Vorbereitung auf Klausur

Q

q6852793

Hi

Ich habe da ein kleineres Problem, bei dem ich nicht wirklich weiter komme.
Bei Klausur "Grundzüge der BWL 1" vom 24.09.2002 hänge ich bei der Aufgabe 2 fest und finde nicht wirklich den richtigen Ansatz.

Kann mir irgentjemand helfen.
Rechentips oder Ergebnis wären von nöten

Dank schonmal im Voraus.

MfG

Ralph
 
U

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Bildung der gesetzlichen Rücklage

Hallo,

zur Bildung der gesetzlichen Rücklage kannst du den Paragraphen § 150 AktG benutzen.

Auszug aus dem Aktiengesetz:
AktG § 150 Gesetzliche Rücklage. Kapitalrücklage
(1) In der Bilanz des nach den §§ 242, 264 des Handelsgesetzbuchs aufzustellenden Jahresabschlusses ist eine gesetzliche Rücklage zu bilden.
(2) In diese ist der zwanzigste Teil des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses einzustellen, bis die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 des Handelsgesetzbuchs zusammen den zehnten oder den in der Satzung bestimmten höheren Teil des Grundkapitals erreichen.
(3) Übersteigen die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 des Handelsgesetzbuchs zusammen nicht den zehnten oder den in der Satzung bestimmten höheren Teil des Grundkapitals, so dürfen sie nur verwandt werden
1. zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags, soweit er nicht durch einen Gewinnvortrag aus dem Vorjahr gedeckt ist und nicht durch Auflösung anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann;
2. zum Ausgleich eines Verlustvortrags aus dem Vorjahr, soweit er nicht durch einen Jahresüberschuß gedeckt ist und nicht durch Auflösung anderer Gewinnrücklagen ausgeglichen werden kann.

=>
1. Die Gesetzliche Rücklage ist solange zu bilden, bis sie den zehnten Teil des Grundkapitals bildet (§ 150 Abs. 2 AktG)
2. Dazu wird der aktuelle Jahreüberschuß genommen, der Verlustvortrag abgezogen und davon dann der zwanzigste Teil gebildet.
3. Dieser Betrag wird zur (schon gebildeten) gesetzlichen Rücklage hinzuaddiert.
4. Ist die Summe des Betrags zusammen mit der schon gebildeten gesetzliche Rücklage größer als der zehnte Teil des Grundkapitals, so wird nur soviel hinzuaddiert, bis die gesetzliche Rücklage den zehnten Teil des Grundkapitals beträgt.

Jetzt zu den Beispielen:

Fall 1:
Gezeichnetes Kapital 1500 T Euro
Die gesetzliche Rücklage muss den zehnten Teil, also 10 Prozent betragen: 150 T Euro
Die aktuelle gesetzliche Rücklage beträgt 75 T Euro, ist also noch nicht ausreichend.
Die anderen Gewinnrücklagen kannst du außer Betracht lassen.
Der Verlustvortrag beträgt 0 Euro.
Der Jahresüberschuß 200 T Euro.

Der zwangzigste Teil des Jahresüberschusses entspricht 5 %.
200 T Euro * 5 % = 10 T Euro
Zuführung zur gesetzlichen Rücklage 10 T Euro => neue gesetzliche Rücklage entspricht 85 T Euro (75 T Euro + 10 T Euro)
Bilanzgewinn = (Jahresüberschuß - Verlustvortrag - Zuführung zur gesetzlichen Rücklage):2 = 190 T Euro : 2 = 95 T Euro (leider weiß ich hierfür keine Norm - nimm es erst mal als gegeben hin, ich werde noch mal nachschauen, wo eine finde)
Bilanzgewinn ohne Zuführung: (JÜ - Verlustvortrag)/2 = 100 T Euro
Fall 2:
Gezeichnetes Kapital 2250 T Euro
Gesetzliche Rücklage max.: 2250 * 10% = 225 T Euro
Tatsächliche gesetzliche Rücklage 75 T Euro
Verlustvortrag 40 T Euro
Jahresüberschuß 400 T Euro

Gesetzliche Rücklage bilden:
400 T Euro JÜ - 40 T Euro Verlustvortrag = 360 T Euro
davon 5 %: 18 T Euro
Zuführung zur gesetzlichen Rücklage 18 T Euro => neue gesetzliche Rücklage entspricht 18 + 75 = 93 T Euro
Bilanzgewinn mit Zuführung: (400 - 40 - 18):2 = 342 T Euro : 2 = 171 T Euro
Bilanzgewinn ohne Zuführung: (400 - 40):2 = 360 T Euro : 2 = 180 T Euro

Fall 3:
Gezeichnetes Kapital: 1500 T Euro
max. gesetzliche Rücklage: 150 T Euro = 1500 T Euro * 10 %
tats. gesetzliche Rücklage: 140 T Euro
Verlustvortrag 50 T Euro
Jahresüberschuß 450 T Euro
Zuführung zur gesetzlichen Rücklage: 450 T Euro - 50 T Euro = 400 T Euro, davon 5 % = 20 T Euro,
aber 140 T Euro + 20 T Euro > 150 T Euro (max. gesetzliche Rücklage), also werden nur 10 T Euro in die gesetzliche Rücklage gesteckt
Bilanzgewinn mit Zuführung: (450 T Euro - 50 T Euro - 10 T Euro):2 = 390 T Euro : 2 = 195 T Euro
Bilanzgewinn ohne Zuführung: (450 T Euro - 50 T Euro) = 400 T Euro : 2 = 200 T Euro

Das heißt für die Buchungssätze:

240 10 18 10
250 95 171 195
260 100 180 200
 
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q6852793

Hi
Danke für die schnelle Hilfe.
Jetzt ist mir so einiges klar geworden.

MfG
Ralph :D
 
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Nachtrag zur Berechnung

Hallo,

der Artikel zur Berechnung des Bilanzgewinns steht in § 58 AktG.:

AktG § 58 Verwendung des Jahresüberschusses
(1) Die Satzung kann nur für den Fall, daß die Hauptversammlung den Jahresabschluß feststellt, bestimmen, daß Beträge aus dem Jahresüberschuß in andere Gewinnrücklagen einzustellen sind. Auf Grund einer solchen Satzungsbestimmung kann höchstens die Hälfte des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen eingestellt werden. Dabei sind Beträge, die in die gesetzliche Rücklage einzustellen sind, und ein Verlustvortrag vorab vom Jahresüberschuß abzuziehen.

Die Hälfte des Jahresüberschuß abzüglich Verlustvortrag und gesetzliche Rücklage kann also in andere Rücklagen gestellt werden - der Rest ist dann der Bilanzgewinn.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Seliger
 
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