"Neue" Studiengänge - Vorschläge

#1
Hallo,

wollte einmal in die Runde fragen, was für neue Studiengänge oder neu kombinierte Studiengänge ihr an der FernUni begrüßen würdet.

Mich persönlich würde sehr eine Kombination Politik und Geschichte interessieren.
Theoretisch gäbe es das Modulangebot dafür sogar, nur halt leider in unterschiedlichen und nicht kombinierbaren Studiengängen...
 
#2
Begrüßen würde ich vor allem Masterstudiengänge, die einen Abschluß an einer anderen Fakultät als beim Erstabschluß ermöglichen, also nicht konsekutive Masterstudiengänge.
Als Wirtschaftswissenschaftler denke ich hierbei daran, meinen wirtschaftswissenschaftlichen Erstabschluß mit einem zusätzlichen Abschluß in Mathematik, Wirtschafts- und Arbeitsrecht, Soziologie, Politik oder Psychologie zu kombinieren. Bei Informatik ist dies z.B. mit dem Master Computer Science (jetzt: Praktische Informatik) möglich, den ich hier von der Struktur her als Vorbild sehe. Bei Politik ist es ansatzweise mit dem Master Governance möglich.
Für MINT Absolventen fände ich einen rein wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Master Wirtschafts-xxx sinnvoll, wobei sich in xxx der Erstabschluß widerspiegelt (also z.B. Wirtschaftsingenieur).
Umsetzbar wäre dies mit dem vorhandenen Modulangebot. Da aber alle Studiengänge erst aufwendig bei der AQAS akkreditiert werden müssen, sehe ich leider nur geringe Realisierungschancen für solche innovativen Konzepte. Gerade das Bachelor/Master System böte die Chancen dafür.
 
#3
Aber der Master Computer Science ist doch von der gleichen Fakultät wie der Bachelor Informatik oder täusche ich mich da?

Politik und Governance würde ich aber auch schon eher als konsekutiv sehen, weil es nicht etwas anderes ist, sondern eine gewisse Spezialisierung.

Ein wirtschaftswissenschaftliches Studium auch für Nicht-WiWis gibt es auch schon, zumindest was den Bereich Management angeht: http://www.fernuni-hagen.de/hims/
Aber die Wiedereinführung der Zusatzstudiengänge für z.B. Mathematiker wird ja auch immer wieder diskutiert.
 
#4
Richtig: Der Master Computer Science ist ein reiner Informatik Studiengang, steht aber Absolventen anderer Studiengänge offen. Du kannst diesen z.B. mit einem Bachelorabschluss in Wirtschaftswissenschaften studieren. Allerdings musst Du vor der Einschreibung bestimmte Mathe- und Informatikanteile nachweisen, die Du allerdings auch im Akademiestudium nachholen kannst. Mit 90 ECTS ist er auch deutlich kürzer als ein Bachelorstudiengang. Weiterhin hast Du mehr Freiheiten bei der Auswahl der Module, da Du sowohl Module aus dem Bachelor Informatik als auch aus dem Master Informatik wählen kannst.

Der Governance Studiengang steht Dir z.B. auch mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss offen und ist in diesem Sinne nur bedingt als konsekutiv einzuordnen.

Ich meine einen Nachfolger des wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzstudiengang für Ingenieure und Naturwissenschaftler, der mit einem Diplom-Wirtschafts-xxx abschloss und der sich aus den vorhandenen Modulangebot der Fernuni im Bereich Bachelor/Master Wirtschaftswissenschaften zusammensetzt und damit auch nicht teurer ist als ein normaler Master, da er im Rahmen der ohnehin bestehenden Studiengänge abgewickelt wird. Der von Dir angesprochene Studiengang kostet 13.800 € und läuft komplett außerhalb der normalen wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-/Masterstudiengänge.
 
#5
Hallo,
ja, das gleiche gilt für den Master und, eine Ebene darunter, das Weiterbildungsangebot, in "Mediation". Ein tolles Angebot, nur leider viel zu teuer!

Ich glaube, die Wunschliste für zusätzliche, neue Studiengänge ist sehr lang. Insgesamt sehe ich begeistert die Möglichkeiten, die ein Fernstudium mit den technischen Ressourcen heute bietet, die aber leider nur zu einem Bruchteil genutzt werden. Teilweise liegt das am Geld und den personellen Möglichkeiten, aber auch andere Faktoren scheinen da eine Rolle zu spielen, wie z.B. die Unvertrautheit vieler Angehöriger der älteren Generation der Lehrenden mit dem Web. Die FU könnte theoretisch eine regelrechte Traumuni werden, mit Online-Vorlesungen und Seminaren, aber auch einem viel breiteren Studienangebot nicht nur im Master-Bereich.
 
#6
Das Problem bei diesen Weiterbildungsangeboten ist, dass diese sich wirtschaftlich selbst tragen müssen, im Gegensatz zu den regulären Studiengängen der Fernuni, für die es eine staatliche Grundfinanzierung gibt. Auch sind die Studierendenzahlen nicht zuletzt wegen der Gebühren deutlich niedriger.

Da nicht damit zu rechnen ist, dass der Staat der Fernuni für den Aufbau neuer Studiengänge oder Fakultäten deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen wird, sehe ich die Chancen für neue Studiengänge am ehesten darin, bestehende Module zu kombinieren. Dabei bietet sich besonders der Master-Bereich an.

Aber auch im Bachelorbereich sehe ich durchaus Möglichkeiten, wie die Schaffung von 2-Fächer-Bachelorstudiengängen, wie z.B. Wirtschaftsmathematik.

Eine andere Möglichkeit wären Kooperationen mit anderen Universitäten oder die Nutzung im Internet frei verfügbarer Vorlesungen z.B. amerikanischer Universitäten, so dass letztlich nur noch die Prüfungen organisiert werden müssen. Letzteres dürfte wohl an den bestehenden Strukturen scheitern.
 
#7
Auf die Zusatzstudiengänge hatte ich ja auch schon hingewiesen. Diese fände ich auch sehr sinnvoll.
Ansonsten finde ich es aber in Ordnung, wenn Weiterbildungen 100% gebührenfinanziert sind.

Ich sehe die Chance auch darin, weitere/neue Kombinationen zuzulassen, eben wie MINT + WiWi, Politik + Geschichte, usw.
 
#8
Ich habe auch nichts dagegen einzuwenden, dass die speziellen Weiterbildungsstudiengänge (wie z.B. der von Dir angesprochene Studiengang HIMS) sich komplett aus Gebühren oder Drittmitteln zu finanzieren haben und damit entsprechend teuer sind.
Allerdings ist das vorhandene Modulangebot schon groß genug, um damit interessante neue Studiengänge zu gestalten, die den Vorstellungen eines Großteils der Interessierten entsprechen. Diese brauchen dann auch nicht teurer zu sein als die anderen regulären Studiengänge.
Interessant fände ich die Möglichkeit von frei kombinierbaren Teilstudiengänge auf der Basis des bestehenden Modulangebots und zwar auch fakultätsübergreifend. So liessen sich auch eher ungewöhnliche Kombinationen wie Wiwi + Politik, Wiwi + Psychologie, Erziehungswissenschaften + Psychologie kostengünstig realisieren.
Da allerdings jeder Studiengang erst aufwändig akkreditiert werden muß, sehe ich die Realisierungschancen für solche Konzepte als gering an.
 
#9
Ich habe auch nichts dagegen einzuwenden, dass die speziellen Weiterbildungsstudiengänge (wie z.B. der von Dir angesprochene Studiengang HIMS) sich komplett aus Gebühren oder Drittmitteln zu finanzieren haben und damit entsprechend teuer sind.
Allerdings ist das vorhandene Modulangebot schon groß genug, um damit interessante neue Studiengänge zu gestalten, die den Vorstellungen eines Großteils der Interessierten entsprechen. Diese brauchen dann auch nicht teurer zu sein als die anderen regulären Studiengänge.
Sehe ich genauso!


Interessant fände ich die Möglichkeit von frei kombinierbaren Teilstudiengänge auf der Basis des bestehenden Modulangebots und zwar auch fakultätsübergreifend. So liessen sich auch eher ungewöhnliche Kombinationen wie Wiwi + Politik, Wiwi + Psychologie, Erziehungswissenschaften + Psychologie kostengünstig realisieren.
Völlig frei kombinierbar fände ich persönlich nicht so gut.
Die von dir aber aufgeführten Kombis finde ich jetzt nicht völlig ungewöhnlich: Wirtschaftspolitik, Wirtschaftspsychologie, Erziehungspsychologie...
Könnte schon allein vom Namen her nen eigenständiger Studiengang sein jeweils...

Da allerdings jeder Studiengang erst aufwändig akkreditiert werden muß, sehe ich die Realisierungschancen für solche Konzepte als gering an.
Deswegen ist das ganze mit Aufwand verbunden und ein völlig frei kombinierbares Studium wird sich nicht realisieren lassen... aber die anderen Sachen durchaus...
 
#10
Ich habe mir bei den "ungewöhnlichen" Kombinationen mit Bedacht solche ausgesucht, die in gewisser Weise noch sinnvoll sind, aber nicht unbedingt die Masse ansprechen. Als ausgefallene Kombination fallen mir spontan Informatik & Erziehungswissenschaften oder Literaturwissenschaften & Wiwi ein. Ob solche Kombination sinnvoll sind, muß jeder für sich entscheiden.
Mit frei kombinierbar meine ich, dass in diesem Fall aus jedem der Teilbereiche vorher definierte Leistungen erbracht werden, so wie es beim Studiengang Wirtschaftsinformatik ist, wo bestimmte Leistungen aus dem WiWi-Bereich und bestimmte Leistungen aus der Informatik Pflicht sind.
Das von mir genannte Konzept der freien Kombinierbarkeit der Teilstudiengänge hätte den Vorteil, dass man nur die Anforderungen für die entsprechenden Teilstudiengänge einzeln definieren muss und nicht für jede Kombination erst einen eigenständigen Studiengang entwerfen braucht. Letztlich wird so etwas allerdings an der notwendigen Akkreditierung scheitern.