Studieren an der FernUni Hagen - eine Zumutung?

Welche Note würdest du der FernUni Hagen geben?

  • 1 ... sehr gut

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  • 2

    Votes: 49 46,7%
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    Votes: 22 21,0%
  • 4

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  • 5 ... ungenügend

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    105
#1
Hallo miteinander,

ich bin nun seit Wintersemester 09/10 bei der FernUni Hagen immatrikuliert und mache meinen Bachelor in WIWI neben einer Vollzeitanstellung. Ich bin dahingehend kein Experte für Fernstudien, kann aber auf die Erfahrungswerte von Geschwistern und Bekannten zurückgreifen, die Fernstudien an anderen Hochschulen belegen.

Wie der Titel schon sagt bin ich nicht besonders glücklich mit dem Studium an der FUH und das zieht sich durch so gut wie alle Bereiche des Studiums. Angefangen von organisatorischen Missständen (z.B. die verbockte Wahl zum Studierendenparlament und zu den Fachschaftsräten) über die absolut unzureichende und nicht zeitgemäße Nutzung und Bereitstellung von IT-Systemen bis hin zu den Lehrtexten selbst. Meiner Meinung nach sind das auch drei wichtige Punkte, besonders bei einem Fernstudium. Denn als Fernstudent bin ich einfach darauf angewiesen, dass ich gut aufbereitete Materialien bekomme, mit denen ich lernen kann. Und dass das mittels guter IT-Systeme erreicht werden könnte, sollte jedem einleuchten. Aber ich möchte die einzelnen Kritikpunkte näher erläutern.

Organisation
  • Rückmeldung: Das funktioniert meines erachtens nach ziemlich gut. Hier hatte ich noch nie Probleme. Dass es eine zweite Frist mit zusätzlichen Kosten gibt, finde ich auch fair, denn manchmal kann man halt nicht gleich entscheiden oder verpasst den Termin.
  • Prüfungen: Dass es nur einen Prüfungstermin im Semester gibt, ist IMHO eine Katastrophe. Wenn man z.B. drei Module gleichzeitig studiert, so hat man den ganzen Lernstress gleichzeitig. Vor allem, weil dann alle Prüfungen meist innerhalb weniger Tage oder sogar am gleichen Tag anfallen. Gäbe es z.B. zwei Prüfungstermine oder monatlich einen Prüfungstermin könnte man sich das viel besser einteilen. Bei mir führt das auch dazu, dass ich meist vier Monate gar nichts mache und mir dann vor den Prüfungen die ganzen Skripten reinprügle. Ist natürlich meine eigene Schuld, aber ich glaube nicht, dass ich der einzige bin, dem es bei so großen Abständen schwer fällt, regelmäßig dran zu bleiben. Die Benotung der Klausuren dauert viel zu lange. Meistens weiß man am Semesterbeginn noch nicht mal, ob man die Klausuren geschafft hat oder nicht, im längsten Fall habe ich ca. zwei Monate auf ein Prüfungsergebnis gewartet! Dass es daran gelegen hat, dass in der Klausur glaube ich drei Fehler bzw. Unklarheiten in den Aufgabenstellungen waren, macht das ganze nicht besser. Die Benotung danach war eine Farce. Der Umfang und Schwierigkeitsgrad der Klausuren ist auch sehr schwer einzuschätzen. Bei manchen Klausuren muss man nur ein paar Häkchen setzen und ist nach 30 Minuten fertig, bei anderen muss so viel Text geschrieben und gerechnet werden, dass 2 Stunden oft nicht ausreichen. Liegt natürlich an den Prüfern, aber man könnte sich ja vielleicht ein bisschen abstimmen. In meiner Nähe - in Bregenz, Österreich, gibt es ein sogenanntes Studienzentrum. Leider kann ich dort keine Prüfungen ablegen, sondern nur im über 2 Stunden entfernten München. Ist es wirklich so schwierig, den Klausurbogen auch nach Bregenz zu schicken?
  • Einsendearbeiten: Ich finde es durchaus fair, dass Einsendearbeiten abgeliefert werden müssen, damit man die Prüfungszulassung erlangt. Ich finde es aber sehr umständlich, dass man das per Post machen muss. Vielleicht könnte man die digitale Einsendung erlauben? Wenn man direkt online ein PDF hochladen könnte, dann würde sich die FUH auch das Öffnen und Sortieren der Post komplett sparen. Andere Universitäten verlangen sogar die digitale Einsendung, weil es ja viel leichter zu bearbeiten ist. Auch bei den EAs ist die lange Korrekturzeit - bedingt wahrscheinlich durch den enormen Verwaltungsaufwand und Postweg - ein echtes Problem. Bei der zweiten EA weiß ich nicht, ob ich die erste geschafft habe, bei der Klausuranmeldung weiß ich regelmäßig nicht, ob ich dann überhaupt antreten darf.
  • Seminare: Ich habe mich jetzt zum ersten Mal zu einem Seminar angemeldet. Die Betreuung der Arbeit finde ich eigentlich ganz gut. Dass man mir aber erst im Januar mitteilen wird, ob ich am Seminar Anfang Februar teilnehmen darf (Aufgrund der Bewertung der Arbeit) ist ja wieder toll. Man muss sich Urlaub nehmen, Anreise und Unterkunft planen und bekommt 2-3 Wochen vorher Bescheid?
Ich finde die FUH hat hier ein echtes Problem mit dem Verwaltungsapparat. Es gibt ständig irgendwelche unverständlichen und enorm langen Fristen, wann man sich zu was anmelden kann. Gleichzeitig erhält man aber von der FUH z.B. bei Klausuren/EAs/etc. keine regelmäßige Rückmeldung um die Fristen überhaupt einhalten zu können.

Da ich momentan gerade das Modul “Dienstleistungskonzeptionen” belege, finde ich das besonders ironisch. Vielleicht sollte Frau Dr. Fließ hier mal bei ihrem eigenen Brötchengeber ansetzen.

IT-Systeme

Die IT-Systeme der FUH glänzen meiner Meinung nach durch Inkonsistenz und schlechte Bedienbarkeit. Vielleicht kommt mir das nur so vor, weil ich aus der Branche bin, aber ich empfinde den “Online-Service” der FUH einfach nur als Zumutung. Als Student hatte ich bislang mit folgenden IT-Systemen / Portalen der FUH zu tun:
  • Website: Die Website der FUH ist eigentlich ganz in Ordnung. Was mich aber wahnsinnig stört ist die Tatsache, dass jede Fakultät und sogar jeder Lehrstuhl eine eigene Website mit anderem Design, anderem Inhalt usw. haben muss. Und logische Querverlinkungen sind leider Mangelware. Die einzige Möglichkeit, Informationen in den vielen Unter-Websites effizient zu finden, ist die Suche mittels Google - ziemlich traurig.
  • Virtueller Studienplatz: Die Bezeichnung kann ich nicht nachvollziehen. Der einzige Zweck des Portals scheint die Datenpflege und Rückmeldung zu sein. Unter einem “Virtuellen Studienplatz” stelle ich mir was anderes vor. Und zwar entweder ein einheitliches Portal, welches alle studiumsrelevanten Informationen und Möglichkeiten bereitstellt, oder zumindest einen zentralen Ausgangspunkt, über den ich alle anderen Services (s.u.) per Single-Sign-On erreichen kann.
  • Prüfungsportal: Das Prüfungsportal bzw. Prüfungsverwaltung der FUH wurde - soweit ich das mitbekommen habe - kürzlich neugestaltet. Zumindest ist jetzt der Login mit Benutzername/PW ohne Zertifikat möglich, die Usability ist jedoch um kein Stück besser. Ein Unterpunkt “Klausuren” im “Virtuellen Studienplatz” würde sich anbieten.
  • Seminaranmeldung: Habe ich bislang einmal benutzt. Ich logge mich zwar mit den FUH-Daten ein, das System ist aber noch nicht mal in der Lage, meine persönlichen Daten wie Name, Anschrift oder den Studiengang automatisch auszufüllen.
  • Online-Übungssystem: Der Seitenfooter sagt schon alles, das System wurde anscheinend seit 2001 nicht mehr verbessert.
  • Maschinelles Korrektursystem: Die zwei Systeme bRw und LOTSE zur Korrektur finde ich im Prinzip ganz gut, vor allem für Klausuren perfekt geeignet. Dass man es aber nicht schafft, im Online-Bereich ein Formular bereitzustellen, wo z.B. “Lösung Aufgabe 1” steht, statt einer tabellarischen Ansicht, kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso erkennt das System noch nicht mal Falscheingaben - bei diesem Hinweistext am Ende der Erfassungsmaske stellt es mir die Haare auf: “Sollten Sie den Fehler "SQL:-201: A syntax error has occurred" erhalten, prüfen Sie bitte Ihre Eingaben. Sie enthalten dann Leerzeichen (Space) in den Buchungsätzen.”
  • Digibib: Finde ich eigentlich ganz gut, ist ja aber nicht von der FUH selbst. Ein etwas bessere Anleitung dazu wäre vielleicht gut, weil bis man verstanden hat, wo man sich nun anmelden muss um Artikel zu suchen und wo man sich dann anmelden muss, damit man die digitalen Ausgaben auch downloaden kann, vergeht schonmal ein Nachmittag. Dass einzelne Funktionen nur im Internet Explorer richtig bedienbar sind ist wiederum ziemlich schlecht. Und warum muss man sich für die Digibib/Fernleihe nochmal anmelden und alle seine Daten eingeben?
  • Moodle: Hier habe ich noch selten Informationen gefunden, die mir wirklich weitergeholfen hätten. Dass dieses Werkzeug nicht wirklich genutzt wird, zeigt ja auch dieses Forum hier. Diskussionen um EAs, Klausuren etc, die man ja dort führen könnte, werden hier geführt - weil es halt einfach besser ist.
Ich finde die Tatsache, dass diese Online-Systeme so mies umgesetzt sind, ist wirklich traurig. Denn sie sind letztenendes der Kontakt zwischen Uni und Student - sozusagen die Schnittstelle, die so enorm wichtig ist für Studienerfolg oder -misserfolg. Darauf scheint man aber nicht besonders viel Wert zu legen. Und eine Fakultät für Informatik hat man auch noch, würde mich interessieren, was denn die dazu sage.

Meiner Meinung nach sollte sich da entweder mal jemand von der FUH selbst, von der Informatik-Fakultät oder von einem externen Beratungsunternehmen hinsetzen, der das ganze neu durchplant. So dass Studenten dann am Schluss eine einheitliche, einfache und verständliche Lösung bekommen. Damit man sich im Studium auf’s Studieren konzentrieren kann und nicht ständig von der IT aufgehalten wird. Vor allem bei vielen Teilzeitstudenten finde ich das wichtig - es ist ja ohnehin schon schwierig genug ein Studium in der Freizeit unterzubringen.

Wie auch beim Punkt “Organisation” finde ich den “Kundenservice” hier einfach total mies.

Skripte / Lernen

Zu den Skripten der FernUni gibt es nicht sooo viel zu sagen. Alles in allem enthalten sie natürlich jede Menge nützliches Wissen, das für das Studium erlangt werden sollte. Zwei Kritikpunkte möchte ich aber schon noch anführen:
  • Aufbereitung: Jeder weiß, dass die Skripten dazu geschrieben werden, dass Studenten dann aus diesen lernen können. Leider habe ich bei vielen Skripten das Gefühl, dass diese einzig und allein mit dem Ziel geschrieben werden, eine möglichst saubere wissenschaftliche Arbeit zu erstellen. Damit meine ich vor allem unnötig komplizierte und überkorrekte Schreibweise, einer Zitierweise, die den Lesefluss ständig unterbricht, sowie die Unfähigkeit, einen Sachverhalt “auf den Punkt zu bringen”. Oft liest man zwei Seiten im 500 Seiten Skriptum und fragt sich dann, warum da nicht einfach zwei oder drei Aufzählungspunkte stehen, die genau das selbe aussagen würden. Einzig und allein die Skripten vom LS Wagner sind mir hier positiv aufgefallen. Diese wirken IMHO lockerer und verständlicher als viele andere. Negativbeispiel wäre das Skriptum “Unternehmensführung”, das anscheinend neu gestaltet wurde und dafür einen Preis gewonnen hat - meiner Meinung nach hunderte Seiten Bla-Bla, was dann natürlich auch nicht besonders leicht zu merken ist. Nur der Teil “Verantwortungsbewusste Unternehmensführung” davon ist wirklich zu gebrauchen.
  • Bereitstellung: Da ich davon ausgehe, dass die Skripten alle in LateX verfasst wurden, wäre es vielleicht möglich, ALLE auch als PDF oder vielleicht sogar als MOBI E-Book anzubieten? Vielleicht würde ich sogar auf die gedruckte Ausgabe verzichten. Ja natürlich, dann könnte man sie illegal weitergeben, aber das ist doch wirklich egal. Wenn man studieren möchte und einen Abschluss machen möchte, muss man sich ja ohnehin Anmelden. Vielleicht steht hier das persönliche Interesse der Verfasser wieder mal über dem Studentenservice.
Fazit
Ich weiß, dass mein Beitrag jetzt ziemlich negativ daherkommt und vielleicht auf den ein oder anderen so wirkt, als würde ich “nur rumstänkern”. Ziemlich schade ist, dass eigentlich der einzige positive Aspekt am Studieren an der FUH der Preis ist. So kann ich dieses Studium eigentlich auch nicht wirklich weiterempfehlen, wenn man sich was besseres leisten kann/will.

Es würde mich sehr interessieren, wie ihr anderen Studenten das seht. Vielleicht sind meine Erwartungen total überzogen, möchte ich nicht ausschließen. Vielleicht bin ich zu sehr Perfektionist als dass ich über diese Kritikpunkte einfach hinwegsehen könnte. Wäre ich der Direktor der FUH oder zuständig für die Qualitätssicherung, würde ich rotieren, das steht fest. Irgendwie hat man aber auch nicht das Gefühl, als würde sich irgend etwas verbessern.

Ist jetzt eh schon lange genug, ich bin gespannt auf eure Meinungen :)

Viele Grüße
Matthias
 
#2
Hallo Matthias,

Ich studiere im ersten Semester an der FUH und arbeite Vollzeit in einer Bank.



Ich sehe das genau so wie du !!!!

Der Kontakt zur Uni lässt echt zu wünschen übrig. Auf der Internet ist alles sehr unübersichtlich und verwirrend.
Besonders, wenn ich mir vorstelle, dass genügend It-ler an der Uni sind die wohl was besseres hinbekommen.
Anscheinend arbeitet man hier mit Win 3.x ;) (sogar ich würde solch eine Seite auf die beine stellen können-- nicht nur vom Design sondern auch im Bezug auf die Funktionalität)

Beim durchlesen der Skripte musste ich auch feststellen, wie schlecht alles geschrieben ist.
Im vergleich zu anderen FH´s oder Uni´s kann da die Fernuni Hagen nicht mithalten.

Also kann mich bei allem Anschließen !
 
#3
Kurz zu mir: FH Studium, hier Master of Computer Science beendet und seitdem in Bachelor Psychologie eingeschrieben (mehr schlecht als recht).
Ich finde die Qualität der Skripte kommt stark auf den Prof an. Aber das kann einem an einer Präsenzuni ebenfalls passieren. Ich habe hier auch schon gute gesehen - sogar als PDF :)
Prüfungszeitraum: da stimme ich dir voll zu. Im Master gab es zum Glück mündliche Prüfungen, aber bei den Leistungsnachweisen hatte ich dieselben Probleme, insbesondere wenn man noch CBT macht.
Virtueller Studienplatz: Kenne ich von der FH ähnlich, manche Unis handhaben das noch altmodischer. Vom Namen her hätte ich auch mehr vermutet.
 
#4
Als Softwareentwickler mit starkem Fokus auf Webentwicklung sind mir diese Schwächen in der IT und auf Webseite auch sofort aufgefallen. Ich kann mir auch vorstellen dass das System so historisch gewachsen ist. Aber zumindest scheint das System soweit ausfallsfrei. Klar könnte es besser sein, aber ich denke solange der Bildungsauftrag gewährleistet ist, ist es mir egal wie gut oder schlecht es programmiert oder designed ist ;).
 
#5
Ich studiere WiWi im dritten Semester und denke, dass ich das Fernstudium nicht weiterempfehlen kann.
Die Betreuung waehrend des Semesters ist wirklich schlecht; von manchen Profs bekommt man nur als Antwort, das keine Fragen zum Lernstoff beantwortet werden. Bei manchen Skripten ist das Durcharbeiten eher ein Kampf - manche Professoren bewerben gleich ihre Buecher, deren Inhalt eins zu eins in den Klausuren abgefragt wird.
Ich wohne nicht in Deutschland und jedes Mal erlebe ich einen Marathon, wenn ich mich zu Pruefungen anmelden will. Mal ganz davon abgesehen, das Freundlichkeit am Pruefungsamt auch ein Fremdwort ist.
Alles in allem bin ich sehr enttaeuscht. Zumindest fuer Studierende im fernen Ausland scheint mir das Fernstudium nicht zugeschnitten.
 
#6
Hmm also bisher habe ich sowohl Kurse aus den Wirtschaftswissenschaften als auch aus den Kulturwissenschaften abgelegt sodass ich ein eigene Erfahrungswerte beitragen kann. Natürlich gibt es Probleme mit manchen Skripten, auch die Onlineseiten sind nicht immer super. Allerdings sind die immer noch meilenweit besser als sehr viele Präsenzunis (meine alte uni hatte überhaupt gar nicht dieses ganzen Möglichkeiten und meine jetzige wo ich arbeite hat katastrophale webseiten/moodle im vergleich) und auch als Fernunis wie die Open university oder LBS, die anderen grossen im Bereich (die viel teurer sind). Bei denen hat man teilweise überhaupt keine Möglichkeiten zum fachlichen Kontakt mit der Uni. Teilweise stimmts dass man die Professoren nicht erreicht, allerdings klappt es eigentlich immer über die wissenschaftlichen Mitarbeiter. Auch habe ich bisher nur freundliche Hilfe vom Prüfungsamt erfahren. Ich würde mir auch wünschen dass die Uni bessere Skripte und am liebsten als PDF ausgeben würde allerdings liegt dies an den Professoren. Das problem mit den PDFs sind öfter auch die Urheberrechte wo die FU letztens eine rechtliche Niederlage hinnehmen musste. Ach und zu den Skripten und den Büchern der Professoren: teilweise kriegt man anderen Fernunis nur einen ganz kleinen Skript und muss sich sowieso zu jedem Kurs mehrere Bücher kaufen/leihen.

Ich würde mir auch sehr wünschen dass es mehr Klausurtermine gebe aber kann auch vollkommen verstehen dass dies verwaltungsmässig sehr schwer zu bewerkstelligen wäre. Schliesslich sollten ja alle Studenten egal in welchem Modul eine ähnliche Zeit zur Vorbereitung haben können, daher kann man sie schwer vorziehen, ausserdem müsste man bei mehreren Terminen verschiedene Klausuren anbieten. Zumindest bei den beiden oben genannten Fernstudien und an Präsenzunis ist dies nicht anders bzw. bei der LBS hat man sogar nur einmal pro Jahr überhaupt Klausurtermine, da sind wir schon besser dran.Ausserdem wissen sie oft erst 2 Monate vorher wann die Klausurtermine sind.

Auch mit den Terminen ist es öfter ärgerlich zwecks Prüfungsanmeldung aber da man sich ja bis zu einem Monat vor der Klausur kostenlos abmelden kann und man sonst zu den Seminaren auch mal die Sekretärinnen/wiss. Mitarbeiter anschreiben kann finde ich es nicht zu schlimm. Wir sind ja schliesslich nicht in der Schule wo einem alles vorgegeben wurde. Man kann wenn man sich ein bisschen organisiert schon sehr gut studieren, ich bin immer wieder begeistert was die Fernuni mir alles anbietet für sogar weniger Geld pro Semester als ich für mein erstes Präsenzstudium (semestergebühren zu modulgebühren hier) gezahlt habe. Trotz aller Probleme ist es immer noch sehr sehr gut. Schliesslich geht es bei einem Studium gerade darum dass man sich selber organisieren muss und auch ein paar administrative Hürden überwinden muss. Ich finde es auch schade wenn ich mal zu einem Klausurtermin eine dringende Konferenz oder andere arbeitsbezogene Sache habe sodass ich die Klausur verschieben muss aber das hätte ich genauso an jeder anderen Uni. Ich suche mir teilweise sogar die Module nach den Prüfungsterminen aus da man manche Arbeits/Private Termine schon früh genug kennt und ich im Ausland wohne und daher noch mehr planen muss.

Also ich kann es absolut nur weiterempfehlen, gerade zu diesem Preis der bis zu einem 1/20 des Preises an anderen Fernunis ist. Und es ist sehr vieles erheblich besser gemacht und durchdacht als bei sehr sehr vielen Präsenzstudiengängen. Natürlich nicht alles perfekt aber dies ist auch eine staatliche Uni!!

P.S. Es würde mich sehr interessieren welche Unis in allen Punkten oben besser sind. Vor allem von den Skripten her: es gibt immer mal wieder gute Skripte aber ein Studium ist ja auch da dass man sich selber Infos zusammensucht und der eine kommt sehr gut mit dem Skript zurecht während ein anderer eher mit einem Buch von jemand anderem besser voran kommt. Da kenne ich niemanden der sein Studium nur durch Skripte geschafft hat da jeder anders lernt. Ausserdem an welcher Uni gibt es mehrere Klausurtermine?? Mag sein dass an den sehr sehr teuren deutschen Unis manches wie der Kontakt zum Professor besser läuft aber man muss das Geld erstmal haben und es bedeutet überhaupt nicht dass man dann einen besseren Abschluss hat ausser dass manches vielleicht einfacher war.
 
#7
Ich liebe unsere Uni und bin sehr dankbar durch die gebotene Infratruktur (keine oder nur wenig Präsenz notwendig) die Möglichkeit zu haben, neben dem Beruf an einer staatlichen Uni zu studieren. Mehr als das, was die Uni bietet (und das ist nicht wenig), brauche ich nicht. Die Barrierefreiheit des Zugangs zu den "Uni-Resourcen" kann und sollte verbessert werden. Da gibt es immer noch etwas zu tun. Alle anderen Schwächen sind m.E. eher Randerscheinungen und nicht so bedeutend.

Liebe Grüße
Chrissi
 
N
#8
WiWi, seit 2008/09 dabei

  • Rückmeldung: bis dato keine Probleme
  • Prüfungen: das Prüfungstermine am Ende des Semesters sind ist nicht nur hier an der Fernuni so, das ist auch anderswo so, das sich die Klausuren am Ende des Semesters ballen ist eine logische Folge von erst Lernen und dann abfragen :) wie soll das auch anders gehen :) .... das es zwischendrin nicht noch mehr Termine gibt zum Wiederholen oder falls man terminlich nicht konnte kann ich aus organisatorischen Gründen absolut nachvollziehen ! Bedenkt das hier gleiche Prüfungsbedingungen für alle geschaffen werden müssen. Ein 2.ter Termin bedeutet auch eine 2.te Klausurstellung, Raumorganisation und das "Weltweit" - ich finde das sollte man durchaus auch berücksichtigen. Wiederholungsklausuren sind auch bei Präsensunis nicht immer im gleichen Semester möglich.
  • Einsendearbeiten: Finde ich gut gelöst. Was an einem "Brief versenden" umständlich sein soll versteh ich nicht ? Ich seh das als Meckern damit man gemeckert hat. Nur weil man heutzutage alles per mail oder pdf machen kann heißt das nicht das es unbedingt auch immer die bessere Alternative ist. Ich finde manches in Papierform einfach geschickter.
  • Ich finde die FUH hat hier ein echtes Problem mit dem Verwaltungsapparat. Es gibt ständig irgendwelche unverständlichen und enorm langen Fristen, wann man sich zu was anmelden kann. Gleichzeitig erhält man aber von der FUH z.B. bei Klausuren/EAs/etc. keine regelmäßige Rückmeldung um die Fristen überhaupt einhalten zu können.
    Püh ich bin doch kein Grundschüler der ständig erinnert werden muss. Ich kann meine Fristen auch selbst einhalten. Die Uni stellt die Fristen auf den entsprechenden Seiten bzw. in der Semesterinfo zur Verfügung. Wozu soll sie jeden Einzelnen erinnern?
    Ich finde das eine absolut zu hohe Erwartung und ein "pampern" an der falschen Stelle!

IT-Systeme

Die IT-Systeme der FUH glänzen meiner Meinung nach durch Inkonsistenz und schlechte Bedienbarkeit. Vielleicht kommt mir das nur so vor, weil ich aus der Branche bin, aber ich empfinde den “Online-Service” der FUH einfach nur als Zumutung. Als Student hatte ich bislang mit folgenden IT-Systemen / Portalen der FUH zu tun:
Hier geb ich Matthias Recht, das ist ein Bereich der ziemlich unübersichtlich und nicht bedienerfreundlich ist.

Meiner Meinung nach sollte sich da entweder mal jemand von der FUH selbst, von der Informatik-Fakultät oder von einem externen Beratungsunternehmen hinsetzen, der das ganze neu durchplant. So dass Studenten dann am Schluss eine einheitliche, einfache und verständliche Lösung bekommen. Damit man sich im Studium auf’s Studieren konzentrieren kann und nicht ständig von der IT aufgehalten wird.
Ja diese Forderung/Wunsch mag ja aus der ersten Überlegung heraus verständlich sein. Aber man sollte die Organisationsstruktur einer staatlichen Einrichtung nicht vergessen. Da sind eben manche Sachen nicht so einfach anzugehen und geschweige denn umzusetzen wie es nach/von Aussen aussieht.

Skripte / Lernen
  • Aufbereitung: Ich denke das ist individuell ganz verschieden. Je nach Thema fand ich die Scripte gut und leicht verständlich geschrieben. Anderes dagegen fand ich unübersichtlich und "grausam" zu lesen. Aber das hängt ja vom jeweiligen Prof. ab. Das kann also bei jeder anderen Uni auch so sein.
  • Bereitstellung: Ich bin froh um das Papier und finde pdfs lesen bei weitem nicht so gut wie echtes Papier in der Hand.
  • Mentoriate/Vorlesungen: hier finde ich könnte ruhig etwas passieren und die Angebote ausgeweitet werden, ganz speziell fände ich hier Online-Vorlesungen klasse.
Fazit
Ich bin ganz zufrieden mit der Fernuni und würde sie weiterempfehlen. Ich bin in der Lage mich und mein Studium eigenverantwortlich zu organisieren und hab keine Probleme mit der Fernuni.
 
#9
Ich finde es schwierig zu antworten. Ich finde die Studiumsmöglichkeit an der FUH an sich sehr gut, jedoch muss ich sagen, dass auch ich mich erst im 3. Semester mit den gesamten Seiten der FUH zurecht gefunden habe. Im 1. Semester war es der blanke Horror, ich wußte nicht, wo ich was finde (Anmeldung, Einsendearbeiten, Lehrstuhl, Moodle). Das hat sich mit der Zeit gebessert und ich komme jetzt zurecht. Jedoch hätte der Anfang sicher besser verlaufen können. Die Skripte, nunja, da gibt es ganz gute (Ext. Rg.-Wesen, Dienstleistungskonzept.) und sehr schlechte (Wirtschaftsinformatik, Unternehmensführung). Wobei das natürlich subjektiv ist. Sicherlich wäre es bei den Einsendeaufgaben einfacher, wenn es ein einheitliches Konzept gibt. Und über die Klausurtermine kann man sich streiten. Natürlich wäre es toll, wenn es einen Nachschreibetermin gibt oder zwei Termine angeboten werden. Nur wie soll das die FUH stemmen?

Ich habe bisher keine unfreundlichen Mitarbeitern, bzw. Kontakte bei der Fernuni kennengelernt. Bisher konnte man mir bei den wenigen Kontakten gut helfen. Die Mentoriate hier in NRW sind auch sehr gut aufgestellt, auch da kann ich mich nicht beschweren. Auch die Klausurorte passen aufgrund meines Wohnortes. Und klar ist auch, dass es schlechte und gute Mentoriate gibt; wobei dies natürlich immer subjektiv ist.

Ich habe jedoch keinen Vergleich mit einer anderen Universität, daher ist das natürlich eine Einbahnstraße.
 
#10
Ich bin jetzt schon seit 2008 als Teilzeitstudent dabei und muss sagen, dass ich immer noch sehr zufrieden bin und die Fernuni schon oft weiterempfohlen habe.
Wer sich über die Skripte ärgert sollte sich vielleicht mal die Mitschriften von Studenten an Präsenzunis anschauen. Dass ein wissenschaftlicher Sprachstil gewählt wurde kann bei einem wissenschaftlichem Studium nicht ernsthaft überraschen. Natürlich gibt es bessere und schlechtere.
Ich bin vielleicht konservativ, aber ich kann einen gedruckten Text besser bearbeiten als ein Online-Skript. Aber eine Auswahl wäre sicher nicht schlecht.
Die Klausurtermine sind lange im Voraus bekannt. Da kann man sich drauf einstellen und vermeiden, dass man zwei Klausuren an einem Tag hat. Ich habe ca. 170 km Anreise aber das ist an vier Tagen im Jahr absolut akzeptabel. Dass jeden Monat ein Termin angeboten wird wirst Du an keiner Präsenzuni erleben. Welcher Lehrstuhl soll sich denn jeden Monat neue Aufgaben einfallen lassen die dann natürlich auch auf gleichem Niveau sein sollen?
Abgesehen davon sind die Kosten für das Studium mit ca. 2.000 Euro extrem niedrig im Vergleich zu anderen privaten Anbietern.
Dank dieses Forums habe ich auch noch keine Hilfe von Lehrstühlen benötigt. Da aber viele über Moodle aktiv sind sollte das eigentlich kein Problem sein!?

Ich werde auf jeden Fall nach meinem BSc einen Master versuchen da ich mich an der Uni sehr wohl fühle.