Studium mit 40 noch zu gebrauchen?

#1
Hallo,

ist es noch sinnvoll mit 40 Jahren ein Teilzeitstudium zu beginnen?
Das Fernstudium hätte (egal ob Mathe oder Wirtschaftswissenschaften) nichts mit meinem bisherigem Leben zu tun. Ich würde quasi bei null anfangen. Hätte man dann eine Chance einen Job zu bekommen?
Wo wäre die Wahrscheinlichkeit am größten?

FG Katrin
 
#2
Hi Katrin,

keine Ahnung, ob es Dir was hilft:
Ich selber habe mit knapp 40 WiInf angefangen (April11) und Dezember 13 mit dem Bachelor abgeschlossen, also durchaus fix, wie ich finde. Parallel bei erp4students einen ganzen Sack voll SAP-Fortbildungen gemacht. Leider muss ich nun feststellen, daß der vielgepriesene Fachkräftemangel wohl nur auf dem Papier besteht, vielleicht habe ich mich auch bisher auf die völlig falschen Stellen beworben, aber leider hat sich das Studium noch nicht in einem Beschäftigungsverhältnis bezahlt gemacht. Nach dem Abschluss Ende 13 habe ich ein halbes Jahr auf (m)einer Baustelle geschafft, und seit Oktober bin ich feste dabei, im Master WiWi weiterzustudieren. Meine Hoffnung, daß sich dadurch neue Chancen ergeben, ist eher gering, wenn auch ich hoffe, über ein Praktikum ( wohlgemerkt mit Familie und 4 Kindern) irgendwo einen Einstieg zu bekommen.
Mein momentaner Rat wäre deshalb, nicht auf das Studium als Türöffner zu setzen, eher das erlernte in Deinem jetzigen Job als Beförderungsmittel zu betrachten.

Gerade bin ich wieder in einer Bewerbungsphase, heißt, ich versuche täglich mindestens eine Bewerbung zu schreiben, aber motivationsfördernd ist das alles nicht.

Generell glaube ich aber, um auf Deine Ursprungsfrage zurückzukommen, daß Du mit Mathe mehr Chancen hättest als mit WiWi (denn das machen seeeehhhr viele), aber (aus eigener leidvoller Erfahrung): Mathe ist ein echter Stimmungskiller ;)
 
#4
Ich finde den Post generell interessant und vielleicht ergibt sich hierzu noch eine breitere Diskussion?
Ich selber werde diesrs Jahr 40 und mache mein zweites Diplom hier an der FernUni.
Ich kann also vom Alter her fast mitreden. Ich persönlich finde es sehr mutig und gleichzeitig auch riskant mit 40 nochmals von vorne zu beginnen, also jobmässig. Meist bestehen doch irgendwelche Verpflichtung. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Studium hilft oder helfen kann aus dem gegenwärtigen Job mehr Optionen rauszuholen, sodass man sich in eine gewünschte Richtung entwickeln kann.
Für mich läuft mein Studium unter dieser Punkt bzw. auch unter "just for fun" bzw. "just for me".

Viele Grüße

Dominik
 
#5
Das Risiko habe ich natürlich etwas unterschätzt ;) ... ich kann natürlich auch in meinem alten Job versuchen, wieder mehr Fuss zu fassen, wollte aber eigentlich davon weg - erstens weil mir die Selbständigkeit eher nicht taugt (und Anstellungen sind echt rar gesäht), und zum anderen weil ich das Gefühl hatte, "da geht noch was". Vielleicht kann ich irgendwann aus beidem ein Paket schnüren, oder mit dem Besten von beiden Seiten noch mal ein Zwischending probieren.... mal sehen.
 
#6
Ok. Das mit der Selbständigkeit ist eh immer etwas "besonderes". Da gibt es sicher noch andere Spielregeln als bei einer regulären Anstellung.
Aber trotzdem glaube ich, dass ein Fernstudium nur dann gut machbar ist, wenn die Motivation nicht nur im Abhacken eines weiteren Kästchens in einer Checkliste dient. Wenn ich das ganze Ökonomiezeugs nicht irgendwie spannend gefunden hätte, wäre es mit meiner Motivation nicht soweit her gewesen.
 
#7
Natürlich finde ich das Studium spannend, eigentlich viel zu spannend, was gerade dazu führt, daß mir Arbeiten recht wurscht ist und ich versuche 4 Module zu "stemmen". Aber die Ungewissheit, ob sich diese Anstrengung mal auszahlen wird, ist leider alles andere als motivationsfördernd. Wobei ich finde, wer sich sowas antut, schafft auch (fast) jeden anderen Job.
 
#8
Vier Module sind echt heftig. Respekt. Ich denke das Studium zahlt sich immer in irgendeiner Form aus. Es gibt ja diejenigen, die immer sagen "Ich brauch nur 5 bis 10% im Beruf von dem was ich auf der Schule / im Studium gelernt habe!". Ich denke das kann schon sein, aber die restlichen 90% helfen mir dabei Dinge besser einzuordnen und zu beurteilen und haben vielleicht mehr Einfluss auf mein Denken und Handeln als mir wirklich bewusst ist. Und damit wirkt es sich auch zwangläufig auf meinen beruflichen Erfolg aus. Das ist zumindest meine Meinung und Erfahrung.