Vorbereitung zum Mathestudium B.Sc

B

Baudolino

Vorbereitung zum Mathestudium B.Sc.

Hallo Allerseits,

ich bin gerade im Begriff mich auf den Bachelorstudiengang Mathematik mit Informatik ab nächstes Jahr vorzubereiten. Ich weiß auch, dass man dafür diverse Vorkurse (auch an der Fernuni Hagen) besuchen kann.
Mich interessiert aber im Moment vor allem, welche Lehrbücher man als Vorbereitung zum Mathematikstudium verwenden kann. Das Problem ist, die meisten Bücher in meiner (auch umfangreichen) Buchhandlung sind für Studenten anderer Fachrichtung oder für die FH gedacht. Kann man diese auch verwenden? Könnt ihr mir ein paar Buchtipps geben, indem man theoretisch gut auf das Studium vorbereitet wird und in welchen auch gute praktische Übungsaufgaben vorkommen.

Ich würde mich sehr auf eure Tipps freuen. :rolleyes:
 
Hallo Baudolino,

ich studiere zwar WiWi, habe aber (zwar noch als Schülerin vor 2 Jahren) auch schon ein Semester Mathematik studiert (an der TU Kaiserslautern), kann dir also vielleicht wenigstens ein bißchen weiterhelfen. Ich weiß leider nicht, auf welchem Mathematik-Level du im Moment stehst. Also der Abiturstoff sollte (auf LK-Niveau) einigermaßen gut sitzen. Ich habe mich damals v.a. mit "Mathematik für Ingeniere" (Lothar Papula) und "Mathematik für Physiker" vorbereitet, da in diesen Büchern sehr viele praktische Übungsaufgaben enthalten waren und ich mir so in kurzer Zeit sowohl Abiturwissen, als auch vieles darüber hinausgehende (Funktionen mehrerer Variabler, Matrizenrechnung, ...) aneignen konnte. Für das eigentlich Mathematik-Studium war es allerdings nicht übermäßig hilfreich, sondern lediglich die Grundlage. Praktische Übungsaufgaben (im Sinne von: Lösung der Aufgabe xy - wie es bei naturwissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen gefordert wird) kommen beim reinen Mathematik-Studium (zumindest war es bei mir damals so - vielleicht ist es an der FU anders) wenig vor. Dafür werden Beweise und Herleitungen verlangt, die einen hohen Anspruch an abstarktes theoretisches Denken stellen und wirkliches Verständnis der Materie voraussetzen (Ist aber ein wirklich schönes Glücksgefühl, wenn man den Beweis dann mal gefunden hat ;)
Bücher, die ich dir empfehlen kann (ich weiß natürlich nicht, was du belegt hast), sind "Lehrbuch der Analysis" von Heuser und für Lineare Algebra den Beutelspacher . Ich fand beide sehr gut für den Einstieg, du wirst beim Lesen der Rezensionen allerdings schnell feststellen, dass es (wie immer) geteilte Meinungen gibt. Letztendlich habe ich im Studium aber mit mehreren Büchern gearbeitet, weil man in nahezu jedem Buch andere Schwerpunkte und Darstellungen findet und es sehr hift, sich verschiedene Darstellungen durchzulesen, wenn man mal auf dem Schlauch steht.
Wenn es bei dir in der Nähe eine (Uni-)Bibliothek gibt, würde ich dir zu guter Letzt raten dich da mal durch die Mathematik-Abteilung zu lesen, weil der Kauf aller guten Bücher auf Dauer doch ganz schön ins Geld gehen kann. :)
So, genug getextet ... ;)

Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Freude und Erfolg beim Studium. Wann willst du denn antreten?

LG, Nadja
 
Zitat von mondschein:
... Also der Abiturstoff sollte (auf LK-Niveau) einigermaßen gut sitzen.
Falls dem nicht so sein sollte: ist gar nicht schlimm. Als ich angefangen habe, war mein MatheLK so lang vorbei und ich konnte mich an gar nichts mehr erinnern. Sehr erstaunlich was man so alles vergessen kann. Die Skripte fangen jedoch bei Null an und wenn man + - * / kann, kann man es gut schaffen.

... Für das eigentlich Mathematik-Studium war es allerdings nicht übermäßig hilfreich, sondern lediglich die Grundlage. Praktische Übungsaufgaben (im Sinne von: Lösung der Aufgabe xy - wie es bei naturwissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen gefordert wird) kommen beim reinen Mathematik-Studium (zumindest war es bei mir damals so - vielleicht ist es an der FU anders) wenig vor. Dafür werden Beweise und Herleitungen verlangt, die einen hohen Anspruch an abstarktes theoretisches Denken stellen und wirkliches Verständnis der Materie voraussetzen
Das ist an der FU auch so, von daher würde ich Ingenieurs oder Wiwi-Bücher für nicht besonders sinnvoll halten.

... Wenn es bei dir in der Nähe eine (Uni-)Bibliothek gibt, würde ich dir zu guter Letzt raten dich da mal durch die Mathematik-Abteilung zu lesen, weil der Kauf aller guten Bücher auf Dauer doch ganz schön ins Geld gehen kann. :)
Was gibt es schöneres als ein paar Stunden vorm Bücherregal...:rolleyes:

Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Freude und Erfolg beim Studium. dito
LG doppelpi
 
B

Baudolino

Hallo Allerseits,

vielen Dank für eure Hinweise. Habe mich mal bei mir hier in Leipzig in der Uni-Bibo umgeschaut. Die haben eigentlich alles gefunden, was man so an Standartliteratur für das Studium braucht (Heuser, Forster etc.). Und das noch zum Teil in den neuesten Auflagen - eine Seltenheit in der hiesigen Uni-Bibo :)

Könntet ihr mir ein paar Übungsskripte der FernUni Hagen zukommen lassen - z.B. Analysis I, Algebra I. Wäre toll :)

Ich möchte nächstes Jahr im WS 2007 mein Studium beginnen. Dazu noch eine Frage: Ist es an der FernUni Hagen möglich, mit einer Grundfähigkeit an abstraktem Denken, fleißigem Lernen und fleißigem Hausaufgabenlösen, die Klausuren oder das Studium zu bestehen. Habe mich nämlich mal auf den Websites anderer Unis umgeschaut - Durchfallraten von bis zu 70% in diversen Klausuren! :-| Sieben diese Profs so radikal aus oder gehen die Komillitonen alle zu oft in die Discos bzw. auf Parties.

Vielen Dank schon mal im Voraus.
Gruß, Maik :)
 
Zitat von Baudolino:
Habe mich nämlich mal auf den Websites anderer Unis umgeschaut - Durchfallraten von bis zu 70% in diversen Klausuren! :-| Sieben diese Profs so radikal aus oder gehen die Komillitonen alle zu oft in die Discos bzw. auf Parties.
Es liegt wohl eher daran, dass gerade in Mathe in den ersten beiden Semestern massiv gesiebt wird - hat selbst ein Prof an der Uni DU mal zugegeben. Wird wohl an anderen Unis nicht anders sein.

Als Begründung führte er an, dass es für den Studi doch besser sei, möglichst bald zu merken, wenn das Fach nix für ihn ist und dann vielleicht ein Jahr verloren zu haben, als erst 10 Semester oder mehr rumstudieren, und dann resigniert aufgeben.
 
Zitat von Baudolino:
Ich möchte nächstes Jahr im WS 2007 mein Studium beginnen. Dazu noch eine Frage: Ist es an der FernUni Hagen möglich, mit einer Grundfähigkeit an abstraktem Denken, fleißigem Lernen und fleißigem Hausaufgabenlösen, die Klausuren oder das Studium zu bestehen. Habe mich nämlich mal auf den Websites anderer Unis umgeschaut - Durchfallraten von bis zu 70% in diversen Klausuren! :-| Sieben diese Profs so radikal aus oder gehen die Komillitonen alle zu oft in die Discos bzw. auf Parties.
Also ich bin der Meinung, dass so ziemlich jeder Mathematik lernen könnte, der nicht gerade auf den Kopf gefallen ist. Während des ganzen Mathematikstudiums wirst Du viele verschiedene Definitionen, Sätze, Korollare etc. vorgesetzt bekommen, die dann die Basis für das Lösen der Aufgaben sind. Die einzige Schwierigkeit liegt höchstens darin, möglichst viel davon im Kopf zu behalten und an der richtigen Stelle zu sehen, dass man es dort anwenden kann.

Was Du in der Schule gemacht hast, wird mehr oder weniger als Basiswissen vorausgesetzt. An der Uni wird Dir vieles davon noch einmal begegnen, aber oft aus einer etwas anderen Perspektive. Ob Du nun in der Schule in Mathe gut warst oder nicht -- das hat nicht wirklich viel zu sagen und kann an der Uni auch vollkommen anders sein. (Mir ist auch schon mal ein Prof begegnet, der zur Aufmunterung der Studenten seine alten Schulzeugnisse herumgezeigt hat -- und die Mathenoten waren auch nicht besonders ;))

Wenn Du Dir wirklich die Zeit dafür nimmst, dann wird das Studium nicht schwer werden. (Ist zumindest meine Erfahrung. Your mileage may vary. ;))
 
Zitat von uimp:
Also ich bin der Meinung, dass so ziemlich jeder Mathematik lernen könnte, der nicht gerade auf den Kopf gefallen ist. ... Die einzige Schwierigkeit liegt höchstens darin, möglichst viel davon im Kopf zu behalten und an der richtigen Stelle zu sehen, dass man es dort anwenden kann.
Sehe ich genauso! Denke mal, dass denen die durchfallen und aussteigen, dass abstrake Denken nicht genug Spass macht und sie darum nicht genug Zeit darein investieren. Können könnte das jedeR.

Übrigens sind an der FU die Durchfallquoten nicht so hoch. Z.B. in meiner Linearen Algebra I Klausur ca. 25%. Das hat denke ich damit zu tun, dass schon vor der Klausur kräftig gesiebt wird. Nur wenige die anfangen, wollen dann tatsächlich noch schreiben.

Ob Du nun in der Schule in Mathe gut warst oder nicht -- das hat nicht wirklich viel zu sagen und kann an der Uni auch vollkommen anders sein. (Mir ist auch schon mal ein Prof begegnet, der zur Aufmunterung der Studenten seine alten Schulzeugnisse herumgezeigt hat -- und die Mathenoten waren auch nicht besonders ;))
Das meinte auch ein FU-Prof. Keine Korrelation zwischen Matheschulnote und Unileistung :).

Wenn Du Dir wirklich die Zeit dafür nimmst, dann wird das Studium nicht schwer werden. (Ist zumindest meine Erfahrung. Your mileage may vary. ;))
Auch hier stimme ich voll zu. (Gibt natürliche gerade in Mathe immer Überflieger, die das unglaublich schnell können.) Meine bescheidene mileage sieht z.B. so aus, dass ein 4+2 GS Kurs mit Übungsaufgaben mich ca. 100 h im Semester und noch 60 h für die Prüfungen beschäftigt.:rolleyes: Zeit sollte man sich also nehmen...
 
B

Baudolino

Hallo Allerseits,

danke, danke für eure Hinweise. Habe mir in den letzten Tage viele Gedanken gemacht und mich entschlossen, das Studium Mathematik B.Sc. mit Informatik aufzunehmen. Da ich noch in einer anderen Ausbildung bin, werde ich im WS 2007 anfangen (soll wohl besser sein als SS 2007).

Eine letzte Frage noch: Bringt es was, den Mathematik-Vorbereitungskurs für das Studium zu besuchen?

Danke,
Gruß, Maik.
 
Hallo Baudolino,

mach Dich da mal nicht verrückt. Wann hast Du denn Deine HZB (Abi?) gemacht?
Ich studiere Mathe auf Bachelor. Die Kurse sind sehr gut gehalten. Sie fangen praktisch bei 0 an. Das soll jetzt aber auch nicht heissen, dass sie leicht sind. Es geht recht schnell voran und man muss am Anfang schon gut üben, dass man die Beweistechniken aus dem ff kann, weil man sie sehr oft braucht.
Für mich war es vor allem bei den ersten KEs ein bischen frustirenend, weil ich Sätze, die ich vorher als selbstverständlich ansah, beweisen musste. Eine Komilitonin hat es auf den Punkt gebracht und meinte ich soll einfach abwarten, bis wir aus dem "Urschleim der Mathematik" draussen sind :eek:)
Wenn Du was machen willst, dann würde ich was wählen, in dem Aussagenlogik und Beweistechniken behandelt werden (Induktion, Wiederspruch, Kontraposition, direkter Beweis).
Ich habe "Mathematik für Einsteiger" vom Spektrum-Verlag benutzt. Fand ich nicht schlecht, gibt aber wahrscheinlich auch bessere.
Du kannst aber auch schonmal in den Beutelspacher reinschauen. Das ist ein sehr gut verständliches Buch für Lineare Algebra und liesst sich absolut schön. Ich glaub man kann damit auch anfangen und es wird auch von Mathestudenten benutzt. Obwohl böse Zungen benaupten, dass er ja kein Mathematiker-würdiges Buch sein kann, wenn er so gut verständlich ist :rolleyes:.

Du kannst ja auch mal jemanden fragen, ob Du mal einen Blick in die LinA-Unterlagen der FUH reinschauen kannst. Melde Dich, falls Du Interesse hast, evtl. reicht Dir das schon. Kommt auf Deinen Kenntnisstand an, aber ich schätz schon mal und zumindest weisst Du, was Du können solltest. Ich glaube es sind die ersten beiden Kurseinheiten, die besonders gut sitzen sollten, weil sie die Grundlagen ausmachen.

Gruß & viel Spass
Jürgen




Zitat von Baudolino:
Hallo Allerseits,

ich bin gerade im Begriff mich auf den Bachelorstudiengang Mathematik mit Informatik ab nächstes Jahr vorzubereiten. Ich weiß auch, dass man dafür diverse Vorkurse (auch an der Fernuni Hagen) besuchen kann.
Mich interessiert aber im Moment vor allem, welche Lehrbücher man als Vorbereitung zum Mathematikstudium verwenden kann. Das Problem ist, die meisten Bücher in meiner (auch umfangreichen) Buchhandlung sind für Studenten anderer Fachrichtung oder für die FH gedacht. Kann man diese auch verwenden? Könnt ihr mir ein paar Buchtipps geben, indem man theoretisch gut auf das Studium vorbereitet wird und in welchen auch gute praktische Übungsaufgaben vorkommen.

Ich würde mich sehr auf eure Tipps freuen. :rolleyes:
 
Zitat von doppelpi:
Leute, ich glaube man braucht noch nicht mal einen Mathe-LK gemacht zu haben. Ich habe kein Abi und habe meine HZB über ein Erststudium an einer FH bekommen, sicher hatte ich da ordentlich Mathe, aber für ein Mathestudium ist m.E. ein Mathe-LK keine Voraussetzung. Meine letzten Mathe-Kuse aus meinem Erststudium waren nämlich schon so 7 Jahre her, als ich mit dem Mathe-Studium an der FUH angefangen habe.
Man sollte bestimmte Dinge halt sehr gut können. Beweistechniken z.B. geübt haben, Aussagenlogik und Quantoren, den Rest kann man im Studium lernen. Man braucht dann halt vielleicht ein bischen mehr Übungszeit, als jemand, der Mathe-LK hatte und bestimmte Dinge schon vorher kannte.

Gruß
Jürgen
 
Praktische Übungsaufgaben (im Sinne von: Lösung der Aufgabe xy - wie es bei naturwissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen gefordert wird) kommen beim reinen Mathematik-Studium (zumindest war es bei mir damals so - vielleicht ist es an der FU anders) wenig vor. Dafür werden Beweise und Herleitungen verlangt, die einen hohen Anspruch an abstarktes theoretisches Denken stellen und wirkliches Verständnis der Materie voraussetzen

Das war bei mir auch so, und mir haben vor allem die Videokurse von Math Intuition für lineare Algebra und Analysis extrem geholfen, gerade was die Beweise anging. Hier die Links:
Lineare Algebra:
Lineare Algebra 1 Intuition | Math Intuition

Analysis:
Analysis 1 Intuition | Math Intuition

Ich finde die schaffen es, mathematische Beweisführung strategisch herunterzubrechen und machen das Lernen um einiges leichter! Die Klausur hat dank den Videos dann auch recht gut funktioniert.
 
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