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Master WiWi an FernUni + Ausbildung ?

  • Ersteller Egggo
  • Erstellt am
meine Lage wird langsam ziemlich komplex, deshalb hoffe ich in diesem Forum einen fundierten Rat zu bekommen. Es geht dabei grundsätzlich um die Frage wie ich meinen weiteren Lebenslauf sinnvoll gestalten soll.

Zu mir:
29 Jahre alt geworden, letztes Jahr Wirtschaftsrecht mit 2,2 an der FH Köln in 8 anstatt 6 Semestern abgeschlossen, Schwerpunkt Steuern/Wirtschaftsprüfung mit guten Noten in den einschlägigen Fächern sowie im Schwerpunkt und einer sehr guten Bachelorthesis zu einem steuerlichen Thema.

Ich bin Vater eines Kindes, für das ich unterhaltspflichtig bin.

Unterhalt muss ich nun, da ich einen berufsqualifizierenden Abschluss habe in Höhe des Mindestunterhalts (ca 300€) definitiv zahlen. Vorher bestand keine Unterhaltspflicht, da kein Abschluss. Der Unterhalt läuft seitdem auf. Gleichzeitig kann ich BaföG für ein weiteres Studium erhalten.

Ich würde leidenschaftlich gerne im Bereich WP/Steuern arbeiten, da es mir großen Spass macht und ich hierin die besten Leistungen zeige.

Seit meinem Studienabschluss bin ich arbeitslos, da ich keinerlei! Berufserfahrung im Studium sammeln konnte und nun unter dem Berufserfahrungsparadoxum leide (Keine Arbeit, weil keine Erfahrung, keine Erfahrung, weil keine Arbeit). Mittlerweile konnte ich ein nur sechswöchiges Praktikum, absolvieren, welches mich umso mehr motiviert hat.

Bewerbungszwischenstand: Ca. 40 Bewerbungen, 3 Überregionale Arbeitsvermittler, 1 Stellengesuch, welches von 190 Arbeitgebern eingesehen wurde, im Ergebnis kein Vortsellungsgespräch

Da sich durch das Praktikum meine Chancen verbessert haben, konnte ich nun doch 3 Vorstellungsgespräche ergattern.

Ich habe mir nun folgende Alternativen für meinen weiteren Lebensweg erarbeitet:

1.) Master WiWi in Hagen in Teilzeit und die gleichzeitige, verkürzte Absolvierung der Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Dies hat die meisten Vorteile:
- 2 Abschlüsse in 2 Jahren
- Berufserfahrung
- Berücksichtigung der Ausbildung als praktische Tätigkeit als Voraussetzung zur
Steuerberaterprüfung
- Vom Ausbildungsgehalt kann ich Unterhalt zahlen, gleichzeitig hätte ich dadurch
Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Im Ergebnis wäre meine Existenz
gesichert und weitere Unterhaltsschulden würden nicht auflaufen, da ich meine
Unterhaltspflicht erfüllen würde
- Danach m.E. vllt. einen einfacheren Einstieg in die Branche trotz des Alters von dann 31??

2.) Master Accouning, Auditing, Taxation an der HS Bochum in Vollzeit:
- Anrechnung der Klausuren auf die Wirtschaftsprüferprüfung!
- Einschlägigkeit des Studiums!
- Ich müsste allerdings Unterhalt aus dem BaföG zahlen müssen, somit bräuchte ich einen sicheren 400€ Job um über die Runden zu kommen. Dieser müsste, um
Berufserfahrung zu bekommen, im einschlägigen Bereich WP/ Steuern liegen.
- Oder ich lasse den Mindestunterhalt 2 Jahre auflaufen, dies wäre grundsätzlich
kein Problem, da ich diesen dann "lediglich" nachzahlen müsste.
- Großer Nachteil: Keine für die Steuerberaterprüfung relevante Berufserfahrung in
der Studienzeit, d.h. Prüfung erst mit 34 anstatt 32 = 2 Jahre massiver
Verdienstunterschied

3.) Vollzeitstelle + Master in Teilzeit FernuUni Hagen: Das wäre der Idealfall, denn ich könnte:
- Unterhalt zahlen
- Berufserfahrung sammeln
- Masterabschluss erlangen
- Nach 3 Jahren die Steuerberaterprüfung ablegen

Die 3.) Alternative liegt nicht in meiner Macht, deshalb muss ich nun einfach die Vorstellungsgespräche abwarten.

Ich muss mich aber zwischen der 1. und der 2. Alternative spätestens bis Ende September entscheiden da dann der Master in Bochum beginnt.

Ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr erschlagen, aber wie Ihr seht ist es etwas vielschichtiger. Vielleicht könnt Ihr mir einfach eure Meinung dazu sagen. Schön wäre auch, wenn Ihr euch zu dem Aspekt äußert, dass ich die Ausbildung nach dem Studium in meinem Alter noch absolviere.
Wie schätzt ihr mein Alter von 31 Jahren für den Einstieg mit meiner Qualifikation ein?

Vielleicht wisst Ihr darüber hinaus noch Rat wie ich einen Job bekommen könnte bzw. warum ich genau keinen bekomme. Liegt es wirklich nur an der Berufserfahrung oder spielt meine Studienzeit und mein Alter eine Rolle oder liegt es einfach an allem:D?

Ich brauch einfach mal externen Input und danke euch vielmals für eure Mühe!

Egggo
 
Zuletzt bearbeitet:
Erst einmal nur eine kurze Rückmeldung: Wenn ich das richtig sehe, hast du in Alternative 1 einen Denkfehler. Du willst einen Master in Teilzeit machen, setzt aber trotzdem nur 2 Jahre an. Da passt doch was nicht, oder?
 
Nein, denn ich habe während meiner Arbeitslosigkeit bereits Module gehört:) Sollte ich vllt. noch umformulieren.
 
aber bist du sicher, dass die von der FernUni anerkannt werden oder waren die bei der FernUni selbst?
 
Die Module habe ich an der FernUni Hagen selbst geschrieben, d.h. ich bin regulär eingeschrieben. Habe eine Gebührenermäßigung aufgrund des ALG II Bezuges bekommen.
 
Ich würde leidenschaftlich gerne im Bereich WP/Steuern arbeiten, da es mir großen Spass macht und ich hierin die besten Leistungen zeige.

Hast du dich mal bei großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beworben? Die suchen doch eigentlich Absolventen für den Prüfungsbereich. Da wird nichts erwartet, man fängt bei Null an und kann sich ein- und hocharbeiten. Nicht unbedingt zu optimalen Arbeitsbedingungen, aber man bekommt wenigsten den Fuß rein in den Bereich.

Wenn du in der klassischen Steuerberatung tätig werden willst, sehe ich das Problem, dass du als Bachelor das praktische Handwerkszeug nicht beherrschst, damit erstmal nicht gewinnbringend einsetzbar bist, aber "fürstlich" (im Vergleich zu wesentlich produktiveren Steuerfachangestellen/-wirten) bezahlst werden möchtest. Für eine typische Steuerkanzlei ist es also effizienter, einen Azubi zu beschäftigen, als einen Hochschulabsolventen, der genauso wenig kann. Das spiegelt ja auch deinen Erfahrungen mit Bewerbungen wider.

Von daher ist deine Überlegung, eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten zu machen, gar nicht blöd. Oder du strebst gleich den Steuerberater an, da hast du dann fundierten rechtlichen Background. Aber da brauchst du ja auch 3 Jahre Berufserfahrung.
 
Vielen Dank, dass Du die Nerven hattest Dich durch meinen Post zu wühlen.

Hast du dich mal bei großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beworben?

Ja, aber nur bei einer und auch nur für ein Praktikum nach dem Bachelor. Ich wurde abgelehnt, weshalb ich mich nicht mehr bei den anderen beworben hatte. Ich habe gehört, dass sich die großen Gesellschaften im Fair Company Programm verpflichtet haben keine Absolventen als Praktikanten zu beschäftigen. Insofern wäre meine Bewerbung ziemlich unpassend gewesen. Dachte mit meinem Gesamtschnitt hätte ich da keine Chance auf eine Anstellung, unabhängig davon, ob die einschlägigen Noten gut sind, hast Du da etwa andere Erfahrungen gemacht? Ist es überhaußt noch sinnvoll sich ein Jahr nach dem Abschluss bei solch einer großen Gesellschaft zu bewerben?

Nicht unbedingt zu optimalen Arbeitsbedingungen, aber man bekommt wenigsten den Fuß rein in den Bereich.

Die Arbeitsbedingungen sind mir zu Beginn tatsächlich egal, denn ich muss ja wirklich nur den Fuß in die Tür bekommen.

Wenn du in der klassischen Steuerberatung tätig werden willst, sehe ich das Problem, dass du als Bachelor das praktische Handwerkszeug nicht beherrschst, damit erstmal nicht gewinnbringend einsetzbar bist...

Von daher ist deine Überlegung, eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten zu machen, gar nicht blöd.

Genau das ist die Intention dabei. So könnte ich eben dieses Handwerkszeug noch lernen und - man glaubt es nicht - die Ausbildung wird sogar auf die berufspraktische Tätigkeit von drei Jahren für die Steuerberaterprüfung anerkannt. Habe dbzgl. eine Auskunft von der Steuerberaterkammer eingeholt. Im Gegensatz dazu werden Praktika, welche im Zeitraum des Studiums abgeleistet werden, nicht als berufspraktische Tätigkeit anerkannt, da der Ausbildungscharakter überwiegt.
Zusätzlich würde ich ja den Master an der FernUni Hagen machen und so den Nachteil, dass ich "nur" eine Ausbildung nach dem Studium gemacht habe sogar noch in den Vorteil einer dualen Ausildung kehren, wodurch ich mir sehr gute Chancen versprechen könnte.

...nicht gewinnbringend einsetzbar bist, aber "fürstlich" (im Vergleich zu wesentlich produktiveren Steuerfachangestellen/-wirten) bezahlst werden möchtest.

Ich bin ja gerne bereit für die Einarbeitung ein nach unten angepasstes Gehalt zu akzeptieren, denn den Einstieg zu schaffen ist zu Beginn wichtiger, aber irgendwie lassen sich die Arbeitgeber nicht darauf ein bzw. sehen das anders.

Wie ist Deine Einschätzung zu meinem Masterstudium? Ich dänke nämlich, dass ich nach Abschluss des Master ja vor der gleichen Situation stehe, denn dann habe ich dass Handwerkszeug ja auch nicht gelernt, es sei denn dies würde mir in einem Praktikum beigebracht. Aber bei den großen Gesellschaften wird man, denke ich, wahrscheinlich mit irgendwelchen speziellen Aufgaben betraut. Andererseits habe ich ja spätestens dann bewiesen, dass ich in dem Bereich leistungsfähig bin.

Wie auch immer, mir läuft die Zeit davon, denn kommenden Donnerstag muss ich mich einschreiben, denn sonst stehe ich am Ende ohne alles dar. Ich habe bei den beiden Arbeitgebern mit der Ausbildung schon Druck gemacht, deshalb habe ich berechtigte Hoffnung, dass ich vorher noch benachrichtigt werde.

Danke nochmal für Deinen Rat und dass Du dich meiner angenommen hast.

Egggo
 
Egggo,
ist deine "Problematik" noch aktuell bzw. für was hast du dich entschieden?
Ich bin jetzt eine bisschen spät, aber ich würde Alt. 2 machen...
 
schön, dass sich noch jemand meldet:).

Hab mich tatsächlich für den Master an der HS Bochum entschieden. Es gefällt mir bis jetzt sehr gut. Größter Unterschied zum Bachelor ist, dass man tatsächlich fortlaufend lernen muss um mitzukommen, was mir trotz Nebenjob und Sport ganz gut gelingt.

Seh jetzt erstmal zu, dass ich in die Praxis komme.

Ach so, habe die Ausbildung zum Steuerfachangestellten nicht bekommen:rolleyes:.

Egggo
 
Die Ausbildung zum StFA kannst du dir auch sparen. Such dir, falls noch nicht geschehen, einen ordentlichen Nebenjob bei einer WP- und/oder StB-Gesellschaft, am besten als Werkstudent mit 16-20h/Woche, sofern du das zeitlich hinbekommst.
 
Egggo hat seinen Weg mittlerweile gefunden. Aber vielleicht gibt es hier noch andere Fernstudenten, die sich für einen Einstieg im Bereich Tax interessieren.

Man sollte meiner Meinung nach keine Scheu vor großen Unternehmen wie den Big4 haben. Intuitiv denkt man, dass die nur die Besten nehmen und man keine Chance hat. Aber in Wirklichkeit brauchen gerade große Büros eine ganze Menge Absolventen. Hier lohnt sich eine Bewerbung immer, auch wenn man einen eher wilden Lebenslauf hat. Große Büros können Anfänger auch viel besser sinnvoll beschäftigen als kleine. In einem großen Team kann man Anfängern leichtere Aufgaben geben. Kleine Büros sind dagegen eher genervt, wenn der Neue von "Nichts ne Ahnung hat". Die erwarten dann oft, dass sie einfach nur eine Mandantenübergabe machen und man ab sofort alles alleine bearbeiten kann, was ein Hochschulabsolvent ohne Berufserfahrung eben nicht kann.

Die fehlende Berufserfahrung ist aber nicht die einzige und nicht die größte Hürde bei der Beschäftigung von Hochschulabsolventen in kleinen Steuerbüros. Ich meine, es gibt am Markt sehr viel gute Seminaranbieter, die Einsteiger in allen Tätigkeiten schulen können. Das kostet zwar ein Sümmchen, wenn der Steuerberater einen wirklich will, dann könnte er das aber auch investieren. Das Problem ist meiner Erfahrung nach vielmehr, dass kleine Steuerbüros niemanden einstellen wollen, der sich fachlich weiterentwickeln will und z. B. das Steuerberaterexamen anstrebt. Daher wundert es mich nicht, dass Egggo nur Absagen gekriegt hat, selbst bei der Ausbildung.

Kleine Büros dokumentieren ihre Arbeit kaum. Das bedeutet, dass wenn ein Mitarbeiter ausscheidet, immer eine ganze Menge Know-how verloren geht. Wenn alle 2-3 Jahre ein anderer z. B. den Jahresabschluss erstellt, dann ist das sehr fehleranfällig. Es wird immer irgendwas vergessen. Ein Steuerberater, der nur 2-5 Angestellte hat, kann die Aufgaben auch nicht so einfach auf die restlichen Mitarbeiter verschieben, wenn ein Mitarbeiter ausscheidet. Der steht dann ganz schön unter Druck, möglichst rasch jemand neuen zu finden (Steuern sind Terminsache). Deshalb habe ich den Eindruck, dass kleine Steuerbüros oft eine "Negativauswahl" beim Personal vornehmen, weil sie glauben, dadurch die Fluktuation eindämmen zu können. Wer zu intelligent und motiviert rüberkommt, der kriegt dort keine Stelle. Der Steuerberater hat zu große Angst davor, dass der Mitarbeiter mittelfristig kündigt oder ein zu hohes Gehalt will. Auch könnte es bei manchen Steuerberatern sein, dass deren Ego es nicht zulässt, dass ein Mitarbeiter plötzlich auch Steuerberater ist und formal gleich gut qualifiziert ist. Eine Möglichkeit besteht darin, sich bei einem promovierten Steuerberater zu bewerben oder bei einem Steuerberater, der gleichzeitig auch Jurist ist. Da ist es dann nicht so schlimm, wenn der Bewerber auch mal Steuerberater werden will. Selbst wenn er das Examen besteht, ist der alte Chef ja dann Immer noch formal besser qualifiziert.
 

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