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Mut zur Lücke in den Einführungsmodulen - ja oder nein?

Mich würden mal eure Erfahrungen zum Thema "Mut zur Lücke in den Einführungsmodulen" interessieren. Lernt ihr generell immer den ganzen Stoff oder grenzt ihr das lieber ein? Ist es eurer Ansicht nach sinnvoller, sich mit jedem einzelnen Thema zu beschäftigen oder vertieft ihr lieber eure favorisierten Themen bei der Vorbereitung auf eine Klausur?

Ich habe im SS mit G1 angefangen und mich mit den Kursinhalten sehr intensiv auseinander gesetzt. Durchgearbeitet habe ich jedes einzelne Kapitel, auch die nicht-klausurrelevanten Themen. Das liegt daran, dass ich den Stoff sehr interessant finde und eine Menge Freude an diesem Modul hatte. Außerdem war ich damals arbeitslos, hatte viel Zeit und gehöre im Allgemeinen nicht zu den risikofreudigen Menschen. Ich gehe lieber auf Nummer Sicher und wurde letztendlich auch mit einer entsprechenden Note belohnt :).

Heute hätte ich eigentlich L1 geschrieben und musste wie bereits erwähnt aufgrund eines Missgeschicks passen, weshalb die Klausur höchstwahrscheinlich als "nicht bestanden" gewertet wird. Inzwischen habe ich hier im Forum gelesen, was alles gefragt wurde und muss gestehen, dass ich mit dieser Klausur Probleme gehabt hätte. Ich bin seit einem Tag nach der G1-Klausur im letzten Jahr wieder in Vollzeit berufstätig und habe darüber hinaus noch einen Nebenjob. Leider war es gerade die letzten ca. 3-4 Wochen extrem stressig, so dass ich mich nicht so ausführlich vorbereiten konnte wie es mir Recht gewesen wäre. Von daher wollte ich diesmal auch auf Mut zur Lücke setzen und habe z. B. 4 Epochen sehr gut gelernt und den Rest nur oberflächlich angeschnitten. Tja, und jetzt lese ich dass zu meinen 4 sehr gut sitzenden Epochen nur eine einzige Frage gestellt wurde. Und die Literaturtheorien durfte man auch nicht frei wählen und erläutern, sondern bekam eine ganz spezielle Frage zu 2 Theorien - die ich nicht vorbereitet hatte. Um ehrlich zu sein habe ich die Stoffinhalte, die mir zu abstrakt waren und mich nicht interessieren, wenig bis gar nicht vorbereitet. Gelernt habe ich trotzdem eine ganze Menge, aber bei dieser L1-Klausur hätte mir das alles nichts gebracht... weil ein großer Teil des Stoffs, den ich momentan so gut drauf habe, kein Bestandteil der heutigen Klausur war.

Jetzt bin ich mir auch sicher, dass ich kein Philosophie-Modul belegen werde. Ich habe Schwierigkeiten mit zu vielen abstrakten Begriffen und bearbeite lieber Themen, unter denen ich mir schnell etwas vorstellen kann. Ich habe einfach nicht die Zeit (und auch nicht die Lust *g*) um die Bedeutung jedes einzelnen Wortes zu hinterfragen. Trotzdem werde ich beim nächsten Mal nicht wieder auf Mut zur Lücke setzen. Dazu ist mir das Risiko nach dieser Erfahrung zu groß.
 
Hmm... also was die Epochen angeht, bin ich ganz klar selbst schuld. Wenn ich noch eine fünfte Epoche etwas intensiver vorbereitet hätte, wäre meine Wahl auf die Exilliteratur gefallen - und die kam ebenfalls nicht dran. Somit hätte ich tatsächlich den ungünstigsten Fall erwischt: 5 Epochen richtig gut gelernt, wovon aber nur eine im Endeffekt Thema der Klausur war.

Beim Thema Literaturtheorien bin ich auch am Überlegen, ob, wann und wie man das ansprechen sollte. Ein Kommilitone aus meiner Lerngruppe (der in Berlin zur Klausurvorbereitung war) musste die Aufgaben aus bekannten Gründen unbeantwortet weglassen. Anfangs dachte ich, er hätte damals evtl. etwas falsch verstanden... aber eine andere Kommilitonin, die ebenfalls bei dieser Veranstaltung war, hat mir später dasselbe erzählt und einige Leute hier im StuSe auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so viele Menschen auf einmal nicht richtig zugehört haben. Bei unserer Vorbereitung hieß es in etwa: "Wenn Sie 4 Epochen oder meinetwegen auch 5 vorbereiten, dürften sie auf der sicheren Seite sein. Es wäre schön, wenn Sie alles vorbereiten, aber ich denke das ist nicht zwingend notwendig um die Prüfung zu bestehen." Ist nicht der exakte Wortlaut, entspricht aber so ungefähr dem Inhalt. Und im Bezug auf die Theorien wurde bei uns nicht explizit gesagt, dass man die Theorien selbst wählen könne... aber es wurde uns geraten, insgesamt 3 Theorien vorzubereiten. Doch was bringt das, wenn zu diesen 3 Theorien keine Fragen gestellt werden?

In moodle steht jetzt noch kein Kommentar dazu, aber mich würde echt mal interessieren ob einige sich trauen sich irgendwo ganz direkt zu äußern...

Ich versuche mir gerade vorzustellen, dass letztes Jahr in G1 eine Aufgabe zum Ödipus gestellt worden wäre, obwohl es gleich zu Beginn des Semesters hieß dass er nicht klausurrelevant sei. Ich möchte jetzt niemandem unterstellen, dass die Studierenden mit Absicht hinters Licht geführt werden. Aber mich würde schon interessieren was genau da schief gelaufen ist.
 
Heute hätte ich eigentlich L1 geschrieben und musste wie bereits erwähnt aufgrund eines Missgeschicks passen, weshalb die Klausur höchstwahrscheinlich als "nicht bestanden" gewertet wird. Inzwischen habe ich hier im Forum gelesen, was alles gefragt wurde und muss gestehen, dass ich mit dieser Klausur Probleme gehabt hätte.
Ich wollte es gestern nicht schreiben, aber nach diesem Post traue ich mich doch: Manchmal bewahrheitet sich der Spruch "Alles, was nicht ist, ist Glück" halt doch ;))
 
Ich versuche mir gerade vorzustellen, dass letztes Jahr in G1 eine Aufgabe zum Ödipus gestellt worden wäre, obwohl es gleich zu Beginn des Semesters hieß dass er nicht klausurrelevant sei. Ich möchte jetzt niemandem unterstellen, dass die Studierenden mit Absicht hinters Licht geführt werden. Aber mich würde schon interessieren was genau da schief gelaufen ist.
Vielleicht ist das Learning daraus, dass man sich nur auf das verlassen sollte, was in Moodle oder sonstwo schriftlich mitgeteilt wird. Auf den PVs weiß offensichtlich die Linke nicht, was die Rechte tut (wie schon erwähnt, war das in L1 seit dem ersten Semester schon so).
 
die dame, die ich beim L1 tutorium erlebt habe, hat auch eher tipps in richtung - so eine frage kann drankommen / das ist eine typische klausurfrage - gegeben. das hilft auch, den stoff einzugrenzen und aus den zuweilen plaudernden ausführungen des kurses das richtige zu lernen. so rum machts auch mehr sinn, also zu sagen, was wichtig ist anstatt irgendetwas auszuschließen (was dann doch dran kommt).
 
ach ja, für P2 kann ich sagen, dass ich ganz bewusst ein kapitel des klausurrelevanten kurses nicht gelernt hatte. aber die struktur der klausur hat das auch zugelassen (man kann ja zwischen mehreren fragen auswählen) und wurde in moodle so bekannt gegeben. von daher war das eine absolut sichere sache.
 
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