gelernter Bauzeicher, hab dann noch ein abgebrochenes Bauingenieur-Studium vorzuweisen und arbeite zur Zeit in IT (tolle Kombi, gell :D ).
Ich hab auch gedacht (und auch gesagt bekommen), dass es sich nicht lohnt, mit 30 nochmal anzufangen.
Ich finde, das muss jeder selbst wissen (logisch).
Ich will mit meinem Studium keine Karriere machen. Eigentlich will ich mir selbst beweisen, dass ich es kann (wegen dem abgebrochenen Bauingenieur-Studium). Wenn sich dann spaeter (wenn ich mal irgendwann fertig bin :confused: ) was ergibt durch das Studium, dann soll's mir recht sein. Vorerst aber hab ich in der IT in meiner Firma ne nette Stelle, nen guten Boss und nette Kollegen.

Setz Dich net so unter Stress. Du hast ja ein Ziel (die Lehrtaetigkeit), also lass Dir von keinem ausreden, dass das alles umsonst ist. BMW geht ja im Moment mit gutem Beispiel voran. Die stellen auch Leute mit 60 ein sofern die Quali stimmt. Vielleicht ziehen noch mehr Unternehmen nach.

Viel Glueck noch fuer's Studium.

Gruesse aus Canada
Steffi
 
#3
mit 30

Hab mich genau zu meinem 30sten entschieden, nochmal zu studieren. Ob`s der Karriere hilft, wer weiss?

Ab man lernt auf jeden Fall was.

P.S. Selbst wenn Du erst mit 38 fertig bist, schätze hast dann immer noch min. 30 Jahre Erwerbsleben vor dir.
 
#4
Hi,

bei mir ist die Entscheidung auch kurz nach meinem 30. Geburtstag
gefallen. Ich denke, dass Weiterbildung im Grunde in jedem Alter
sinnvoll ist. Und wenn Du es auch beruflichen Gründen machst, dürften
die Vorteile unabhängig von Deinem Alter gelten. Ganz im Gegenteil:
nach allem, was ich bisher gehört habe, wird das Fernstudienangebot
zu einem großen Teil von Berufstätigen genutzt. Ich meine sogar, irgendwo
in den Infounterlagen gelesen zu haben, dass an der FU die Studenten oft
älter als die Tutoren sind.

Gruß
Ralf
 
#5
Hallo,

man sollte sich nie für irgendetwas zu alt fühlen. Wer rastet der rostet und wer sich nicht mehr verändern kann ist wirklich alt.

Deshalb starte ich jetzt auch noch mal durch. Natürlich sind viele auf dem For-ever-young Trip, jeder will jung bleiben oder zumindest so aussehen, aber das wird sich auch wieder ändern. Es gibt sicher auch in der Wirtschaft Bereiche, wo es auf Lebenserfahrung und die Persönlichkeit ankommt. Außerdem hält lernen jung und auch der Kontakt mit Jüngeren trägt dazu bei.

Deshalb: Viel Erfolg

Irmgard :winke:

Ach ja und immer schön cool bleiben

:cool-s: :super:
 
J

jbas3105

#6
gib nicht auf!

Hallo,

erstmal Kompliment, wenn du nach Telekolleg und VWA nochmal was machst :daumen: - da wäre bei mir die Luft raus *fürcht*

Ich bin Personaler und treffe zur Zeit einige Entscheidungen - ich muss dir sagen, dass alle Bewerbungen mit mehreren Qualifikationen weitaus bessere Chancen haben.
Und ich würde nicht behaupten, dass ich zum alten Eisen gehöre - weder jetzt, noch wenn ich fertig bin ... obwohl ich auch 30 bin und erst im 2. Semester. :D

Der Charme des FU-Studiums ist doch gerade - du hast einen weiteren Abschluss U N D Berufserfahrung. Als Personaler finde ich das eine echte Qualifikation. Abgesehen davon - jeder mit einem FU-Diplom in der Tasche braucht sich in Fragen Selbstmanagement, Zeiteinteilung usw. nichts anzuhören - das beweist die Tatsache Studium und Beruf unter einen Hut zu bekommen mehr als genug. Also durchaus harte (Abschluss und Erfahrung) und weiche (deine Power) Kriterien sprechen in einer Bewerbung für dich mit einem FU-Diplom in der Tasche.
Wenn du (noch) keine Prüfung hast ist das nicht weiter tragisch - setzt dir kleine schaffbare Etappen. Evtl. gönn dir sogar noch nen Freisemester - denn du hast ne Pause verdient nach Telekolleg und VWA!

Abgesehen davon spricht die FU-Statistik für das Alter 30 :D, dann in der Altersgruppe Anfang 30 sind die meisten Studienanfänger zu finden.

Ich wünsche dir weiterhin viel Durchhaltevermögen und das nötige Quäntchen Glück in der Klausur ;)

Grüßle aus BaWü
Jutta
 
#7
Hallo,

Einleitend möchte ich zu diesem Thema kurz meinen Lebenslauf zum Besten geben. So habe ich nach der höheren Handelsschule eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Habe danach 2 Jahre den kaufmännischen Part in einer Full-Service-Agentur für Werbung und Marketing repräsentiert, ehe ich 1999 die Zwangszuweisung zum Zivildienst in einem Altenpflegeheim zugestellt bekam.

Was soll ich Euch sagen: Heute, 6 Jahre später, bin ich, nunmehr als Altenpfleger, immer noch in dieser Einrichtung. Immer mit den Argumenten voran "mir macht die Arbeit mehr Spass als der Bürojob" und "Geld ist nicht alles" sind mir pflegerischen Tätigkeiten in Fleisch und Blut übergegangen. Meine Familie hat auf diese Abkehr von der klassischen Karriere immer kopfschüttelnd verfolgt, ungeachtet der Tatsache, dass wir alle vielleicht mal Menschen brauchen, die uns aufopferungsvoll pflegen. Es verlangt nämlich viele Opfer als Schwester / Pfleger tätig zu sein. Fakt ist, dass die durchschnittliche Pflegekraft nach 5 Jahren den Job an den Nagel hängt. Und verdammt noch mal, es wird auch alles auf unserm Rücken ausgebadet - kein Wunder, dass so viele meiner Kollegen ausgebrannt sind.

Auch ich bin es leid, mit nur einer Kollegin im Spätdienst oder zwei Kolleginen im Frühdienst für 32 Bewohner/-innen verantwortlich zu sein. Davon z. Z. 14 in Pflegestufe 3! Und jetzt stellt euch mal den Heiligabend auf unserer Station vor. Gewünscht wird von der Heimleitung und natürlich von unseren Bewohnern und deren Angehörigen die Illusion eines besinnlichen Festes. Netterweise wird zu diesem Anlass eine Pflegehilfskraft zusätzlich ab 16:00 Uhr im Dienst sein - sofern nicht wieder kurzfristig eine Krankmeldung erfolgt. Aber ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die unter Druck erst zu besonderer Form auflaufen. Und man muss halt immer vor Augen haben, dass die anvertrauten Menschen genauso im Leben standen wie man selber. Durch Krankheit oder Unfall (unsere jüngste Bw. ist 42) aus dem aktiven Leben gerissen, ohne Verwandte oder mit solchen, die den Druck der pflegerischen Belastung nicht länger tragen konnten, nun auf "Wohnbereich 3" zuhause. Man muss diesen Menschen doch mit Würde begegnen! Trotzdem, auch ich merke schon, dass ich immer mehr Stresssymptome zeige, und habe beschlossen, mir eine Hintertür aufzumachen.

So studiere ich jetzt im ersten Semester Wirtschaftswissenschaft mit dem Ziel Dipl. I im Teilzeithörerstatus. Und mein geringstes Bedenken gilt dabei dem Alter. Wenn ich fertig werde, so bin ich 35 Jahre alt / jung. Hat man nun das Buch von Frank Schirrmacher "Das Methusalem-Komplott" gelesen so fühlt man sich recht jung damit. Und auf die Chancen im Arbeitsmarkt bezogen muss man bedenken, dass man ja als Akademiker am Markt auftritt - da ist das Alter sekundär.

Und ansonsten machen wir das wie die Telekom-Beamten und gehen mit 42 in den Vorruhestand (für Insider). Ja, da gibt es eine Beamtin, die wegen Rückenproblemen von ihrem Dienstgeber, der Telekom, in die Berufsunfähigkeitsrente gedrängt wurde. Sie hatte aber keine Lust aufs nichtstun und entschied sich für ein Studium auf Lehramt. Heute, 8 Jahre nach ihrem Dienstaustritt bei der Telekom, unterrichtet sie an einer Schule. Sie hätte aber auch auf Staatskosten schon im Vorruhestand die süssen Seiten des Lebens geniessen können - so wie jährilich ca. 10.000 Telekom-Beamte zwischen 1992 und 1998. (Diese Informationenen habe ich der Sendung "Frontal 21" vom 30.11.2004 im ZDF entnommen).

Grüsse aus NRW
Dirk
 
S

SteveMuetterchen

#8
Hallo allerseits,

tja da komm ich mir ja auch recht alt vor wenn ich die Beiträge lesen, ich habe mich mit 35 entschieden zu studieren, nach 4 Kindern, quasi noch in der Elternzeit. Da ich WiWi studiere und bei der Stadtverwaltung angestellt bin, habe ich nicht wirklich gute Aussichten auf Aufstieg, aber das war mir von Anfang an klar, ich mache es in erster Linie um mir zu beweisen das ich noch mehr kann als Windeln wechseln, und wenn sich beruflich was Gutes ergeben sollte sag ich auch nicht nein. Ich kann verstehen das man zwischendurch mal nen Durchhänger hat und denkt: Wofür? Aber man sollte auch Stolz auf seine Leistungen sein und das vor den berufl Erfolg setzen, der ja u.U gar nicht mehr eintritt...-ich denk mir immer, wenigstens kann ich meinen Kids beim Abi helfen!_ Also solange es noch etwas spass macht und Interessant ist: halt durch!!;)

Du hast doch schon so viel geschafft! LG Michaela
 
A

Anna-Carina_Schmitt

#9
Hallo, da kann ich mich auch einreihen...

Hallo an Alle,

ich bin erst neu in diesem Forum. Auch ich habe mich kurz nach meinem 30. Geburtstag entschieden mich für das VWL-Studium einzuschreiben. Der Gedanke an ein Fernstudium geht mir schon seit einigen Jahren durch den Kopf. Dieses Jahr habe ich mir gesagt, wenn ich jetzt nicht mit einem Studium anfange, wann dann?
Natürlich habe auch ich mir die Frage gestellt, was für einen Sinn das alles macht, und ob es mich beruflich wirklich weiterbringt. Wenn ich mit dem Studium fertig bin (ich bin Teilzeitstudent), bin ich ich 38 und gehöre nach der allgemeinen Auffassung beruflich zum alten Eisen. Aber ein Versuch ist es wert. Auf jeden Fall bringt es mir persönlich etwas mich weiterzubilden und über meinen bisherigen Horizont blicken zu können. Ich habe zudem die Hoffnung, dass bereits ein Schein z.B. Buchhaltung etc. mir bei Bewerbungen einen großen Vorteil bringen.
Es ist toll, zu lesen, dass ich mir nicht allein diese Gedanken mache und es anderen Studenten genauso oder ähnlich wie mir geht.
Neben einen Vollzeitjob in der Verwaltung kümmere ich mich noch um meine siebenjährige Tochter. Manchmal denke ich schon, dass ich das Studium nebenher nicht schaffe. Aber noch werde ich nicht aufgeben, nicht im ersten Semester. Ich werde erstmal weiter studieren und sehen, ob die anfänglichen Schwierigkeiten verschwinden, wenn man sich erst an das Studieren gewöhnt hat und es geschafft hat alles besser zu organisieren. Vergeblich ist das Studium mit Sicherheit nicht, denn man lernt auf jeden Fall jede Menge neues, selbst wenn man das Studium nicht durchhält oder es keinen beruflichen Nutzen bringt. Persönlich wird man sehr viele wertvolle Erfahrungen machen und ein besseres Selbstwertgefühl bekommen. Vor allen wenn man neben einen normalen Beruf und der Familie studiert, weil es einiges an Durchhaltevermögen und Disziplin mit sich bringt so was zu schaffen. Mit dieser Einstellung versuche ich mir selber Mut zu machen und mir zu sagen, dass es die richtige Entscheidung ist. Wichtig für mich ist die Unterstützung von meiner Familie, auf die ich mich verlassen kann.

Viele Grüße,
Carina
 
#10
Hallo auch,

ich glaube auch, das zunächst das wichtigste ist, dass man sich richtig organisiert (ist mir am Anfang mächtig schwergefallen, bin viel zu hektisch zwischen einzelnen Sachen "herumgesprungen") und sich wieder an einen Studium-Arbeitsstil gewöhnt (das fängt schon bei unterschiedlichen Textmarkern an und hört beim schon lange vergessenen Konzept-Schreiben noch längst nicht auf).
Aber nach Frust am Anfang freue ich mich über jeden Fortschritt diesbezüglich - man kann´s also doch noch.
Und genauso freue ich mich über die Anerkennung, die ich zu jedem Dienst bei unserer freiw. Feuerwehr von den Kameraden kriege - auch daher glaube ich, so einem "späten Studium" (bin ja auch schon 40 und 1. Sem) wird gesellschaftlich doch hohe Anerkennung gezollt.
Und ansonsten - ob privat oder im derzeitigen Beruf - sehe ich jetzt viele Angelegenheiten viel entspannter - habe mir (wieder) angewöhnt, "vor Inbetriebnahme des Mundwerks das Gehirn einzuschalten"

Also, Kopf hoch!

Viele Grüße

Georgia

P. S.: Wie studiert "Ihr Ausländer" eigentlich, wie ist das mit den Klausuren?
 
#11
Hallo Georgia,

Zitat von Georgia:
P. S.: Wie studiert "Ihr Ausländer" eigentlich, wie ist das mit den Klausuren?
Ich studiere wie jeder andere auch. Muss halt die EAs ein paar Tage frueher losschicken. Man kann sie wohl auch faxen, aber das habe ich bis jetzt noch nicht gebraucht.
Mit den Klausuren ist es etwas anders bei mir. Da wir 9 Stunden zurueck sind, waere die erste Klausur hier um 6.30 Uhr morgens. Dafuer jemanden zu finden ist nicht einfach. Dazu kommt, dass ich mindestens 3h Autofahrt oder 2h Flug davor haette, da ich in Portland, Oregon direkt keine Moeglichkeit habe.
Daher fliege ich 2mal im Jahr meine Eltern besuchen, die zufaelligerweise in Hagen wohnen - und schreibe meine Klausuren dann in Duesseldorf.

Liebe Gruesse aus den USA

Ulli
 
#12
Klar macht das Sinn

Hallöchen,

ich heiße Skilla und bin stolze 39 Jahre alt. Ich studiere jetzt im 2. Semester BWL Teilzeit. Ich mache das nicht, um irgendwann mal einen tollen Job zu bekommen, sondern nur für mich. Gedächtnistrainig, Beschäftigung mit neuen Erkenntnissen, rauskommen aus dem Alltagstrott auf der Arbeit usw.

Es kostet Zeit und Mühe, aber es lohnt sich.

Deshalb: Dranbleiben, weitermachen, auch wenn es mal schwer wird.

Viele liebe Grüße aus Hamburg

Skilla
 
#13
Halli Hallo,

welche Zweifel? Na klar macht es Sinn! Ich bin jetzt 44 Jahre und hatte 2001 begonnen. Und da in unserer Gesellschaft nun auch lebenslanges lernen Einzug hält, ist es doch mehr als passend.

Da man an der Fernuni die Klausuren wiederholen kann, solltest du dich ruhig ran wagen. Auch ich arbeite Vollzeit und kann dir sagen es geht und macht auch spaß. Wie schon Skilla sagt: Dranbleiben und über jeden kleinen Erfolg freuen

Grüße aus Berlin

Karin
 
N

Norman0815

#14
Ich finde man soll sein Leben lang studieren. habe nach dem Abitur VWL in giessen studiert und dann hat doch das geld gelockt. Jetzt ist der Job sicher und ich will das nachholen. Kann nicht schaden, nur leider hat die firma kein verständnis dafür und es läuft alles nebenher, also erst arbeit und dann prüfung:mad:

Aber ich finde es gut zu studieren egal in welchem alter !!!
 
#15
Herzlichen Dank !

Ich bedanke mich bei allen die bereits Beiträge geschrieben haben und die noch welche schreiben werden.

Mit soviel Zuspruch hätte ich nicht gerechnet.:eek:

Es war sehr interessant zu lesen aus welchem Umfeld jeder kommt und was ihn zu einem Studium motiviert.

Ich habe meinen Durchhänger glaube ich auch überwunden. Ihr habt mir dabei geholfen.

Herzliche Grüße

Martin
 
#16
Hallo Martin,

beruflich denke ich gibt es noch viele Chancen, wenn Du mit dem Studium fertig bist. Denn dann bleibt den Unternehmen aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge gar nichts anderes übrig, als "ältere" Bewerber einzustellen. Ich habe mit 35 mit dem Studium angefangen und obwohl ich es ausschließlich aus Interesse an der Sache mache, rechne ich mir Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus, wenn ich fertig bin.

Knut
 
N

Norman0815

#17
Wenn man heute den Job wechseln möchte oder muss, muss man etwas anbieten was kein anderer hat,. Da man sich auf Tests und gespräche alleine nicht verlassen kann, da die Fragen ja langsam allgemein bekannt sind ist ein Studium genau das richtiger sich von anderen Bewerbern abzusetzten. Denn jeder weiss, dass man viel Geld, Zeit und Fleiss man investeren muss.

Und jeder weiss wie man sich fühlt wenn man eine Klausur besteht, wenn das nicht motiviert.

:eek:
 
A

Antje T.

#18
;) Hallo zusammen,

ich habe mit 34 Jahren angefangen zu studieren und zwar im Teilzeitstudium. Es ist mir auch nicht möglich, mehr als 2 Kurse pro Semester zu schaffen. Naja und dadurch bin ich Happy, wenn ich mit 40 oder 41 mein Diplom habe.
Also Sinn hat das auf jeden Fall. Denn ganz ehrlich mal, wir müssen dann schon noch ne Weile arbeiten und wenn man sich den Arbeitsmarkt ansieht, da wird doch Diplom verlangt. Ich möchte auch weiterhin in meiner beruflichen Richtung arbeiten - im Controlling. Naja, zudem sind alle meiner unmittelbaren Controlling Kollegen Diplomabsolventen. Wenn man da alleine dasteht, kommt man sich auch ziemlich einsam vor.
Darauf, dass ich das Studium absolvieren möchte und bis jetzt auch absolviere, bin ich schon stolz. Immerhin arbeite ich 40 Stunden die Woche, plus 2 Stunden Fahrtweg pro Tag, plus 11-jährige Tochter (frisch auf dem Gymnasium), plus Haus plus Mann auf Montage (jedenfalls zum größten Teil). Und ich hab nicht vor aufzugeben, denn wie gesagt, ich studiere für mich und ich sehe da schon Sinn drin.
Auch ich habe Zeiten, da frag ich mich warum ich das mache, aber das hab ich ja schon beantwortet.
Also an alle, die mal hin und wieder über den Sinn nachdenken, nicht aufgeben!!
LG
Antje
 
#19
Also ich habe mit 38 angefangen, WiWi zu studieren und bin froh darum. Ist zwar sehr anstrengend für mich, dies neben einer 50h-Arbeistwoche zu erledigen (halt am WE, an Feiertagen oder im Urlaub ...), aber hält geistig fit. Der Einstieg war schwierig, da der Abstand zur Schule doch zeitlich gewaltig war und man sich ans "Lernen" wieder gewöhnen musste. Ab und zu war ich auch kurz vor der Aufgabe, die positiven Klausurergebnisse haben mich dann aber immer wieder zum weitermachen bewegt. Momentan ärgere ich mich mit Mikro herum, echt ätzend, da das Script leider sehr theoretisch ist (evt. so sein muss) und man Mathe gut beherrschen muss.

Martin
 
#20
Nun, ich binjetzt im ersten Semester zum B.Sc. Wiwi. Wenn alles planmäßig läuft (Teilzeit, 9 Semester) bin ich zu meinem 50.ten Geburtstag fertig.
Ich habe, neben meinem Beruf als Leiter Finanz- und Rechnungswesen, mit dem Studium begonnen, weil ich etwas für mich tun wollte. Berufliche Vorteile werde ich aus dem Studium nicht mehr ziehen können, trotzdem - oder gerade deswegen habe ich mich entschlossen hier anzutreten.
Ich freue mich wirklich, dass es viele Kommilitonen/innen gibt, die so wie ich jenseits der 30sind.
 
#21
Wenn es nur darum ginge, etwas für sich zu machen ohne Ambitionen für den Beruf dadurch, dann hätte ich persönlich wahrscheinlich nicht WiWi gewählt, sondern eher was von der Fakultät KSW, aber trotzdem nen guter Schritt von dir!
 
#22
Den Job, den ich zur Zeit mache, habe ich nur wegen einer Qualifizierung bekommen, die ich mit 42 abschloss und dann erst einmal jahrelang nicht genutzt habe.
Leute, bis wir soweit sind, gibt's die Rente frühestens mit 70. Das heißt, mit 40 hat man noch nicht einmal die Hälfte des Arbeitslebens hinter sich. In den Köpfen steckt zwar noch die Frührente mit Mitte 50, aber das ist schlicht und einfach vorbei. Die Älteren sind sozusagen wieder "in", denn die Dummheiten der Jugend hätten sie hinter sich und wären disziplinierter als die Jüngeren - Zitat eines (nicht als repräsentativ anzusehenden) Personalers. Zumal und gerade solche, die durch Weiterbildung beweisen, dass sie innerlich jung geblieben sind und noch Lust haben, Neues zu lernen.
Alt ist man meiner Ansicht nach dann, wenn dieses Interesse aufhört und man nur noch seinen status quo verwaltet. Das gibt es auch schon bei 30jährigen.Wer von Euch weiss denn schon, welche Veränderungen das Leben noch für ihn vorsehen wird und ob nicht auch ein 60-jähriger durch eine Zusatzqualifikation noch berufliche Vorteile hat. Das kann ein Jobwechsel, ein beruflicher Aufstieg oder auch nur ein Nicht-Entlassen-Werden sein.
Meinen Lebenslauf hätte ich nie so vorhersehen können, wie er bisher verlaufen ist. Das Studium betreibe ich erst einmal nur für mich. Alles andere werden wir sehen. Kommt Zeit, kommt Rat und die Gelegenheit, die neuen Kenntnisse einzubringen.

Also, wer mit 30 schon denkt, er sei beruflich zu alt für ein Studium, den kann ich beruhigen - keinesfalls!!!
 
#23
Nachdem dieser Uraltfred kürzlich wiederbelebt wurde, will ich auch meinen Senf dazugeben. Ich habe im Dezember 2009 meine Weiterbildung zum geprüften Bilanzbuchhalter abgeschlossen, da war die Voraussetzung für das Studium, da ich kein Abitur habe. Und seit diesem Semester studiere ich WiWi, ich bin jetzt 53, wenn ich fertig bin, gehe ich wahrscheinlich schon mächtig auf die 60 zu. Beruflich werde ich wohl wenig Nutzen daraus ziehen können, aber zusätzliche Wissen zu erwerben ist auf jeden Fall gut.
 
#24
@Rüdiger_AN: Als erstes hast du meine volle Anerkennung, bravo! Du hast noch die Einstellung die ich in deinem Alter hoffentlich auch bewahren werden.

Bin auch ü30. Und denke auch nicht das mich WiWi beruflich weiterbringt (aus heutiger Sicht). Da ich selbständig eine Finanzagentur führe. Und ich dabei bleiben will um die zu vergrößern und zu optimieren.

Meine Gründe?
1. Spaß, denn Lernen ist neben dem Sport mein Hobby geworden. Ich ziehe 1h am Skript der Stunde vor dem TV vor (außer ich habe eine WeiterbildungsDVD oder so).
2. Erlangen von Methodenkompetenzen. z.B. von Disziplin, Lernmethoden, Organisation, Zeitmanagement ...Ich wachse alle paar Monate über mich hinaus und werde effizienter. Das gibt mir innerliche Zufriedenheit. Wer bracht dann noch Drogen ;)
3. Ich habe schon eine Beruf und bin nicht unter Druck, mein Studium in der Zeit x fertig zu haben. Deswegen baue ich zum Lernen keine negativen Emotionen auf. So wie es in der Schule war.
4. Ich bin fest der Überzeugung dass das Ziel eines Menschen das, ist eine Berufung zu finden. Jedenfalls wenn er glücklich vom Leben scheiden will. Also eine Tätigkeit die er bis zu dem Zeitpunkt ausführen kann, bis er körperlich nicht mehr in der Lage ist. Auch wenn das Schafe hüten ist. Dass machen Menschen mit weit über 80 Jahren noch. Einen Sinn der einen morgens aus dem Bett zieht. Das Studium ist für mich sicher der richtigere Weg nach meiner Berufung zu suchen. Es kann sein dass es nur ein Erststudium sein wird und ich dann weiter machen werde.

Und außerdem bin ich auch der Meinung dass man uns "alten" in den nächsten Jahrzehnten zu schätzen weiß.

Dann sind wir ja vorbereitet ;)
 
#25
@cadillac2 Danke für die Blumen. :D


Ansonsten stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich hab noch einen Zusatzgrund, zwei meiner Kinder treten ein bißchen in Vaters Fußstapfen, die eine Tochter auf der Wirtschaftsschule, die andere auf der Realschule (Wirtschaftszweig). Beide wollen nach der mittleren Reife noch auf die FOS. Da muß ich doch zusehen, daß der Abstand noch etwas gewahrt bleibt. :)
 
#26
für mich ist Studieren in Hagen ein Vergnügen in meiner Freizeit.
Genau so spannend wie musizieren - habe wieder angefangen Baß zu spielen.
Das Gehirn sollte halt - neben dem Körper - auch im Alter trainiert werden.
Ach ja, ich bin noch etwas älter als Rüdiger :)
 
#28
Zuerst hatte ich als Ü40 auch Bedenken, mir zusätzlich zum Job noch ein Studium aufzuhalsen. Und es hat auch erstmal wieder ein wenig gedauert, bis ich das Lernen wieder gelernt habe (vom Stoff an sich ganz zu schweigen). Aber ich gebe Euch da recht: es macht Spaß, altes Wissen wieder aufzufrischen, Neues zu lernen und den "Muskel" oben im Kopf wieder fit und beweglich zu machen - und beruflich schaden kann es wirklich nicht...

Und auch der Kontakt zu den (meist) jüngeren Kommilitonen in Präsenzveranstaltungen, in Lerngruppen oder (wie bei mir durchs Studium bedingt jetzt auch neuerdings) in Facebook ist toll - weil wir hier doch alle im gleichen Boot sitzen ... egal wie alt jemand ist.
 
Zustimmungen: clay
#30
Hallo,
ich selber bin 41 Jahre alt und seit 11 Jahren als Maschinenbau Ingenieur tätig.
Auch wenn ich schon ein Studium absolviert habe, hatte ich mich sehr lange (direkt nach meinem Studium)
mit dem Gedanken ein Aufbaustudium zu machen beschäftigt.
Ich wollte hier mein MBA machen….so der Plan.
Ziel war es hier auch die Kaufmännische Komponente auszubauen.
Wie es bei uns allen oft der Fall ist bin ich über die Planungszeit nicht weggekommen.
Habe mich lange Informiert, mir viel Angebote zuschicken lassen.
Letztendlich habe ich den Gedanken nach Heirat, Familie, Kinder aufgegeben.
Ich merke das ich mit jetzt 40zig keine Lust mehr habe mich kpl. zu verausgaben .
Dafür ist mir meine Zeit einfach zu Schade.
Ich hätte im Nachhinein eigentlich direkt nach dem Studium (damals war ich 30) loslegen müssen.
Mein Rat an die Studienwilligen wäre einfach den Schweinehund zu überwinden und loszulegen.
Und NEIN 30 - 35 ist meiner Meinung nach nicht alt.
Man denkt immer man bin ich schon soooo alt. Aber die Zeit läuft und wenn man zurückguckt sieht
Wird man sich sagen: Hätte ich doch mal damals wo ich 30 – 35 war mal ein Studium
begonnen…. J
Man sollte immer bedenken das man nach dem Studium immer noch 30 Jahre arbeiten muss.
Und 30 Jahre in einem besser bezahlten, angeseheneren Beruf mit deutlich mehr Freiheiten in der
Eigenen Arbeitsgestaltung zu verbringen ist es Wert sich da reinzuknien.
Hoffe ich habe euch nicht gelangweilt J
 
#31
Fast 5 Jahre später ...

Hallo zusammen,
lustig, dass ich heute morgen in meiner Mail die Benachrichtigung hatte, dass dieses Thema "wiederbelebt" wurde - obwohl man mir (s.o.) vorausgesagt hat, dass ich schon in Rente sei, wenn das Studium fertig ist... - deshalb ist ein kleiner Erfahrungsbericht für alle Interessierten meines Erachtens jetzt nicht schlecht.

Zum Status und zum Studienerfolg: im Herbst 2014 war ich mit allen Klausuren und dem Seminar daurch, d.h. bis dahin lief alles planmäßig. Geplant war für 2015 die BA-Arbeit, da kamen aber private Dinge (u.a. weil ältere Studenten meist auch alte Eltern haben, die dann auf einmal ungeplant größeren Zeiteinsatz erfordern) und ein herausfordernder Jobwechsel (verbunden mit Wochenendpendeln und Umzug) dazwischen, dass ich das Thema BA-Arbeit jetzt von vorne beginne.

Die Ausgangsfrage, ob ein Studium mit Ü30 Sinn macht, muss jeder für sich individuell beantworten. Im Nachhinein sage ich: "Ja, es hat für mich absolut Sinn gemacht." Warum?
  • weil es gut war, mal wieder seinen Geist auf Trapp zu bringen (wer rastet, der rostet!).
  • weil der Kontakt zu den (meist jüngeren) Kommiliton(inn)en interessant war - und man auch als "älteres Semester" nicht anders als alle anderen war/ist
  • weil das erfolgreiche Durchziehen eines Fernstudiums (in diesem Alter und noch vor dem eigentlichen Abschluss) mir u.a. beim neuen superinteressanten Job geholfen hat (nicht wegen der Studieninhalte, sondern allein durch die Tatsache, dass ich es gemacht habe)
  • weil ich glaube, dass ich in den 20 Jahren, die ich noch zur Rente habe (@cha-woma, sofern du noch studierst und hier mitliest: dein Beitrag damals, war ein gewisser Ansporn für mich!) durchaus noch auf weitere Fälle stoßen werde, wo es mir nutzt
  • weil mir die wissenschaftlich-strukturierte Herangehensweise durchaus in anderen Bereichen heute hilft (obwohl ich es schade fand, dass mir das Ganze erst im Seminar mit dem Prof und den wissenschaftlichen Mitarbeitern bewusst wurde).
Sicherlich habe ich mich während des Studiums oft gefragt, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Ich habe versucht, das Studium aufwandsarm ohne Fokus auf die Note durchzuziehen (und sofern die BA bestanden wird, wird trotzdem eine 2 vor dem Komma der Abschlussnote stehen). Somit konnte ich für mich den Spagat zwischen Fernstudium und dem "normalen Leben und Arbeiten" hinbekommen. Allerdings freue ich mich auch, wenn alles abgeschlossen ist (und ich mich anderen spannenden, interessanten und kreativen Themen widmen kann.

Von daher wird es heute hier wahrscheinlich mein letztes Posting sein!

An alle interessierten Ü30er: wenn ihr "Bock" habt und es euch zutraut, dann probiert es 2 Semester und wenn ihr es euch dann immer noch zutraut, dann zieht es durch, so schnell ihr könnt (denn die größte Herausforderung ist es, die Motivation hoch zu halten über einige Jahre). Pausieren bedeutet oft, dass man nicht mehr reinkommt (da habe ich viele Fälle kennengelernt).

Allen Kommiliton(inn)en weiterhin ein gutes und erfolgreiches Studium!

LG
Ahoj
 
#32
Hallo,

ich finde auch, dass es Sinn macht, mit 30 Jahren noch ein Studium zu beginnen. Es kommt natürlich darauf an, wie die berufliche Situation ist und ob man motiviert an das Studium herangeht.

Auf alle Fälle bringt es einen persönlich voran und man hat eine Zusatzqualifikation, die ja in jedem Alter von Interesse ist.

Viele Grüße
 
#34
Ja, was soll ich sagen. Der Thread läuft jetzt genauso lange wie mein Fernstudium. Ich habe den Thread damals eröffnet. Ich hätte niemals im Traum daran gedacht, dass ich mit 40 erst mein Studium wieder aufnehme.

2007 im Herbst hatte ich das Grundstudium abgeschlossen. Berufliche und familäre, tragische Gründe führten zu einer ungewollten Pause. Ich habe mich, da ich im öffentlichen Dienst bin, vorerst 2 Jahre von meinem Arbeitgeber im letzten Herbst beurlauben lassen. Ich habe das Hauptstudium mit 4 Kursen begonnen. Leider hatte mich eine hartnäckige Grippe an eine Klausurteilnahme gehindert. Ich möchte den BWL I Diplom bis spätestens SS 2019 fertigstellen.
Ich werde es schaffen.

Viele Grüße

Martin W.
 
#35
Hallo Martin,

sei beruhigt, ich habe vor 20 Jahren ausgesetzt und bin mittlerweile (auch) wieder dabei.
Man(n) lernt nie aus ! Und mit der Zeit kommt erst die Erfahrung, wie man bei der FUH zum Ergebnis kommt.
Von daher ist 2019 ein voll realistisches Ziel.

Viele Grüße
 
#36
Bei mir war es ähnlich. Ich habe vor 20 Jahren BWL an der Fernuni als paralleles Zweitstudium begonnen und dann aber sehr schnell gemerkt, dass ein Doppelstudium zu zeitintensiv ist. Vor ein paar Jahren habe ich das WiWi- Studium wieder aufgenommen und auch recht zügig mit neuer Motivation beenden können.
 
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