• "Studienservice.de, eine private Seite von und für Fernstudenten der FernUni Hagen, ersetzt den Smalltalk in der Mensa" Karriere

Mathe an der Fernuni: "richtiges" Mathestudium? Wirtschaftl. Anteil?

Ich habe ein bisschen im Forum gestöpert und auch ein paar interessante Beiträge gefunden. Nur meine persönliche Frage wurde nicht konkret beantwortet:

Ist das Studium an der Fernuni Hagen ein "richtiges" Mathematikstudium oder bereitet es eher auf einem Beruf in der Wirtschaft vor (statt auf eine Stelle in Forschungsintituten)? Ist man als Absolvent gegenüber den reinen Mathematikern benachteiligt? Wie groß (prozentual) ist der Anteil an Nicht-mathematischen Modulen/ Themen?

In eurer Studienordnung steht: "In der zweiten Studienphase werden mit einem Schwerpunkt auf entscheidungsunterstützende und entscheidungsfindende Theorien industrie- und wirtschaftsbezogene
Studieninhalte vermittelt. Darauf abgestellt ist auch die Auswahl der Nebenfächer Informatik, Betriebswirtschaftslehre und
Volkswirtschaftslehre."


Das klingt schon recht spezifisch.



Erzählt mir alles!

 
Hier findest Du viele Infos zu den Inhalten (Seite 6): https://fernuni-hagen.de/imperia/md...udiengaenge/bachelormathematik/ueberblick.pdf

Aber insgesamt macht man an der FernUni durchaus "richtige" Mathematik. Der Einführungskurs Mathe für Mathematiker ist schon was ganz anderes als z.B. der Mathekurs für Wiwis. Aber das Studium hat eine Schlagseite zur angewandten Mathematik, was Du auch an den Wahlfächern siehst.

Das Nebenfach macht ca. 18 SWS aus, und z.B. die Kurse in BWL (falls Du Dich für dieses NF entscheidest) haben nur am Rande was mit Mathe zu tun.

Ich habe festgestellt, dass relativ viele Leute eingeschrieben sind, die an anderen Unis VWL oder Physik studieren und die sich hier nochmal in Mathe auf den Stand der Dinge bringen lassen.
 
Hagen bietet ein richtiges Mathematikstudium, du lernst alle Grundlagen, die auch Präsenzunis in Mathe vermitteln. Wie für Mathematiker üblich, ist das sehr beweislastig. Jede Aussage, die du kennenlernst, wird streng deduktiv bewiesen.

Fokusiert wird in Hagen die angewandte Mathematik. Dies bedeutet NICHT, dass du abgespeckte Mathematik machst, sondern vielmehr, dass sowohl in Lehre als auch in Forschung immer ein gewisser Bezug zur Praxis besteht. Kurstechnisch bezieht sich das aber nicht auf die Grundlagen (da wühlst du dich erstmal genauso tief durch Beweise theoretischer Themen, wie ein theoriefokusierender Mathematiker), sondern vorallem auf deine späteren Wahlmodule und Vertiefungen. Gut aufgehoben bist du für dein Studium in Hagen, wenn dich Stochastik, Numerik oder diskrete Mathematik interessieren. Für (komplexe) Analysis, Zahlentheorie, Algebra wohl weniger.

Solche Fragen werden aber eher im Master interessant, nicht im Bachelor.
 
@ krid:

Hi. Ich studiere bereits KuWi in Hagen. Hab die Frage für meinen Freund eingestellt (daher klangen meine Fragen vllt ein bisschen unbedarft). Im Moment tendiert er zu Hagen. Nachdem ich alle möglichen Infos (also inkl. dieser Forumsbeiträge) zusammengetragen und an ihm weitergeleitet hatte, ist er zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Studiengang doch nicht - wie befürchtet - rein auf eine Tätigkeit in der Wirtschaft (z. B. im Finanzsektor) abzielt sondern ein bisschen allgemeiner gehalten ist als er dachte. Er würde gerne in die Forschung, ist auch sehr an Physik interessiert. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich dafür entscheiden wird. Alternativ wäre Physik an der FU (sind Berliner :)), ist natürlich auch interessant. Hagen hat aber natürlich ein paar bestechende Vorteile (z. B. keine Höchststudiendauer).
Also danke nochmal :).
 
Ach, wenn sich Dein Bekannter für Physik interessiert, dann ist er hier richtig. Die beiden Stochastik-Lehrstühle machen regelmäßig Veranstaltungen (Seminare) mit Bezug auf physikalische Themen.
 
Oben