Wirtschaftsjuristen vs Volljuristen Artikel

#1
Habe hier einen interessanten Artikel gefunden:

Wirtschaftsjuristen vs. Volljuristen

Konkurrenz oder Kooperation?
von:
Melanie Haack
15.10.2010​
Der Wirtschaftsjurist ist für viele klassische Volljuristen ein rätselhaftes Wesen. Was kann er? Wo ist er einsetzbar? Ist er eine ernst zu nehmende Konkurrenz oder kann er gar eine sinnvolle Ergänzung zum Berufsbild des Volljuristen sein? Melanie Haack über Ausbildung und Perspektiven eines Wirtschaftsjuristen.

"Ich könnte ein viel besserer Anwalt sein, als jeder 'Einfachjurist'" - so die wortneuschöpfende Aussage eines Wirtschaftsjuristen bei "Jungle out there", einem Blog für nichtanwaltliche Kanzleimitarbeiter, zu der Frage, ob Wirtschaftsjuristen echte Konkurrenten für Volljuristen sein können. Es wird heftig diskutiert, gestritten, verglichen. Wer weiß mehr, wer kann mehr, wer hat die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Belastbare Zahlen gibt es kaum und so beäugen sich Volljuristen und Wirtschaftsjuristen gegenseitig mit kritischer Vorsicht.
"Dipl. - Wi.Jur. (FH)", so oder ähnlich lautet der Titel, den ein Student der Fachhochschule seit 1993 am Ende seines rechts- und wirtschaftswissenschaftlich kombinierten Studiums erwirbt. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde der Diplomstudiengang sukzessive durch den Bachelor und Master ersetzt. Seit 2005 kann an der Universität in einer Regelstudienzeit von acht Semestern nebst Praxis- und Diplomarbeitssemester der Bachelor of Laws (LL.B.), der Bachelor of Business Law (BBL) oder der Bachelor of Science (B.Sc.) erworben werden; alles Abschlüsse, an die der Absolvent bei Interesse weitere ca. zwei Jahre für den Master of Laws (LL.M.), den Master of Business Law (MBL) oder den Master of Science (M.Sc.) anschließen kann.
Zwischen den Welten

Wirtschaftsjuristen leben fachlich zwischen den Welten. Sie haben kein komplettes Jurastudium mit erstem Staatsexamen, Referendariat und zweitem Staatsexamen, aber auch kein klassisches volks- oder betriebswirtschaftliches Studium. Der Wirtschaftsjurist hat Wirtschaftsrecht studiert, einen interdisziplinären Studiengang, zu dessen Kanon je nach Angebot der Fachhochschule oder Universität eine Vielzahl rechts- und wirtschaftswissenschaftlicher Fächer gehören.
Laut der wirtschaftsjuristischen Hochschulvereinigung WHV muss mindestens die Hälfte aller belegten Kurse mit juristischen Themen abgedeckt werden, die restliche Zeit wird mit einem Viertel wirtschaftswissenschaftlichen Fächern ausgefüllt, weitere 25% sind für den Erwerb von Zusatzqualifikationen reserviert, wie z.B. Fremdsprachen oder Präsentationstechniken.
So beschäftigt sich der Wirtschaftsjurist im Laufe seines Studiums mit juristischen Kernthemen wie dem Schuldrecht, aber auch mit Speziellerem wie Kartellrecht, Gesellschafts- oder Immaterialgüterrecht. Darüber hinaus erlernt er die Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre; betriebswirtschaftliche Teilbereiche, wie Personalwesen, Controlling oder Marketing runden das Bild ab. Wirtschaft und Jura werden mit sogenannten "Soft Skills", wie Verhandlungsführung, Mediation oder Fremdsprachen aufgefüllt. Weiter gibt es dann Vertiefungsrichtungen an typischen wirtschaftsrechtlichen Schnittstellen wie Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung oder Insolvenzrecht und Sanierungsmanagement.
Ein Mix, der einerseits eine auf wirtschaftliche Belange ausgerichtete juristische Ausbildung bietet, in der jedoch Grundlagenfächer wie Methodenlehre oder Rechtsgeschichte meist fehlen; auch vertiefte Kenntnisse des Prozessrechts werden nicht verlangt. Andererseits besitzt der Wirtschaftsjurist fundiertes Wissen in den Wirtschaftswissenschaften und vor allem an den Schnittstellen zum Recht, wie etwa bei Arbeitsrecht und Personalmanagement.
Klassische Berufe bleiben dem Wirtschaftsjuristen verschlossen

Ein Wirtschaftsjurist ist, je nach Schwerpunkt im Studium, fähig, sämtliche Arbeitsbereiche der Wirtschaft zu bedienen. Klassische juristische Berufe wie Anwalt oder Richter bleiben ihm jedoch verschlossen. So gesehen ist die Ausbildung zum Wirtschaftsjuristen kein Gegenprogramm zum Volljuristen, da ihm die Befähigung zum Richteramt fehlt. Die herkömmlichen, geregelten Juristenberufe (Justiz, Verwaltung, Anwaltschaft) bleiben für den Volljuristen reserviert.
Die Überschneidung - und damit auch der Streit um die guten Positionen - entsteht an der Schnittstelle, wo sowohl der Wirtschaftsjurist als auch der Volljurist -mit betriebswirtschaftlicher Zusatzqualifikation - einsetzbar wäre, wie etwa in den großen Wirtschaftskanzleien und Unternehmensberatungen oder in der Insolvenzabwicklung.
In den Medien und diversen Foren gibt es daher einen heftigen Schlagabtausch darüber, ob der Wirtschaftsjurist denn nun "besser"“ sei als der Volljurist oder umgekehrt. "Natürlich wird viel gelästert", so Alexander Vogelsang, der noch den ursprünglichen Titel des Diplom-Wirtschaftsjuristen führt. Er sieht seine eigene Ausbildung kritisch und betrachtet sich als "den Volljuristen weit unterlegen", was die juristische Qualifikation angeht. "Niemand stellt einen Wirtschaftsjuristen ein, wenn er einen Volljuristen bekommen kann", so seine Meinung. Die eigenen Erfahrungen auf dem Bewerbermarkt haben ihn darin bestärkt.
Aber es gibt auch die anderen Stimmen, wie die von Frau Professor Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Gewerblichen Rechtsschutz, Urheberrecht und Zivilprozessrecht an der Fernuniversität Hagen sowie Bologna-Beauftragte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in einem Interview mit StudJUR. Sie ist der Ansicht, dass Banken, Versicherungen und mittelständische Unternehmen lieber einen deutlich jüngeren Bachelor mit gutem Abschluss einstellen würden als einen Volljuristen mit zwei schwachen Examina. Wer Recht hat, kann nicht belegt werden.
Große Abstriche im Gehalt

Aber Personalleiter sind längst auf den Wirtschaftsjuristen aufmerksam geworden. Mit Top-Noten gibt es für ihn, der in der Regel den Abschluss viel früher in der Tasche hat als ein Volljurist, den Einstieg in das große Geschäft zum Beispiel der Firmenübernahmen, bei denen betriebswirtschaftliche Kenntnisse zentral sind. Namhafte Kanzleien wie Clifford Chance, Gleiss Lutz, White and Case, aber auch viele kleinere Insolvenzverwalter beschäftigen inzwischen mit großem Erfolg neben ihrem Anwaltsstab auch Wirtschaftsjuristen, die dann als "Transaction Lawyer", "Knowledge Manager" oder "Sachbearbeiter in der Insolvenzabwicklung" eingesetzt werden.
Allerdings muss der Wirtschaftsjurist beim Einstiegsgehalt im Vergleich zum top ausgebildeten Volljuristen Abstriche machen, wasunter anderem dem jüngeren Alter beim Einstieg geschuldet ist. Dennoch: Es gibt Kanzleien wie Lovells, die Diplom - Wirtschaftsjuristen mit sehr guten Noten gleich zu Beginn 50.000 Euro brutto pro Jahr anbieten. Auch besteht die Möglichkeit, dass man dem Diplom-Wirtschaftsjuristen variable Gehaltsanteile zusagt, die das Gehalt später weiter steigern können. Zudem stehen ihm Fortbildungen offen, die die Kanzleien ihren Anwälten und den Diplom-Wirtschaftsjuristen gleichermaßen anbieten.
Eine Partnerschaft in der jeweiligen Kanzlei ist aber nicht möglich, dafür wird der Volljurist verlangt. Insgesamt kann ein ehrgeiziger Wirtschaftsjurist sich aber mit 40.000 bis 50.000 brutto pro Jahr eine Gehaltsstufe erarbeiten, die mit derjenigen vieler Volljuristen außerhalb der Großkanzleien durchaus konkurrieren kann.
Die juristische Ausbildung des Wirtschaftsjuristen geht wegen der breiten fachlichen Varianz naturgemäß nicht so in die Tiefe, wie es beim Volljuristen die Regel ist, dafür ist er bei Abschluss des Studiums von vorneherein wirtschaftlich vorgebildet und muss nicht erst noch eine wirtschaftswissenschaftliche Zusatzqualifikation erwerben, was die ohnehin schon quälend lange Ausbildung für den Volljuristen meist noch verlängert.
Ob nun der Wirtschaftsjurist oder der Volljurist erstrebenswerter und damit "besser" ist, darüber kann keine eindeutige Aussage gemacht werden. Beide Ausbildungswege bergen Risiken und Chancen, beide haben ihre Existenzberechtigung. Letztlich wird eine Entscheidung wohl davon abhängen, ob man sich die grundsätzliche Möglichkeit erarbeiten will, in die Justiz oder den höheren Verwaltungsdienst zu gelangen oder ob man lieber zügig, aber nicht oberflächlich an eine Position in der freien Wirtschaft kommen will. Mit Fleiß, Einsatz und Leidenschaft ist eine erfolgreiche Karriere bei beiden möglich.


Link: Wirtschaftsjuristen vs. Volljuristen: Konkurrenz oder Kooperation? - Das Rechtsmagazin nicht nur für Juristen | Legal Tribune ONLINE

Was will uns der Artikel damit vorallem sagen ? Zusammen und nicht gegeneinander Arbeiten, scheint das Stichwort zu sein. Was ich aber wirklich über die Zeit mitbekommen habe, als ich mich über den Bachelor of Law informiert habe ist die Tatsache, dass die Volljuristen uns irgendwie nicht mögen! Teilweise kommen schon sehr oft provokante und hochnässige Aussagen.

Im übrigen habe ich vorhin auch irgendwo gelesen, dass ein Volljurist Klage eingereicht hat gegen das führen des Wortes "Wirtschaftsjurist". Es soll irreführend sein und den Eindruck eine Volljuristentitels vermitteln. Leider finde ich das Forum nicht mehr, wo ich es gelesen habe. Ich bin gespannt wie das Theater so weiter geht....

Gruß Daniel

Gruß Daniel
 
J
#2
Finde den Artikel interessant. Ja, miteinander u. nicht gegeneinander. Bei AG beschäftigte Wirtschaftsjuristen u. Volljuristen können sich prima ergänzen.

Soll der Volljurist doch klagen. Dann nennen wir uns eben LLB oder LLM. Andererseits ist es wohl schwierig i. d. Umgangsssprache benutzte Worte u. deren Sinngehalt immer exakt juristisch wiederzugeben.

Die Diskusion wird mich oft noch zum Schmunzeln bringen. Unabhängig davon haben Leute mit beiden Ausbildungen gute Aufstiegschancen, wenn sie es wollen.

Der Altklassiker, nenne es mal so, Volljurist und BWL-Studium hat was für sich. LLB/LLM u. BWL-Studium ergänzt noch um Verwaltungskenntnisse im ÖD dürften auch einen hohen Stellenwert besitzen. Potentielle Arbeitsbereiche wären die Verwaltung in Unternehmen, Verbänden, ÖD, desweiteren Steuer- u. Wirtschaftsprüfung sowie Insolvenzrecht.

Gruß
Jemsor
 
#3
Aber umgangssprachlich sowie bei Wikipedia zu entnehmen, wird der Name des Wirtschaftsjuristen öffentlich ja genutzt. Ich weiß, dass in bekannten Jura Foren schon darüber gestritten wird, ob die Bezeichnung des Wirtschaftsjuristen nicht irreführend ist. Also was in der ganzen Diskussion einfach immer mehr zum Vorschein kommt ist die Tatsache, dass die Juristen sich gegen alles wären, was ihren Berufstand beeinträchtigen könnte. Und da gehören eben auch Kleinigkeiten dazu. Die Diskussionen darüber gehen nämlich nicht von LLB´s aus sondern meist von Juristen. Und irgendwie nervt es auch.

Und vorallem völlig unbegründet wie ich finde. Wenn wir gerne Anwalt geworden wären, hätten wir Jura studiert :)) So einfach ist das. Da hat anscheinend ein ganzer Berufsstand erheblichen Respekt, sonst würde man nicht laut brüllen!

Gruß Daniel
 
J
#4
Also nerven können mich die Voljuristen sicherlich nicht mit der von ihnen wie Du geschrieben hast begonnenen Diskusion. Juristen mit dem 2. Stex besitzen die Befähigung zum Richteramt u. dürfen sich wenn ich mich nicht irre auch Assessor nennen. Anders eben auch die Volljuristen.

Sollen sie schreiben u.auch Klage erheben. Was soll sich da für Bologna-Juristen ändern? Evtl. dürfen wir nicht mehr als Wirtschaftsjuristen benannt werden. Und? Es ändert sich nicht's aber auch gar nicht's an unserer Qualifikation. Evtl. spielen hier auch finanzielle Gedanken bei der Gegenseite mit. Dies ist aber eine Vermutung meinerseits.

Denke rund 150.000 Volljuristen müssen sich den Kuchen -Rechtsberatung- teilen. Geringer Prozentsatz ist im ÖD oder intern. Kanzleien beschäftigt. Viele von denen sind Wohnzimmeranwälte. Wie hoch hier das Einkommen ist, kann jeder z. B. im Netz herausfinden. Viele haben kaum WiWi-Kenntnisse. Da sieht es dort nach meiner Einschätzung ziemlich bitter aus.

Gruß
Jemsor
 
#5
Aber es gibt auch die anderen Stimmen, wie die von Frau Professor Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Gewerblichen Rechtsschutz, Urheberrecht und Zivilprozessrecht an der Fernuniversität Hagen sowie Bologna-Beauftragte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in einem Interview mit StudJUR. Sie ist der Ansicht, dass Banken, Versicherungen und mittelständische Unternehmen lieber einen deutlich jüngeren Bachelor mit gutem Abschluss einstellen würden als einen Volljuristen mit zwei schwachen Examina. Wer Recht hat, kann nicht belegt werden.
Okay, dann hab ich schon verschissen. Deutlich jünger!!!!!!!!!!!
 
#6
Habe ja auch mit dem Gedanken gespielt, LL.B/LL.M zu machen. Davon abgebracht hat mich dann die Aussage des Leiters einer obersten Landesbehörde: "Mit LLB/LLM wirst du hier nichts. Studier 'richtiges Jura' oder lass es bleiben"
 
#7
"Dipl. - Wi.Jur. (FH)", so oder ähnlich lautet der Titel, den ein Student der Fachhochschule...l
Liebe Leute, lasst euch nicht kleiner machen als ihr seid. Ihr studiert an einer rechtswissenschaftlichen Fakultät einer staatlichen Universität ein rechtswissenschaftliches Studium! Das man die Abschlüsse LL.B./LL.M. heute leider für alles Mögliche verliehen bekommt, sollte uns nicht davon abhalten auf die juristische Qualität unserer Ausbildung zu verweisen. Ich glaube nicht, dass ein durchschnittlicher Jurist mit ersten Staatsexamen einen großen juristischen Wissensvorsprung gegenüber dem Hagener LL.M. besitzt. Die besondere Leistung des klassischen Jurastudenten besteht in der Überwindung der Hürde Staatsexamen und nicht in einem Mehr an juristischen Wissen.
 
#8
Ja, da gebe ich dir vollkommen Recht. Ich habe gerade mein Kind zur Kita gebracht und meinen Cousin getroffen. Er wollte mit dem Fahrrad in die Kanzlei. Er war ja schon immer ein Typ der gerne spart, dagegen ist auch nichts einzuwenden. Als ich ihn fragte, wieso er denn bei diesem "schönen" kalten minus Graden mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, sagte er: " Es hält Fit und spart Geld das ich nicht habe". Wir haben uns eben nochmal ausführlich über die Thematik unterhalten.

Die Gründe wieso Juristen diese Diskussion entfachen ist seiner Meinung nach einfach die Angst, dass in dem schon ohne hin schwierigen und überladenen Berufsstand sich noch mehr reindrängeln. Er ist wahrscheinlich der einzige Jurist der offen (zumindestens zu mir) sagt, dass sich zukünftig etwas ändern wird. Er meint wären wir nicht in der EU, würde alles so bleiben wie bisher. Nur einige Regeln gibt nun mal die Europäische Union vor. Wie gesagt er ist jetzt seit einem dreiviertel Jahr Volljurist. Er sagte im Moment macht es absolut keinen Spass. Er hat keine Klienten, hat viele offene Posten und Rechungen, laufende Kosten die gedeckt werden müssen und viele die nicht zahlen. Er meinte es ist schon zum Volkssport geworden, dass der er seinen Klienten sagt, dass das Honorar sich zwischen 200 - 600 Euro bewegen wird und die Leute selbstverständlich einwilligen und zum Ende hin ein großes Fass aufmachen "Sie hatten doch gesagt 200 Euro". Er meinte: "Die Leute Hören nur das was Sie Hören wollen". Weiterhin beschwert hat er sich darüber, dass die Arbeit erstmal gemacht wird und man sich gerade wenn es ums Strafrecht geht, darauf vorbereiten kann das man im nachhinein noch einen Prozess gegen seinen eigenen Klienten führen muss, weil dieser nicht zahlt.

Zum ersten mal gab er auch offen zu, dass vielleicht der Wirtschaftsjurist auch wenn hier nicht von einem Volljuristen gesprochen wird, auf dem Markt bessere Chancen hat unter zu kommen. Auch lies er verlauten, dass er mit seinem rechtlichen Rat haftet. Wie oft hat er Unterlagen auf seine Stappel gepackt, sie irgendwann ausgegraben und die Frist ist schon seit einer Woche abgelaufen. Das wissen die Klienten aber auch, nicht alle sind doof.

Also Probleme haben wir alle. Jeder sollte sich auf sich konzentrieren und denn wird das schon irgendwie laufen. Im übrigen noch eine Frage die mir sehr zu schaffen macht. Man Cousin hatte ganz am Anfang seinens Studiums VWL studiert. Ist aber überhaupt nicht klar gekommen mit Mathe. So dass er zu Jura gewechselt ist. Er sagte, Daniel wenn du jetzt schon weißt, dass Mathe ran kommt und du es hasst, suche dir gleich was anderes sonst ist das verschenkte Zeit.

Nun weiß ich ja, dass im Bachelor of Law Rechnungswesen dran kommt. Das werde ich unweigerlich verk..... wie man so schön sagt. Gibt es eine Möglichkeit das irgendwie auszugleichen ? Und bitte dran denken, ich habe kein Abitur ich gehe als beruflich qualifizierter ins Rennen.

Gruß Daniel
 
#9
hi daniel,
nur mal kurz zu deinem matheproblem: du bist hier absolut nicht der einzige damit!! ich meine auch, wenn ich mich richtig informiert hab, dass finanzierungs- und entscheidungstheoretische grundlagen (früher bwl 2) das mathelastigste ist, kosten-leistungs-rechnung meine ich. da muss man durch, oder durchfallen ;) denn eines der wiwi- module kann man nicht bestehen und ausgleichen, die genaue regelung steht in der prüfungsinfo. wiwi ist aber in den mentorenveranstaltungen wirklich gut aufgestellt, ich weiß jetzt nicht, welches dein studienzentrum ist, aber z.b. in münchen wird für wiwi jede menge angeboten. das ist sicherlich hilfreich.

abi oder nicht muss da echt nix heissen. ich habe mich mit mühe und not im mathe- grundkurs bis zum abi gehangelt (und in mathe kein abi gemacht), und auch das ist bereits *OMG* neun jahre her... und ich kann nix mehr. ein wiwi- modul verhauen, durch die anderen notfalls mit nachhilfe und mut zur lücke durch - dass das klappt, da bin ich optimistisch. muss aber zugeben, dass mir ewiwi angerechnet worden ist. da weiß ich nicht, wie hoch der reine matheanteil ist.

wird schon!!
 
#10
Ich hab auch VWL studiert, hatte davor Mathe-LK, und in Rechnungswesen war ich trotzdem richtig richti schlecht :D
Zum Modul hier kann ich dir mangels Erfahrung nichts sagen, aber: Wegen einem Modul würde ich nicht den ganzen Studiengang bleiben lassen ;) Ich meine hier neulich gelesen zu haben, dass sich der Mathe-Anteil in Grenzen hält.

Ich denke auch, dass es bei der StEx vs. LLB Diskussion um ein gewisses Konkurrenz-Denken geht. Außerdem: Sie haben sich durchs StEx gequält und denken dann, im LLB wären die Anforderungen geringer und deshalb wäre es unfair, wenn andere geringere Anforderungen hatten. Ich hab auch immer gedacht, Diplomer vor mir hätten "nichts gemacht" und erst im B.Sc. wären die Schrauben angezogen worden. Aber wenn man sich dann wirklich mit anderen Absolventen auseinandersetzen muss (Familiär :D ) sieht man, dass eben jeder auf seine Art geprüft wurde, und jeder was gelernt hat. Wichtig ist doch wirklich viel mehr, was man selbst gemacht hat.

Ich würde jedem Studenten, der auf Karriere aus ist, immer dazu raten, frühzeitig die großen Unternehmen mit Praktikumsanfragen zu überziehen. Wenn man drin ist und sich nicht blöd anstellt... ja, dann ist man wirklich drin und wird schon fast nicht mehr rausgelassen.

Der Name des Studiengangs und der Hochschule sind nur bei Bewerbungen interessant - und das auch nur *vor* der Einladung zum Gespräch. Aber wieviele verschiedene Arbeitgeber wollt ihr denn in eurem Leben haben? Ich wäre ja mit vier bis fünf schon restlos bedient.

Letztens: Hier gibt es auch die Idee einer Interessensvertretung (die wirklich einen eigenen Thread verdient hätte). Vertretet euch selbst. Nicht "ich hab zwar nur nen LLB, aaaaber", sondern viel lieber, "Genau, nen LLB habe ich, das qualifiziert mich für genau diese Stelle, weil..."
 
#11
Hi Daniel81,

sollte man mit den Wiwi-Modulen mit Matheanteil nicht zurecht kommen (so wie ich) und auch kein Studienzentrum in der Nähe haben, gibt es immer noch die Möglichkeit, Fremdskripten oder Schulungen zu besuchen. Ich kenne aus dem Sprachrohr (Zeitung vom ASTA der FernUni) bereits 8 Anbieter, die Kurse und Module der FernUni als Schulungen oder Seminare anbieten. Wenn alle Stricke reißen...........
 
#12
Hallo ihr drei,

vielen Dank für eure Antworten. ich bin durch und druch Motiviert. Mein Cousin meinte aber ich bin übermotiviert und mache mir über Sachen einen Kopf die man sich nicht jetzt schon machen sollte. Er meinte ich mache mich schon vor Antritt des Studium kaputt.

Ich überlege jetzt schon ob ich neben dem Studium noch ein IHK Abschluss machen sollte. Im Moment gibt es dort was neues "Rechtsmanager IHK", denn habe ich wenigstens was in der Tasche, falls ich das Studium nicht schaffe. Ich habe da echt richtig bammel vor. Umso näher es rückt, umso mehr verschwindet meine Motivation und die Angst überwiegt. Ich muss mir da irgendwas einfallen lassen, sonst breche ich schon seelisch vorher zusammen.

Kann mir vielleicht jemand sagen, ob dieses IHK Ding etwas bringen würde ? Habemal die Inhalte reingestellt:

Exemplarisch können Rechtsmanager/IHK

- als Juristisch qualifizierter Sachbearbeiter in Rechtsanwaltskanzleien und Notariaten
- als Kanzleimanager oder höher qualifizierter Bürovorsteher
- als Rechtsgutachter
- als Mitarbeiter in einer betrieblichen Beschwerdestelle im sinne § 13 AGG
- als Mitarbeiter einer Vollstreckungsabtielung einer Bank
- als qualifizierter juristischer Mitarbeiter in Geldinstituten, Versicherungs,-Vermögens und Immobilienverwaltung in mittelständischen Handels und Industrieunternehmen
- als Personalreferent oder Personalleiter
- als Geschäftsfüher , als qualifizierter oder leitender Mitarbeiter in Verbänden und Vereinen
- als Mitarbeiter in Wirtschaftsprüfer und Steuerbüros mit rechtlichen Aufgaben
- als Betreuer i.S.d.Betreuungsgesetz
- als Mitarbeiter in Unternehmensberatungsfirmen
- als Mitarbeiter oder auf selbstständiger Position auf dem Gebiet der Insolvenzvermwaltung (Konkurs,-Vergleichsveraltung,- Unternehmensanierung)
- als Vorstandsassistent, Direktionsassistent oder ähnliche Stabfunktion
- als Rechtslehrer und Ausbilder
- als Testamentvollstrecker
- als Insolvenzberater mit gerichtlcher Bestellung
- als Rechtsmediator

Der Rechtsmanager kann juristisch fungiert selbstständig vor Gericht vertreten:

- im Zivilverfahren nach § 19 II 2 ZPO oder als Beistand § 90 ZPO
- im Verwaltungsgerichtsverfahren nach § 67 II 2 VwGO
- im Arbeitsgerichtsverfahren nach § 11 ArbGG
- im Strafverfahren nach § 138 II StPO

Es besteht die Möglichkeit beim zuständigen Land/Amtsgericht die Erlaubnis der Rechtsberatung für ein bestimmtes Tätigkeit/Rechtsgebiet zu beantragen. Der abschluss dient schon der Sachkunde.

Das geht noch weiter habe aber das wichtigste aufgeführt.

Teilnehmerkreis: Im regelfall Personen mit qualifizierter rechtlicher Vorbildung. Rechtsanwälte, Notarfachangestellte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsbeistände, Dipl. Kauf und Betriebswirte, Jurastudenten mit mehrsemestrigen Studium oder Personen mit anderweitig besonderer Qualifikation nach persönlicher Beratung.

Pädagogisches Rektorat:
Univ.-Professor Dr. O. Thomas
Geschäftsführende Studienleitung:
Rechtsanwalt Dipl.-Kfm. Dr. D. F. Unger

Was haltet ihr davon ?
 
#13
Ich bin auch so :) Viel zu viele Sorgen. Hätte ich nicht zwingend zu tun, ich hätte schon zwei Bücher zum Strafrecht auswendig gelernt ;)

Beruhige dich!

1. was Rechtsmanager theoretisch können hat jetzt nur geringen Informationswert. Was man dort lernt ist wichtiger.
2. wenn du am LLB scheiterst (warum eigentlich?), kannst du dir die bestandenen Leistungen dort vlt anrechnen lassen.

Fang doch erst einmal an. Mach dein erstes Semester und schau, wie es läuft.

Wenn du übermotivert bist: Lies ein Buch, dass zu deinem ersten Semester passt. Oder mach zwanzig Studienpläne (wie ich :D ) sinnlos, aber es hält die Nerven zusammen. Nein... lies lieber das Buch ;)
 
#15
Nur Mut. Das Studium ist gut zu schaffen wenn man fleißig ist und lernt. Mathe ist jetzt auch nicht soooo schlimm, zwar schon eine größere Hürde wenn man nicht so gut ist in Mathe, aber mit Fleiß machbar. Dann muss man nur deutlich mehr Zeit reinstecken. Der Schwierigkeitsgrad der Mathe-Elemente in den WiWi-Fächern, die man als BoL-Student machen muss, ist nicht vergleichbar mit der Mathe in einem richtigen VWL-Studium. In Mathe heisst es vor allem üben üben üben üben. Also wenn Du vor Mathe Angst hast, gib Dir ein Semester Zeit Mathe zu lernen. Du kannst z.B. jetzt schon mal hier im Markt im Studienservice schauen, ob Dir ein WiWiler seine gebrauchten Skripte "Wirtschaftsmathe und Statistik" oder vom Vorgängerkurs "Wirtschaftsmathe" verkauft. Oder besorg Dir ein Mathe-Buch, hier im Studienservice sind eine ganze Reihe Empfehlungen dafür zu finden. Die ganzen Grundrechenregeln wie Gleichungen umstellen, Brüche, Wurzeln muss man gut können. Ableiten benötigt man andauernd. Eine große Hürde am Anfang ist auch die ungewohnte andere Schreibweise mathematischer Dinge, aber daran gewöhnt man sich auch.
Versuchs einfach. Gib Dir 2 Semester Zeit und fang mit wenigen Modulen an und dann entscheide, ob Du weitermachst.
 
#17
So wie sich Deine Beschreibung liest muss man da schon juristische Kenntnisse mitbringen
"Teilnehmerkreis: Im regelfall Personen mit qualifizierter rechtlicher Vorbildung. Rechtsanwälte, Notarfachangestellte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsbeistände, Dipl. Kauf und Betriebswirte, Jurastudenten mit mehrsemestrigen Studium oder Personen mit anderweitig besonderer Qualifikation nach persönlicher Beratung."
Hast Du die?
 
#18
Ich habe schon angefragt. Ich bekomme die Sonderzulassung. Ich bin seit 3 Jahren Sachverständiger des Landes Berlin, arbeite dort mit Rechtsanwälten zusammen. Ich arbeite (te) an rechtlichen Verordnungen des Gesetzgebers mit. Ich könnte auch beim Amtsgericht eine Erlaubnis einholen auf einen bestimmten Rechtsgebiet Rechtsberatung zu betreiben. Das brauch ich aber nicht. Dies Aussagen kann ich auch so treffen ohne das dass gleich ne Beratung ist. :))

Ich habe meinen Lebenslauf mit Frage der Zulassung hingeschickt und bekam die Antwort. Mit Ihren Berufsstand und den uns vorliegenden Kenntnisstand erhalten Sie die Sondergenehmigung.

Aber die Frage ist nicht die Zulassung sondern eher ob das Schwachsinn ist oder wirklich was bringt ?
 
#19
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass IHK oder ähnlich geartete Abschlüsse nie die volle Anerkennung haben, selbst wenn das vermittelte Wissen für die entsprechende Tätigkeit vollkommen ausreicht. Da heißt es dann: "Ein Studium ist unabdingbar!".

In der Süddeutschen war neulich ein Artikel, dass man Probleme mit dem Richternachwuchs habe, weil viele Volljuristen in Kanzleien gehen und mittlerweile zu wenig Jura studieren. Ich habe mich bald weggeschmissen!
 
#24
Ich überlege jetzt schon ob ich neben dem Studium noch ein IHK Abschluss machen sollte. Im Moment gibt es dort was neues "Rechtsmanager IHK", denn habe ich wenigstens was in der Tasche, falls ich das Studium nicht schaffe. Ich habe da echt richtig bammel vor. Umso näher es rückt, umso mehr verschwindet meine Motivation und die Angst überwiegt.
Du machst den zweiten Schritt vor dem ersten!

Ich kann Dich nur darin bestärken, es wenigstens zu versuchen. Wenn Du scheiterst, kannst Du immer noch überlegen, wie es weitergehen soll. Aber jetzt solltest Du die Energie dafür aufwenden, es zu schaffen, statt danach zu suchen, was stattdessen möglich wäre.

Deinen Respekt vor den WiWi-Modulen kann ich nachvollziehen, denn mein Abi (und damit auch der Mathematikunterricht) liegt immerhin schon 28 Jahre zurück. Ich denke aber gar nicht darüber nach, ob ich es überhaupt schaffen kann, sondern nur wie ich es schaffen kann. Seit geraumer Zeit sind deshalb Mathebücher und Matheaufgaben meine ständigen Begleiter - und ich versichere Dir, jede gut gelöste Matheaufgabe hebt meine Tagesstimmung beträchtlich!

Lass' Dich nicht im Vorfeld ins Bockshorn jagen!

.
 
#26
Ich hab auch immer gedacht, Diplomer vor mir hätten "nichts gemacht" und erst im B.Sc. wären die Schrauben angezogen worden.
Wie bitte? Was waren denn das für Phantastereien? Der universitäre Diplomabschluss war nach dem Doktorgrad der zweithöchste akademische Grad überhaupt, der verliehen wurde (neben Magister Artium).

Wenn sich ein Uni-Diplom überhaupt vergleichen lässt, dann mit einem Uni-Master. Ich bin jedoch der Meinung, dass ein Uni-Diplom durch einen Master höchstens gerade so erreicht wird (wenn der Master gut ausgestaltet wurde). Durch diese Bologna-Krämerei kann es nur zu Qualitätseinbußen gekommen sein. Denn das Diplom war eine ausgereifte Institution, die sich nur so gut wie möglich nachahmen lässt. Das Original wird leider verloren gehen (auch wenn es in den nächsten Jahren noch Absolventen aus den auslaufenden Diplom-Studiengängen geben wird).

Auf lange Sicht wird das Andenken an das Diplom nur noch von den Besitzern dieses Grades und den Menschen, denen die Bedeutung eines Diploms in Erinnerung ist, am Leben erhalten werden. Aber irgendwann wird man sich leider nur noch aus weiter gereichten Erzählungen ein Bild von diesem deutschen Qualitätsgrad machen können.

Liebe Grüße
Chrissi
 
#30
Sagt mal werden die Klausuren in den Studienzentren geschrieben ?
Ein Tipp: Studiere sorgfältig die Infohefte 1 und 2, die jedes Semester von der ReWi-Fakultät herausgegeben werden. Die Hefte beantworten viele Fragen.

http://www.fernuni-hagen.de/imperia...ungsinformationen_heft_nr._1_ws_2010-2011.pdf

http://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/rewi/infoheft_ws_2010_2011_1.pdf

Auch WiWi hat solche Infohefte: http://www.fernuni-hagen.de/wiwi/download/info.shtml

In den Heften finden sich beispielsweise die (geplanten) Klausurtermine und -orte (überwiegend Uni-Hörsäle in einigen Städten aber keine Studienzentren).

Die Hefte erhälst Du auch zu Semesterbeginn (das eine) und zur Semestermitte (das zweite) in Papierform per Post.

Liebe Grüße
Chrissi
 
J
#31
Zitatanfang.: Wie bitte? Was waren denn das für Phantastereien? Der universitäre Diplomabschluss war nach dem Doktorgrad der zweithöchste akademische Grad überhaupt, der verliehen wurde (neben Magister Artium).

Wenn sich ein Uni-Diplom überhaupt vergleichen lässt, dann mit einem Uni-Master. Ich bin jedoch der Meinung, dass ein Uni-Diplom durch einen Master höchstens gerade so erreicht wird (wenn der Master gut ausgestaltet wurde). Durch diese Bologna-Krämerei kann es nur zu Qualitätseinbußen gekommen sein. Denn das Diplom war eine ausgereifte Institution, die sich nur so gut wie möglich nachahmen lässt. Das Original wird leider verloren gehen (auch wenn es in den nächsten Jahren noch Absolventen aus den auslaufenden Diplom-Studiengängen geben wird).

Auf lange Sicht wird das Andenken an das Diplom nur noch von den Besitzern dieses Grades und den Menschen, denen die Bedeutung eines Diploms in Erinnerung ist, am Leben erhalten werden. Aber irgendwann wird man sich leider nur noch aus weiter gereichten Erzählungen ein Bild von diesem deutschen Qualitätsgrad machen können.

Zitatende

Sehe ich auch wie im vorstehenden Zitat. Mag die Sichtweise einer einzelnen Person sein.
 
#33
Es ist schon sehr erschreckend, wie sich in diesem Forum der Ton verändert,wenn sich jemand auf die Füße getreten fühlt. Ich bitte um Verzeihung, wenn das Zugeben früherer Ansichten so verletzend war. Selbstverständlich würde ich niemals bezweifeln, dass früher alles besser war, von ausgewählten Bereichen einmal abgesehen.
 
#34
Es ist schon sehr erschreckend, wie sich in diesem Forum der Ton verändert,wenn sich jemand auf die Füße getreten fühlt. Ich bitte um Verzeihung, wenn das Zugeben früherer Ansichten so verletzend war. Selbstverständlich würde ich niemals bezweifeln, dass früher alles besser war, von ausgewählten Bereichen einmal abgesehen.
Ansätze von Mythenbildung (z.B. dass der Bachelor das Diplom ersetzen könnte) müssen im Keim erstickt werden.

Liebe Grüße
Chrissi
 
J
#35
Meinungen/Sichtweisen der Beteiligten wurden ausgetauscht.

Damit wäre für mich die Angelegenheit erledigt. Wie geschrieben, meine Meinung.
 
#36
Wie bitte? Was waren denn das für Phantastereien? Der universitäre Diplomabschluss war nach dem Doktorgrad der zweithöchste akademische Grad überhaupt, der verliehen wurde (neben Magister Artium).

Wenn sich ein Uni-Diplom überhaupt vergleichen lässt, dann mit einem Uni-Master. Ich bin jedoch der Meinung, dass ein Uni-Diplom durch einen Master höchstens gerade so erreicht wird (wenn der Master gut ausgestaltet wurde). Durch diese Bologna-Krämerei kann es nur zu Qualitätseinbußen gekommen sein. Denn das Diplom war eine ausgereifte Institution, die sich nur so gut wie möglich nachahmen lässt. Das Original wird leider verloren gehen (auch wenn es in den nächsten Jahren noch Absolventen aus den auslaufenden Diplom-Studiengängen geben wird).

Auf lange Sicht wird das Andenken an das Diplom nur noch von den Besitzern dieses Grades und den Menschen, denen die Bedeutung eines Diploms in Erinnerung ist, am Leben erhalten werden. Aber irgendwann wird man sich leider nur noch aus weiter gereichten Erzählungen ein Bild von diesem deutschen Qualitätsgrad machen können.

Liebe Grüße
Chrissi
Ob man ein Kind nun Diplom oder Bachelor / Master nennt ist letztlich doch genau so gleichgültig wie eine Benennung in 1. / 2. Staatsexamen und Bachelor / Master. Fakt ist, schaut man sich die Studiueninhalte der beiden wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge Diplom-Kaufmann und Bachelor an sind die Inhalte, die Module, die Fächer etc. gleich geblieben. Lediglich die Bezeichnungen sind teilweise etwas anders. Außerdem denke ich, wenn das Diplom ebenso wie der Bachelor Zugangsvoraussetzng für den Master ist muss der Master doch wohl etwas höherwertig sein.

Letztlich ist es doch immer nur die gleiche Diskussion über verschiedene Namen für die selbe Arbeit.
 
#37
Nein, das ist ein Irrtum. Mit dem Bachelor hat man das geschaffen, was man seit Ende der 80er Jahre diskutierte, nämlich einen Uniabschluss weit unterhalb des Diploms, d.h. einen ersten Abschluss auf dem Niveau des Vordiploms (tatsächlich ist der Bachelor doch mehr als ein Vordiplom, vielleicht 65-70% eines Diploms). Promovieren kann man mit dem Bachelor nicht, das geht nur mit einem Diplom oder Master. Die Bachelorarbeit ist auch höchstens eine Studienarbeit im Diplom aber keine Diplomarbeit (alleine vom Umfang her). Es muss also zwischen Bachelor auf der einen Seite und Diplom/Master auf der anderen Seite genau unterschieden werden, weil es genaue und gewollte Unterschiede gibt.

Kein Diplomer wird einen Master studieren, weil er annimmt, dann einen höheren Abschluss zu haben. Dass ein Diplom nicht einfach auf einen Master umgeschrieben werden kann ist doch klar, d.h. wer einen Master machen will, muss ihn schon auf dem Studierweg erwerben, auch wenn man ein Diplom hat. Der Schluss daraus, ein Master sei höherwertiger, ist ein Kurzschluss.

Liebe Grüße
Chrissi
 
J
#38
Auch der Bildungssektor unterliegt lfd. Veränderungen. Änderungen d. Ausbildungsinhalte u. Titel

Mal einen gedanklichen Ausflug i. meine Studienzeit.78-82. Habe damals ein Studium an einer FH in NRW in Fachrichtung BWL aufgenommen. Zu Beginn des Studiums hieß der Abschluss Betriebswirt grad. Am Ende des Studiums wurde aus diesem Titel der Diplom-Betriebswirt. Sinn u. Zweckder Titeländerung verstanden damals die wenigsten Absolventen. In NRW gab es zu dieser Zeit auch die GH's. Im Bereich Wirtschaft hatten die dann Ökonomen mit Diplom I u II. Dazu kamen die Diplom-Kaufleute/Volkswirte mit Uni-Abschluss. Der Diplom-Abschluss an einer Uni hatte einen hohen Stellenwert sowohl im Arbeitsbereich u. auch gesellschaftlich. Aufgrund der stetig steigenden Arbeitslosenzahlen, kamen alle Uni-Absolventen wie auch FH u. GH-Leute nicht mehr in entsprechende Positionen u. den damit einhergehenden bisherigen Verdienstmöglichkeiten unter.

Diese Ansammlung von verschiedenen Titeln an unterschiedlichen Ausbildungseinrichtungen führte bei den Personalern i. d. Unternehmungen zu Neuerungen.hinsichtlich materieller Einstufung der Bewerber u. welches Tätigkeitsprofil passt zu welchem Abschluss. Kann mich hier noch an meine eigenen Bewerbungsgespräche erinnern.

Zur damaligen Zeit beanspruchten die FH einer eher praxisorientierte u. d. Uni mehr theorielastige Ausbildung. So wurde es bei etlichen AG gesehen.

Für die galt i. d. akademischen Hackordnung immer noch die Vorstellung: Graduierung, Diplomierung u. Promotion. Was hat sich da heute bei den Titeln geändert bezogen auf Wertigkeit. Bachelor, Master u. Promotion. I. d. Regel hat d. Master ein höheres Einstiegsgehalt als der Bachelor. Wie jeder die gesellschaftl. Stellung eines Abschlusses sieht, mag er f. sich beurteilen.
 
#39
Wenn früher alles besser war, sollten wir also in der Vergangenheit leben ;). Deutschland jammert der DM hinterher und anscheinend auch dem Diplom ;). Ich denke man sollte alles da lassen, wo es ist und sich lieber Gedanken machen, wie man aus der aktuellen Situation das beste machen kann ;) Ich habe sowohl ein Diplom als auch den Bachelor, aber ich habe mir noch nie überlegt, was besser ist, weil es uninteressant ist! Man kommt hier vom Wirtschaftsjuristen vs Volljuristen zum Diplom. Ich denke darum gings hier nicht!

Es ist schon sehr erschreckend, wie sich in diesem Forum der Ton verändert,wenn sich jemand auf die Füße getreten fühlt. Ich bitte um Verzeihung, wenn das Zugeben früherer Ansichten so verletzend war. Selbstverständlich würde ich niemals bezweifeln, dass früher alles besser war, von ausgewählten Bereichen einmal abgesehen.
 
#40
wer noch ein Diplom erwerben will, kann nach Greifswald gehen und dort den Diplom-Kaufmann machen. Die Uni Greifswald will sich nämlich nicht vom Erfolgsmodell Diplom verabschieden. Einschreibung ist sogar ohne Numerus Clausus möglich. Für die zukünftige Juristen bieten die zum einen das traditionelle Staatsexamen zum anderen einen Bachelor of science an, allerdings im Vergleich zum Hagener BoL sehr abgespeckt.

Anscheinend kann sich jede Uni aussuchen was für Abschlüsse sie anbietet.
 
#42
Hallo Zusammen!

Als Personaler kann ich nur sagen, dass die Hackordnung regelmäßig Bachelor, Diplom, Master und Promotion ist. Spannender ist allerdings - wenn man nicht gerade frisch von der Uni kommt - , was an Berufspraxis bei dem Kanditaten vorhanden ist.

Dass das Diplom nicht dem Master gleichzusetzen ist, ergibt sich schon daraus, dass man für ein Uni-Diplom regelmäßig 240 CP erhält und für einen Master 300CP.

Frohes Schaffen!
zephyr
 
#43
Dass das Diplom nicht dem Master gleichzusetzen ist, ergibt sich schon daraus, dass man für ein Uni-Diplom regelmäßig 240 CP erhält und für einen Master 300CP.
Ich habe für mein Uni-Diplom überhaupt keine CP bekommen. Hunderttausende deutsche Uni-Diplomabschlüsse lassen sich nun mal nicht in die neue Bachelor/Master-Einteilung integrieren.

Wenn neue Diplomabschlüsse der auslaufenden Diplom-Studiengänge von Personalmenschen geringer angesehen werden als Master, dann ist das ein Angriff auf den Vertrauensschutz, den aktuelle Diplom-Studenten zurecht haben.

Bedenke, dass beispielsweise bei den Ingenieur-Studiengängen der Master unbeliebt ist, weil der deutsche Diplom-Ingenieur in diesen Kreisen (nicht zu Unrecht) als "Markenzeichen" angesehen wird und der Master auf der andern Seite keine ähnliche Reputation ("keinen Namen") hat. Wenn dann Master-Studiengänge wieder in Diplom-Studiengänge umgewandelt werden, dann bestimmt nicht, um das Studium inhaltlich abzuspecken. In der Regel (siehe z.B. die versch. Informatikstudiengänge an der Uni Kaiserslautern) wurde der Diplomstudiengang damals einfach in einen abgespeckten Bachelor-Studiengang + anschließendem Master-Studiengang umstrukturiert/"umbenannt".

Liebe Grüße
Chrissi
 
#44
Hallo Zusammen!

Als Personaler kann ich nur sagen, dass die Hackordnung regelmäßig Bachelor, Diplom, Master und Promotion ist. Spannender ist allerdings - wenn man nicht gerade frisch von der Uni kommt - , was an Berufspraxis bei dem Kanditaten vorhanden ist.

Dass das Diplom nicht dem Master gleichzusetzen ist, ergibt sich schon daraus, dass man für ein Uni-Diplom regelmäßig 240 CP erhält und für einen Master 300CP.

Frohes Schaffen!
zephyr
Die früheren Diplomstudiengänge haben keine Punktebewertung in irgendeiner Form erfahren.

Aufgeklärt wird man, wenn man die Regelstudienzeiten betrachtet.
Die mesten harten Studiengänge wie z.B Natuwissenschaften und Ingen. haben als DIplom 10 Semester Regelstudienzeit. De Lehrinhalt ist der gleiche, nur die Art der Wissensabfrage unterscheidet sich.
Z.B Uni Hambug, Physik, Diplom :10 Sem., Bach+Ma: 10 Sem.

Diplom ist im allgemeinen definitiv gleichwertig zum Master

Gruß

GRuß

BWL an der Fenuni war schon immer ein Ausreißer nach unten.
 
#45
Also, dass Physik auf Diplom regelmäßig zehn Semester Regelstudienzeit hat, dass ist mir neu?!:confused:

Uni-Diplome hatten in fast allen Fächern eine Regelstudienzeit von acht Semestern, bis auf den Dipl.-Ing., der hatte neun Semester. Der Master hat eine Regelstudienzeit von zehn Semestern.

Das einige Unis wieder zum Dipl-Ing zurückkehren wollen, mag denen überlassen bleiben, allerdings einen Gefallen tun die sich damit nicht. Wir leben nämlich im Jetzt und nicht im Gestern. Europaweit gibt es keine Dipl im alten Sinne mehr. Außerdem verleiht jetzt bspw. die Uni Dresden den Dipl-Ing. nach dem Bachelor und innerhalb des Masters.

Allerdings frage ich mich, was das soll! So toll war das alte Diplomstudium wohl nicht, da zum Schluß die Mehrzahl der Studenten die Regelstudienzeit deutlichst überschritten hatten, was dann wohl nicht alleine an den Studenten liegen kann.

Mithin ist der Name, der auf der Urkunde steht von der Sache her egal.Vielmehr kommt es darauf an, was "drinnen" steckt.
Wenn allerdings jemand vor mir sitzt, der mir bspw. vorschwärmt, wie toll das alte Diplom war und wie doof die neuen Abschlüsse sind, habe ich so meine Zweifel, ob der in der Firma Innovationen aufgeschlossen ist und dementsprechend brauchbar ist. (Anwesende sind davon natürlich ausgenommen. Ich möchte hier keinem auf die Füße treten). :cool:
Zu diesem Thema sind, um wieder eine Brücke zum eigentlichen Thema zu bekommen, ein leuchtendes Negativbeispiel die Juristen.:p

Frohes Schaffen!
zephyr
 
#46
Also, dass Physik auf Diplom regelmäßig zehn Semester Regelstudienzeit hat, dass ist mir neu?!:confused:

Uni-Diplome hatten in fast allen Fächern eine Regelstudienzeit von acht Semestern, bis auf den Dipl.-Ing., der hatte neun Semester. Der Master hat eine Regelstudienzeit von zehn Semestern.


Allerdings frage ich mich, was das soll! So toll war das alte Diplomstudium wohl nicht, da zum Schluß die Mehrzahl der Studenten die Regelstudienzeit deutlichst überschritten hatten, was dann wohl nicht alleine an den Studenten liegen kann.

Mithin ist der Name, der auf der Urkunde steht von der Sache her egal.Vielmehr kommt es darauf an, was "drinnen" steckt.
Wenn allerdings jemand vor mir sitzt, der mir bspw. vorschwärmt, wie toll das alte Diplom war und wie doof die neuen Abschlüsse sind, habe ich so meine Zweifel, ob der in der Firma Innovationen aufgeschlossen ist und dementsprechend brauchbar ist. (Anwesende sind davon natürlich ausgenommen. Ich möchte hier keinem auf die Füße treten). :cool:
Zu diesem Thema sind, um wieder eine Brücke zum eigentlichen Thema zu bekommen, ein leuchtendes Negativbeispiel die Juristen.:p

Frohes Schaffen!
zephyr
Nein, die Mehrzahl der harten Studiengänge des Diplom hatten 10 Sem.
Physik, Chemie, Bio: 10 Sem., FB Physik : Studium + Ausbildung : Studium Physik/Diplom
Ings: Maschbau, Elektrotechnik: 10 Sem. Bsp TUHH

Es mag vereinzelte Uni gegeben haben, die nur 9 hatten, dies stellt die absolute Ausnahme dar.
Den Zusammenhang zwischen dem "Schwärmen vom Diplom", was durchaus Berechtigung hat und mangelnder Innovationbereitschaft ist ironisch gemeint?

Aber ich gebe dir Recht, es ist im Endeffekt egal, ob Master oder DIplom, wichtig ist, dass die Ausbildung selber gut ist.

Gruß
 
#47
Allerdings frage ich mich, was das soll! So toll war das alte Diplomstudium wohl nicht, da zum Schluß die Mehrzahl der Studenten die Regelstudienzeit deutlichst überschritten hatten, was dann wohl nicht alleine an den Studenten liegen kann.
Ja, das wird fast jeder Diplomer kennen. Deshalb ist auch die Regelstudienzeit für einen Vergleich Diplom versus Master ungeeignet. Ich habe mein Studium durch die Abgabe der Diplomarbeit (Dauer rund 7 Monate) beispielsweise im Februar des 15. Semesters (Vordiplom im 5. Semester) beendet und niemand hat bei meinen Bewerbungen neben dem Interesse am Studienverlauf ernsthaft negativ angemerkt, dass 15 Semester ein wenig lang sei. Das liegt auch daran, dass die acht Semester Regelstudienzeit kein verlässlicher Indikator für die Soll-Dauer des Studiums war und das war damals den Verantwortlichen im Personalwesen wohl bekannt (und ich hoffe, dieses Wissen geht nicht verloren).

Noch ein Gedankenanstoß: Worin sollte das Mehr eines Masters gegenüber dem Diplom bestehen? Das Diplom stellte bereits das Maximum an Anforderungen dar (Die Fakultäten haben sich bei der Gestaltung des Diplomstudiengang nicht "zurückgehalten"). Der Master ist kein "Diplom++" bei dem die Leistungsanforderungen des Diploms noch einmal erhöht wurden, zumindest nicht inhaltlich und darauf kommt es an. Mehr als ein wissenschaftliches Hochschulstudium anzubieten und durchzuführen konnte man weder früher (Diplom) noch heute (Master).

Wenn allerdings jemand vor mir sitzt, der mir bspw. vorschwärmt, wie toll das alte Diplom war und wie doof die neuen Abschlüsse sind, habe ich
Dass die neuen Abschlüsse doof sind, hat hier überhaupt keiner behauptet, warum so unpräzise?

Liebe Grüße
Chrissi
 
#48
Ich denke, diese Diskussion ist müßig. Es gibt Fakten, die kann man akzeptieren oder es bleiben lassen.
Ihr streitet euch hier über Dinge, die lange festgelegt sind. Ob das nun jeder hinnehmen will... ist ziemlich egal, oder?

:)
 
#50
Das Problem ist doch bloss, dass der Titel "Master" höherwertig klingt, und zwar deshalb, weil er früher das I-Tüpfelchen eines Studenten war, der damit belegen konnte, dass er zusätzlich zum inländischen einen ausländischen Abschluss erlangt hatte. Aus diesem Grund ist der Titel im Bewusstsein der Öffentlichkeit als sehr hochwertig verankert und über dem Diplom stehend.
Das hat mit dem heutigen Masterabschluss als solchem nichts zu tun und auch nichts mit einem Vergleich beider Abschlüsse. Mangels näherem Wissen kann ich mir da ohnehin kein Urteil erlauben.
 
#54
Nichts. Alles.
Sie beschreibt, dass der eigene Studienweg der beste ist. Und kein anderer. Und wer was anderes sagt, irrt. Gilt aber nur für Absolventen deiner Wahl, suchs dir aus :)
Du hast trotz meiner mehrfachen Bemerkungen dazu nicht verstanden, um was es geht und um was es nicht geht und verweise gerne nochmal auf meinen Beitrag #49. Ich stelle aber leider auch immer wieder fest, dass sich solche Diskussionen in diesem Forum nur schlecht führen lassen. Das ist wohl der Kommunikationsform (nur schriftlich) geschuldet.

Liebe Grüße
Chrissi
 
#55
Wenn Du den thread aufmerksam liest, dann findest Du auch heraus, wer diesen Diskussionsstrang ausgelöst hat (ich war es nicht).

Liebe Grüße
Chrissi
Wenn du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast, wirst du feststellen, dass ich danach gefragt habe, was diese Diskussion mit dem interessanten Ausgangsthema zu tun hat und nicht wer damit angefangen hat.
Wenn jemand gerne über die Wertigkeit des Bachelors im Verhältnis zum alten Diplom etc. diskutieren möchte (was beim LL.B. ohnehin wenig Sinn macht), der könnte doch, meiner Meinung nach, einfach einen neuen thread eröffnen. Dann könnten sich alle Interessierten dort äußern.
Hier finde ich es interessanter, wie das berufliche Mit- bzw. Gegeneinander von LL.B.`s / LL.M.`s zu Volljuristen in der Praxis bereits aussieht oder in Zukunft aussehen könnte.

Gruß
 
#56
Wenn du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast, wirst du feststellen, dass ich danach gefragt habe, was diese Diskussion mit dem interessanten Ausgangsthema zu tun hat und nicht wer damit angefangen hat.
Wenn jemand gerne über die Wertigkeit des Bachelors im Verhältnis zum alten Diplom etc. diskutieren möchte (was beim LL.B. ohnehin wenig Sinn macht), der könnte doch, meiner Meinung nach, einfach einen neuen thread eröffnen. Dann könnten sich alle Interessierten dort äußern.
Hier finde ich es interessanter, wie das berufliche Mit- bzw. Gegeneinander von LL.B.`s / LL.M.`s zu Volljuristen in der Praxis bereits aussieht oder in Zukunft aussehen könnte.

Gruß
In gewisser Weise hat da die Diskussion Diplom / Bachelor / Master schon seine Berechtigung.
Wie man spannender Weise hier lesen kann, fühlen sich Diplom-Träger schon auf den Schlips getreten, wenn man sagt, der Master sei gleichwertig oder höher anzusiedeln. Vergleiche das mal mit den Juristen. Jeder Staatsexamen-Student wird Dir sagen, der Staatsexamen-Studiengang in Jura sei das Beste wo gibt :)
Das ein Staatsexamen eine geringere Regelstudienzeit hat als LLB / LLM interessiert nicht. Das man in den Grundzügen die selben Inhalte hat, letztlich nur unterschiedlich ausgeprägt, ist ebenso uninteressant. In der Lobby der Juristen wird halt mal, wahrscheinlich ohne die Inhalte des LLB / LLM zu kennen, gesagt, man brauche diese Abschlüsse nicht. Die bisherigen Staatsexman sind einfach besser - ebenso wie das Diplom eben früher besser war.
 
#57
Hallöle,

ich finde es sehr schön das mein Threat bisher 55 Antworten hervorgebracht hat. Ich habe auch eine Menge dazugelernt, so ist es ja nicht! Aber ich wollte euch mal ein bisschen Ärgern und fragen: "Was war nochmal das Thema" ? ;)

Eine reichhaltige Diskussion ist eine gute Diskussion!
 
#58
Wenn du meinen Beitrag aufmerksam gelesen hast, wirst du feststellen, dass ich danach gefragt habe, was diese Diskussion mit dem interessanten Ausgangsthema zu tun hat und nicht wer damit angefangen hat.
Du nimmst wirklich an, ich hätte Deinen Beitrag nicht aufmerksam gelesen? Warum? Ich habe ihn aufmerksam gelesen aber ich wollte Deine Frage nicht beantworten, sondern nur eine Anleitung geben, wie Du die Frage selber beantworten kannst.

Weil die Beantwortung der Frage mit Aufwand verbunden ist und Du die Frage einfach selber beantworten kannst (nämlich indem Du den thread sorgfältig liest), fand ich es auch nur billig, dass Du den Aufwand (lesen) investieren musst und nicht ich (Antwort formulieren).

Wenn jemand gerne über die Wertigkeit des Bachelors im Verhältnis zum alten Diplom etc. diskutieren möchte (was beim LL.B. ohnehin wenig Sinn macht), der könnte doch, meiner Meinung nach, einfach einen neuen thread eröffnen.
Das hat der Teilnehmer mit der einen Bemerkung aber nicht getan, vermutlich weil er überhaupt keine Diskussion anfangen wollte. Die Folge ist ein Offtoppic-Strang wie er sich entwickelt hat, der sich aber auch nicht vermeiden lässt, weil Repliken natürlich immer im Originalthread gemacht werden (da gehören sie auch hin).

Liebe Grüße
Chrissi
 
#59
Ich finde sehr wohl, dass die Diskussion Diplom vs. Master zur Ausgangsfrage passt, da sich komischerweise die Studiengänge auf Staatsexamen nicht dieser neuen, tollen Bolognareform unterordnen.
Und warum kann man sich nicht kritisch mit den neuen Abschlüssen auseinandersetzen? Weil eh schon alles entschieden ist?
Es ist doch seltsam, dass es jetzt EINEN Abschluss gibt, egal ob Berufakademie (sorry, Hochschule), FH oder Uni.
Ob es gerechtgertigt ist eine Hierarchie aufzubauen, sei dahingestellt. Aber zumindest wurde dem potentiellen Arbeitgeber ermöglicht zu unterscheiden, wo der Schwerpunkt der jeweiligen Qualifikation lag.
Jetzt gibt es nur noch Creditpoints und ein 3-jähriges BA-Studium entspricht einem 3-jährigen Uni BWLer, da die Praxiszeiten angerechnet werden.
Und da wären wir wieder beim Ausgangsthema. Warum reagieren die Arbeitgeber wohl so skeptisch auf den Bachelor? Weil er einfach nichts mehr aussagt.
Da kann ich Chrissi nur beipflichten, bei dem Diplom wusste jeder woran er war.
Aber der Deutsche hat die Angewohnheit immer über den Teich zu schielen um alles nachzuäffen ohne sich zu überlegen ob es sinnvoll ist.
 
#60
Na ja, eigentlich ist der zukünftige AG mit den neuen Abschlüssen über das Können seines zukünftigen potentiellen MA wesentlich besser informiert als mit den alten Abschlüssen Diplom und Staatsexamen. Bei den alten Abschlüssen ging man davon aus, dass er entweder alles oder nichts kann, da die Urkunde wenig Zusatzinformationen über das Gelernte gab.

Bei den neuen Abschlüssen gibt es ein sog. " Diploma Supplement", in dem der Studiengang mit seinen Inhalten und Schwerpunkten aufgeführt ist, erläutert wird, zu was der Absolvent mit dieser Ausbildung befähigt ist, und es wird genau erläutert, was das für eine Art von Uni ist, wann sie geründet worden ist, welche Fachbereiche es dort gibt, Länge des Studiums, blabla....
Also alles sehr ausführlich!

Damit bekommt man einen wesentlich besseren Enblick als früher über die erworbenen Qualifikationen des Aspiranten.
Das Problem in Deutschland ist aber offensichtlich weniger in der Sache, sondern eher im Empfinden zu suchen. Man will ´mal wieder ganz furchtbar Reformen durchführen, um Europa und der Welt zu zeigen wie modern man ist, aber wenn es dann wirklich zu Veränderungen vor Ort kommt - egal, ob diese Veränderungen wirklich gut oder eher mäßig sind -, dann geht das Geschrei nach dem guten alten Hergebrachten los.

Ich habe nach und nach das Gefühl, dass neuen Entwicklungen gar keine Chancen mehr in Deutschland gegeben werden. Wenn Veränderungen eingeführt werden sollen oder müssen, dann müssen die von Anfang an perfekt sein oder man bleibt lieber beim Althergebrachten.
Neue Entwicklungen sind aber Entwicklungen, die sich wie das Wort schon sagt, erst entwickeln müssen, was grundsätzlich positiv ist, da das Veränderung bedeutet und somit keinen Stillstand.

Dieses starre Verhalten an Althergebrachten und die Angst und der Missmut vor Neuem ist vor allem bei älteren Menschen festzustellen.:rolleyes:
Demnach wohl bewiesen ist, dass Deutschland mehr und mehr vergreist!;):p

Frohes Schaffen!

zephyr
 
#61
Stimmt! Vielleicht sollte man als älterer Mensch einfach etwas offener gegenüber Neuerungen sein, z.B. was das Zitieren angeht...:D

Mag sein, dass das in Berlin etwas anders ist, aber ich habe festgestellt, dass die Einstellung nicht unbedingt eine Frage des biologischen Alters ist. Ich kenne Leute jenseits der 70, die sich besser mit Internet und PC auskennen als mancher 40-jährige. OK, wenn ich natürlich jung mit 20 definiere...:p

Ich bin übrigens gar kein ausgesprochener Fan des Althergebrachten, wie z.B. des Diploms.
In Deutschland gewinne ich nur immer den Eindruck, dass man nicht etwas ändert, weil man davon überzeugt ist, sondern weil Andere das auch so machen.

Für Fernstudenten kann der Bachelor durchaus von Vorteil sein, weil die Studiendauer absehbarer wird. Aber wenn ich mir natürlich überlege, dass alte Menschen ohnehin das Empfinden haben, die Zeit würde schneller vergehen, dann ist das ein schwaches Argument :rolleyes:.

Es geht gar nicht um "früher war alles besser", sondern um berechtigte Kritik. Und damit man eine Sache verbessern kann, ist diese auch erforderlich und angebracht.

Also sind wir doch einer Meinung und haben uns alle wieder lieb?:knuddel:
 
#62
Die Frage bleibt ja, wie es auf dem Arbeitsmarkt gesehen wird. Bei Jura ist es leider wirklich häufig so, dass Volljuristen gefordert werden. Andererseits wird sich der Arbeitsmarkt in den kommenden fünfzehn Jahren extrem ausweiten (Altersstruktur öD). Und schon heute befähigt der LLM für den höheren Dienst - das steht hier und da sogar in der Akkreditierung drin.

Ich persönlich - und das ist wirklich nicht mehr als "so ein Gefühl" rechne fest damit, dass man mit dem LLM bald (oder vielleicht auch nicht so bald, aber irgendwann auf jeden Fall) zum ersten StEx zugelassen werden kann. Dann ist die Sache endlich durch. Vlt mit inhaltlichen Auflagen. Und das zweite StEx ist dann eben auch eine ganz andere Sache.
Auch das muss dem Arbeitgeber überlassen werden: Wenn er einen Juristen mit Referendariat will - Verwaltungserfahrung, Gerichtserfahrung - dann schreibt er einen Volljuristen aus - was auch sonst.

Dass das Diplom höher angesehen ist, kann ich einfach nicht bestätigen. Vielleicht liegt das an der Branche, in der ich mir Stellenanzeigen anschaue. Dass es "mehr" ist, als ein B.Sc., ist ja irgendwie logisch. Ob es weniger ist als ein M.Sc.... Himmel, da sag ich jetzt nichts mehr zu. Ich bin versucht, folgendes vorzuschlagen: Es hing beim Diplom von der Uni ab, ob es mehr oder weniger Lehrinhalt hatte, als ein Master. Beim Master hingegen ist es jetzt vereinheitlicht. Und jetzt seid ihr dran: "Aber du kannst doch nicht behaupten, ein Master von der Uni schießmichtot habe genausoviel Lehrinhalt wie ein Master der Uni hastenichtgesehen!"

Doch. Hab ich gerade getan.
 
#63
So, und nun noch etwas Positives zu unserer Ausbildung an dieser Uni, sprich Hagen:

Der Tagesspiegel von Berlin hat heute unter der Rubrik "Wissen" mehrere Artikel zum Thema "Bundesuniversitäten" als Nachfolge des in diesem Jahr auslaufenden Exellenzen-Wettbewerbes eingestellt, wobei die Uni-Hagen wohl die erste Bundesuniversität werden wird (Aktuelle Nachrichten - Berlin Nachrichten).
Das wäre doch toll, da man dann eine viel bessere Lobby hätte, was auch die Anerkennung der Abschlüsse an dieser Uni beinhalten würde. Träumt man dann noch weiter und führt sich die Vorschläge des LS Wackerbarth zur Reform der Juristenausbildung zu Gemüte, dann wird unsere Zukunft ja rosig.:p:rolleyes:
Womit hier unser Thema dann auch obsolet wäre!;)

Frohes Schaffen!
zephyr
 
#64
Um in die Diskussion hier mal ein bisschen das Schmunzeln wieder reinzubringen, hört euch das mal an! Passt zwar nicht ganz zum Thema aber ein gewissen Bezug (im weitesten Sinne) zum Studium kann man nicht leugnen.:)

:):):)

Und hier was für uns (übrigens cooler Anwalt)

 
#66
Dass das Diplom höher angesehen ist, kann ich einfach nicht bestätigen. Vielleicht liegt das an der Branche, in der ich mir Stellenanzeigen anschaue. Dass es "mehr" ist, als ein B.Sc., ist ja irgendwie logisch. Ob es weniger ist als ein M.Sc.... Himmel, da sag ich jetzt nichts mehr zu. Ich bin versucht, folgendes vorzuschlagen: Es hing beim Diplom von der Uni ab, ob es mehr oder weniger Lehrinhalt hatte, als ein Master. Beim Master hingegen ist es jetzt vereinheitlicht. Und jetzt seid ihr dran: "Aber du kannst doch nicht behaupten, ein Master von der Uni schießmichtot habe genausoviel Lehrinhalt wie ein Master der Uni hastenichtgesehen!"

Doch. Hab ich gerade getan.
Sagen kannst du natürlich viel. Davon wird es nicht wahrer. Die Ziele die Abschlüsse vergleichbarer zu machen und Uniwechsel zu erleichtern wurden grandios verfehlt. Jede Uni setzt die Bologna-Vorgaben anders um. Die einen bilden einfach das Diplom mit einer zwischengeschalteten Abschlussarbeit auf B/M ab und versuchen auch nach Möglichkeit alle (eigenen) Studierenden bis zum Master zu bringen. Andere bilden sich wer weiß was darauf ein, dass nur X% den Sprung vom Bachelor zum Master schaffen. Der Studienplan meines Diploms (Informatik) wurde fast 1 zu 1 übernommen. Gleiches ist mir vor kurzem von einem Prof. der TU-Dortmund für den dortigen Studiengang bestätigt worden. Credits sind leider auch eine sehr schlechte Maßgabe, da dass auch noch relativ wenig über die Schwierigkeiten aussagt. Dazu müsste man sich z.B. auch noch die Durchfallquoten zu Gemüt führen. Wenn Uni X nur 10% der Bachelorabsolventen zum Master zulässt und Uni Y 90% dann hat Uni X immer noch nicht die besseren Absolventen, wenn Uni Y schon beim Bachelor stärker gesiebt hat. International ist die Vergleichbarkeit der Master eigentlich auch nicht gegeben. Da wird dann auch zumindest auf das Herkunftsland geachtet. Wenn man von einer bekannten Uni kommt gibt das mindestens einen Bonus. Letzteres wird sich, vor allem auch für den deutschen Raum, noch verstärken. Stichwort: Elite-Unis.

Um noch etwas versöhnliches zu sagen: Beim Übergang vom Bachelor zum Master müssen oft gute Noten erzielt werden. Den Teil würde ich noch dem System zu Gute halten. Mir war die Note meines Vordiploms völlig egal, da sie sowieso nicht in die Endnote einfloss. Vermutlich haben Bachelorstudenten zumindest in der Hinsicht mehr Arbeit. Ab Semester 5 im B und für den Master gilt das aber schon nicht mehr.
 
#67
Um noch etwas versöhnliches zu sagen: Beim Übergang vom Bachelor zum Master müssen oft gute Noten erzielt werden. Den Teil würde ich noch dem System zu Gute halten. Mir war die Note meines Vordiploms völlig egal, da sie sowieso nicht in die Endnote einfloss. Vermutlich haben Bachelorstudenten zumindest in der Hinsicht mehr Arbeit. Ab Semester 5 im B und für den Master gilt das aber schon nicht mehr.
Bei Diploma ist es z. B. so, dass man von einem Masterstudiengang ausgeschlossen ist, wenn man den Bachelor mit ausreichend bestanden hat. Fiel mir jetzt grad mal ein.
 
#71
Hallo zusammen,

ich habe hier soeben im Forum erfahren, dass über den Abschluss des "Rechtsmanagers IHK" diskutiert wird und, dass niemand so recht weis, was dieser Abschluss bringt oder, ob dieser Abschluss anerkannt ist.

zum ersten möchte ich allgemein etwas über die IHK schreiben. Die IHK ist eine selbständige juristische Person des öffentliches Rechts. Das bedeutet, dass die IHK öffentlich-rechtliche Abschlüsse vergeben darf. Beispiele sind: IHK-geprüfter Wirtschaftsfachwirt, IHK-geprüfter Betriebswirt, IHK-geprüfter Sportfachwirt usw. Es wird beschrieben, dass es sich bei solchen Fachwirten um einen Meisterbrief für Kaufleute handelt, ferner berechtigt z.B. ein IHK-geprüfter Wirtschaftsfachwirt zum Studium an einer FH, da ein solcher Abschluss mit dem Fachabitur gleichgestellt ist. Näheres bitte in der jeweiligen Prüfungsordnung der IHK entnehmen.

Der Rechtsmanager IHK ist lediglich, so ist es mir zumindest bekannt, ein Zertifikatsstudium. Dieses Studium zum Rechtsmanager IHK bietet nur die Fachakademie Saar für Hochschulfortbildung an. Es handelt sich dabei um 4 semestriges Fernstudium. Im Anschluss schreibt man dann einen Test bei der IHK-Saarland. Bei Bestehen des Tests, wird einem dann ein Zertifikat von der IHK über den Test ausgestellt. In diesem Test kann auch entnommen werden, welche Schwerpunkte der Rechtsmanager IHK beherrscht. Zugleich, glaube ich, erhält man auch ein Zeugnis der Fachakademie Saar für Hochschulfortbildung "Rechtswirt FSH".
Soweit ich weis, stellt der Rechtsmanager IHK jedoch keine anerkannte Abschlussprüfung nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz dar. Im Gegensatz zum Wirtschaftsfachwirt IHK, der einen anerkannten Abschluss nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz darstellt.

Das Studienangebot "Rechtsmanager IHK" klingt allerdings interessant. Ob dieser Zertifikatsstudiengang etwas bringt, kann ich nicht sagen.

Liebe Grüße

Alex, Student BoL.

Für meinen Beitrag übernehme ich Gewähr.
 
#72
Hallöle,

das mit dem Rechtsmanager könnte mein Posting gewesen sein. Inzwischen bin ich auch schlauer. Du hast mit allem Recht was du geschrieben hast. Diesen Abschluss (der keiner ist) wird nur von der Fachakademie Saar für Hochschulfortbildung angeboten und von der IHK Saarland abgeprüft. Es geht eher in die Richtung Kanzleiverwaltung / Kanzleiführung. Woher ich das weiß, weil ich die Studienunterlagen angefordert und gelesen habe.

Leider muss man sagen, dass die Fachakademie Saar für Hochschulfortbildung natürlich keine Hochschule ist. Der Abschluss wird mit dem IHK Abschluss zwar aufgewertet, ich gehe jedoch davon aus, dass er nicht viel bringen wird.Wenn man sich die Voraussetzungen mal anschaut dieses Studium "so nenne ich es mal" überhaupt beginnen zu dürfen, denn wird viel Wert auf rechtliche Kenntnisse oder vorhandene Ausbildungen im Recht gelegt. Diese habe ich nur im geringen Maß, trotzdem hat man mir zugesagt. Erschrocken war ich erst als ich bei der IHK Saarland anrief um mich zu informieren. Die wußten nicht mal, dass es den Studiengang gibt bzw. das Sie ihn prüfen. Gesagt hat man nur, dass er recht neu sei. Gute zwei Jahre ist er jedoch schon auf dem Markt.

Genauso aber zumindestens mit einem staatlich anerkannten Abschluss wäre der Rechtsfachwirt / RAK zu beurteilen. Auch darüber habe ich mich informiert. Dieser wird an vielen Bildungsinstituten angeboten. Mit einem der Mitarbeiter hatte ich mich lange telefonisch unterhalten. Er outete sich hinterher als Volljurist und riet mir sogar speziell von diese Fortbildung ab. Im Endeffekt ist es nicht anderes wie eine Fortbildung für Rechtsanwaltsfachangestellte. Sie können hinterher als Bürovorsteher und der Kanzleiführung/Verwaltung arbeiten.

Diese Prüfung wird von den Rechtsanwaltskammern abgenommen. Allerdings treten seit geraumer Zeit die Probleme der vielen Absolventen auf. Jemand der die Fortbildung berufsbegleitet machte schimpfte hinterher, dass sich beurflich nichts geändert habe. Noch immer müssen Akten geschrieben und der Kaffee gekocht werden, trotz Weiterbildung und Befähigung für höherwertige Arbeiten.

Andere finden erst gar keine Arbeit. Ich habe kürzlich mit jemanden Kontakt gehabt, der diese Ausbildung absolviert hat. Er meinte 2 Jahre vergebens Bewerbungen im ganzen Bundesgebiet geschrieben = Keine Arbeit. Nun arbeitet er branchenfremd.
Die Durchfallquote ist auch rasant angestiegen. Die Rechtsanwaltskammer in Berlin soll die strengste im ganzen Bundesgebiet sein. Das bestätigten mit jetzt schon genug Leute. Ich glaube, dass dort auch schon fleißig ausgesiebt wird.

Wieso ist das so ? Gibt es zu wenig Anwaltskanzleien oder zu viele Absolventen. Wohl kaum. Antworten direkt von Juristen zeigen, dass diese befürchten, dass Angestellte mit höheren Potential natürlich auch mehr Geld haben wollen. Man bleibt doch lieber beim Altbekannten seiner Sekretärin / Rechtsanwaltsfachangestellten. Natürlich schätzen manche Anwälte (nicht alle) auch nicht, dass die eigene Angestellte wissenstechnisch gesehen näher zum Chef rückt. Da könnte beim dem ein oder anderen Volljurist auch wieder die innere Unruhe ausbrechen und die Konkurenz Laterne rot aufleuchten.

Und wir wissen ja inzwischen, dass gerade die Volljuristen gerne Gott spielen und das auch gerne zeigen. Konkurenz sollte am besten schon vor Beginn des Studiums in seine Schranken gewiesen werden. Anders kann ich mir das nicht erklären, wenn man mache Postings in anderen Foren liest. Arroganz ist da noch das wenigste.

Und wir vergleichen viel zu oft den Juristen mit dem Wirtschaftsjuristen obwohl die zwei Studiengänge ganz andere Zielrichtungen aufweisen.

Gruß Daniel
 
#73
Anfangs machte er noch seine Witze über den Wirtschaftsjuristen. Inzwischen ermuntert er mich tiefgründig auf jeden Fall in diesem Studiengang zu verbleiben. Juristen gibts wie Sand am Meer. Gute Anwälte bekomme gute Jobs. Schlechte Anwälte kriechen so um her. Ihm fehlen einfach die Wirtschaftskenntnisse. Klar könnte er die nebenher auffrischen. Leider ist er Tag für Tag damit beschäftigt wenigstens ansatzweise Geld und Klienten ran zu schaffen, um zu überleben.
Und wir vergleichen viel zu oft den Juristen mit dem Wirtschaftsjuristen obwohl die zwei Studiengänge ganz andere Zielrichtungen aufweisen.
Hallo Daniel,

du gehst davon aus, dass du an der Fernuni zum Wirtschaftsjuristen ausgebildet wirst. Das ist jedoch nicht richtig. Die Fakultät legt auch wert darauf, dass ihr LL.B. ein grundständiges juristisches Studium darstellt. Schau dir mal das Einführungsvideo auf der Homepage der Fakultät an.

Das Curriculum des LL.B. an der Fernuni umfasst alle Rechtsgebiete und ist daher für ein reines wirtschaftsrechtliches Studium zu breit aufgestellt. Dagegen beschränken sich die wirtschaftlichen Inhalte lediglich auf die Basics. Das Studium an der Fernuni gleicht daher von den Inhalten eher dem klassischen Jurastudium.

LG
 
#74
Hallo Chris,

Die Fakultät legt auch wert darauf, dass ihr LL.B. ein grundständiges juristisches Studium darstellt.
Das ist ja auch gut so !

Da hast du sicherlich recht. Ich kann dir auch nirgends großartig wiedersprechen, will es auch garnicht. Eigentlich hielt ich mich nur an Wikipedia mit dem Ausdruck des Wirtschaftsjuristen.

"Wirtschaftsjurist ist die Bezeichnung eines Hochschulabschlusses, wie er von Universitäten und Fachhochschulen vergeben wird. Dieser bezeichnet entweder eine Zusatzqualifikation eines Volljuristen oder wird, in der Form des Diplom-Wirtschaftsjuristen bzw. Bachelor of Laws, als eigener Hochschulabschluss des Studiengangs Wirtschaftsrecht verstanden"!

Wo ich das gerade so lese, vielleicht hast du auch angenommen, dass ich die Zusatzqualifikation des Wirtschaftsrechts als Volljurist meine. Dem ist natürlich nicht so, dass ist mir klar. Immerhin betitelt der Bundesverband der Wirtschaftsjuristen auch jeden als Wirtschaftsjurist wenn der Studiengang Bachelor of Law / Wirtschaftsrecht gewählt wurde. Übrigens nur dieser.
Siehe:

Satzung:

(2) Ordentliches Mitglied kann nur werden:
b) wer an einer Hochschule ordentlicher
Student im Studiengang Wirtschaftsrecht oder
einem vergleichbaren Studiengang ist;

Voll-, Teilzeit und berufsbegleitend nur im Studiengang Wirtschaftsrecht

Gruß Daniel
 
#76
Klarer Fall von "falsch informiert und einfach mal drauflos studiert" !

Wenn ich mir die Arbeitsmarktlage in Deutschland heutzutage so anschaue halte ich es für schwierig allein mit dem LL.B. in dem Alter mal eben so einen Job zu bekommen. Aus meiner persönlichen Sicht empfiehlt sich das Rewi-Studium mit den LLB und LLM Abschlüssen nur dann, wenn man 1. auch vor hat den LLM zu machen und 2. schon irgendwo im Berufsleben steht und dort die Möglichkeit hat durch den Abschluss weiter zu kommen.

Als Schulabgänger käme ich nicht auf die Idee diesen Weg einzuschlagen, um mich dann nur mit dem LLB ohne jede Berufserfahrung irgendwo zu bewerben. Dann wäre es echt sinnvoller auf StEx zu studieren. Wenn man sowieso Vollzeit studiert...

Bevor ich Jahre meines Lebens auf ein Studium verschenke, welches mir keinerlei Chancen gewährt und mich dann ganz nach unten führt, informiere ich mich doch wohl über die Möglichkeiten, die mir mit diesem Abschluss offen stehen.
 
#77
seh ich genauso wie jessy. dass er im juraexamen- forum sich nicht besonders gut infomiert (hat und auch aktuell nicht tut) sieht man schon daran, dass er meint, er könne an keiner uni nen master machen mit 2,2 da braucht er ja nur freund google fragen, der ihm den weg zu uns an die fernuni ohne gebühren und ohne zugangsbeschränkung zum master weisen würde.
 
#78
Mal kurz dazwischen gefragt:
Welche Fernuniversität (außer Hagen) bietet denn noch ein Fernstudium zum LL.B. an? Und ich meine jetzt nicht die zahlreichen Fern-FH, die LL.B. Wirtschaftsrecht anbieten.
 
#79
Ich schließe mich Jessy absolut an. Ich denke (mittlerweile) auch, dass dieses Studium nur Personen, die im Berufleben stehen tatsächlich beruflich etwas bringen kann (muß nicht!). Aber das war ja eigentlich nicht der Gedanke der Bologna - Reform, oder?
Ich arbeite in einer großen Versicherung als Bezirksleiterin. Tatsächlich hält sich die positive Resonanz auf mein LLB - Studium in Grenzen. Bachelor aus verschiedenen Fachrichtungen rennen da haufenweise rum. Respektiert werden nach wie vor die Volljuristen, die dann auch entsprechend in den Stäben vertreten sind.
Versteht mich nicht falsch, ich habe mittlerweile einfach Zweifel.................vielleicht war die Hoffnung zu groß, dass sich durch den Bologna - Prozess einiges ändert. Ich bewundere die vielen Studenten hier im Forum, die offensichlich keinerlei Zweifel haben.
 
#80
Naja, man muss halt auch sehen in welchem Umfeld der Bachelor in anderen Ländern zu finden ist. Und damit meine ich nicht nur den längeren Umgang mit dem Bachelor. In den vielen Ländern die einen Bachelorabschluss traditionell anerkennen fehlt die Trennung des sekundären und tertiären Ausbildungsweges wie er in Deutschland besteht. Dort lernt man entweder unorganisiert und ohne Abschluss im Arbeitsverhältnis oder eben an der Hochschule. Hier gibt es Ausbildungsberuf mit klar anerkanntem Abschluss. Wer in Ländern ohne diesen sekundären Ausbildungsweg jemanden mit einem anerkannten Abschluss sucht, der muss zwangsläufig auf den Bachelor zurückgreifen. Oder eben darauf vertrauen, dass derjenige genügend Berufserfahrung hat ohne das auszukommen. Hier in Deutschland muss sich der Bachelor erst einmal eine Nische zwischen Berufsausbildung und Diplom/Master suchen. Der Raum dafür ist natürlich kleiner als z.B. in den USA und hatte bisher praktisch noch keine Zeit überhaupt ins Bewusstsein der Menschen einzudringen. Das wurde übrigens auch schon von Kritikern bemängelt bevor der Bachelor in Deutschland eingeführt wurde. Ich würde jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten nicht nach dem Bachelor aufzuhören sondern bis zum Master durchzuziehen.
Beim Zweifel gibt es bei mir nichts zu bewundern. Ich mache das Studium weil ich gerne neue Dinge lerne, mich Jura einfach interessiert hat und ich mittlerweile auch festgestellt habe, dass Jura mir auch Spaß macht. Ich habe mein Diplom und alles was jetzt noch kommt ist ein Bonus.
 
#81
Ich schließe mich Jessy absolut an. Ich denke (mittlerweile) auch, dass dieses Studium nur Personen, die im Berufleben stehen tatsächlich beruflich etwas bringen kann (muß nicht!). Aber das war ja eigentlich nicht der Gedanke der Bologna - Reform, oder?.
Natürlich nicht. Die ganze Bologna-Reform hat nichts mit Weiterbildung Berufstätiger oder gar Fernstudiengängen zu tun. Die Anzahl berufstätiger (Fern-)Studenten, die erfolgreich ihr (Fern-)Studium beenden ist so dermaßen gering, dass diese Gruppe beim politischen Thema Unistudium überhaupt keine Rolle spielt.

Zu dem von Dir genannten Forenthread. Wer schon seinen eigenen Studiengang in Gänsefüschen setzt, darf sich über Misserfolg nicht wundern. Darin spiegelt sich für mich auch eine Haltung wider (wie auch immer diese entstanden ist), die in eine selbsterfüllende Prophezeiung münden kann. Bedenke, dass Bewerbung/Karriere immer von sehr vielen individuellen Anspekten geprägt ist und eine Auflistung von Einzelfällen nicht dafür taugt, Schlussfolgerungen für einen ganzen Studiengang zu ziehen.

Liebe Grüße
Chrissi
 
#82
Im Westen nichts Neues. Der Bachelor of Laws (ob mit oder ohne Gänsefüßchen) ersetzt das 2. StEx nicht auf Grund des Juristenkartells in Deutschland. Das ist allerdings allgemeint bekannt und auch nicht sehr verwunderlich. Es ist auch klar, dass ein LLB und selbst LLM als Erststudiengang nicht besonders geeignet ist.

ABER: Diese Person im anderen Forum hat nicht in Hagen studiert. War nicht in der Lage herauszufinden, dass sie locker in Hagen einen Master ablegen könnte. Zudem ist es nach Umstellung, in allen Studiengängen die ich kenne, von Diplom auf Bachelor/Master so, dass man einen Master braucht und der Bachelor wertlos ist.
 
#83
Mal kurz dazwischen gefragt:
Welche Fernuniversität (außer Hagen) bietet denn noch ein Fernstudium zum LL.B. an? Und ich meine jetzt nicht die zahlreichen Fern-FH, die LL.B. Wirtschaftsrecht anbieten.
Hagen ist die einzige staatliche Fernuniversität in Deutschland, es gibt keine weitere.

Es gibt es aber staatliche/staatlich anerkannte Universitäten, die selber oder innerhalb angegliederter Fernstudieneinrichtungen Fernstudiengänge anbieten, z.B. die (teilweise postgradualen) Fernstudiengänge der TU Kaiserslautern (Fernstudium | Postgraduale Studiengänge | Universität | Master |) bei denen auch ein juristischer dabei ist http://www.zfuw.uni-kl.de/jura/ (kein grundständiges Studium, postgradual).

Liebe Grüße
Chrissi
 
#84
Ich habe in einem Forum Folgendes gefunden:
Juraexamen.com - Forum zum Thema Jura, Examen und Lernen

Es gibt mir zu denken......................................
Lasst euch bitte von solchem Quatsch nicht 'runterziehen!

1. Hat der Typ, der den Thread eröffnet wohl offensichtlich größere Probleme als nur mangelnden Bewerbungserfolg.

2. Sollte man sich bei denjenigen StaatsExlern oder -aspiranten immer fragen, worin ihre Motivation liegt, über LL.B. und LL.M. herzuziehen.

Also bleibt entspannt! Die Dinge sind im Wandel. Es dauert sicher noch etwas, aber sicher nicht ewig.
 
#85
Mal kurz dazwischen gefragt:
Welche Fernuniversität (außer Hagen) bietet denn noch ein Fernstudium zum LL.B. an? Und ich meine jetzt nicht die zahlreichen Fern-FH, die LL.B. Wirtschaftsrecht anbieten.
Die Bäckersfrau aus jenem Forum dürfte wohl für viel Geld genau so einen wertlosen Fern-FH-Kurs belegt haben, so dass sie jetzt nirgendwo ihren Master ablegen kann.

Ein Ausbund an Blauäugigkeit!
 
#86
Die Bäckersfrau aus jenem Forum dürfte wohl für viel Geld genau so einen wertlosen Fern-FH-Kurs belegt haben, so dass sie jetzt nirgendwo ihren Master ablegen kann.

Ein Ausbund an Blauäugigkeit!
Das glaube ich noch nicht einmal. Mit einem LL.B. und einem Schnitt von 2,2 kann man an vielen Hochschulen einen Master machen.

Ich sag's ja, die Geschichte stinkt. - "Bäckerin"!
 
#87
Das glaube ich noch nicht einmal. Mit einem LL.B. und einem Schnitt von 2,2 kann man an vielen Hochschulen einen Master machen.

...
Mit einem universitären LLB sicher, aber mit einem Fachhochschul-LLB?

Üblicherweise lehnen die Universitäten es ab, Fachhochschulabsolventen direkt in die Masterstudiengänge zu lassen, vielleicht mit der Ausnahme eines "sehr gut" im Abschluss?
 
#95
Also, irgendwie kommt mir diese Diskussion sehr bekannt vor.
Als ich vor ca. zehn Jahren in meiner Finanzierungsvorlesung der FU-Berlin im FB Wirtschaftswissenschaften saß, hat uns der Prof auch erzählt wie toll das Diplom wäre und wie nutzlos die neuen Abschlüsse Bachelor und Master wären. So wäre der Bachelor maximal mit dem Vordiplom vergleichbar. Damals habe ich den Blödsinn auch geglaubt und mich nicht gefragt, warum diese Aussagen gestreut werden. Wenn man ´mal in sich geht, wird man eine Menge Gründe finden, warum Menschen der "alten Garde" - egal ob Prof oder damaliger Student - so vehement das alte Diplom verteidigt haben.

Mittlerweile sind trotz allem Widerstand die neuen Abschlüsse hoffähig bzw. etabliert, wobei es ewig Gestrige noch eine Weile geben wird.
Meiner Meinung nach kommt es nämlich nicht darauf an, was auf dem Zeugnis für ein Name steht, sondern was drin ist, sprich, was der Kandidat kann.
Diese Meinung hat sich jetzt wohl auch in der Wirtschaft durchgesetzt.

Zur kleinen Aufmunterung für Zweifler: Studienreform: Der Bachelor kann’s - Wissen - Tagesspiegel

Und genau dieses Theater, was ich damals bei den Wiwiss im Diplomstudiengang erlebt habe, findet halt nun verspätet bei den Juristen statt; aber Juristen waren ja eh nie die schnellsten. Das Ergebnis wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dasgleiche sein wie bei den alten Diplomstudiengängen, s.o.!

Der oben gepostete Artikel über eine Studentin, die den LL.B. studiert hat und jetzt keinen Job bekommt, hat mit der Wertigkeit des LL.B.-Abschlusses der FU-Hagen nur wenig zu tun, weil nämlich:

1.) Hagen mit dem LL.B. keinen ILS-Kurs anbietet oder eine private FH ist bei dem man ein niveaulich billiges Studium teuer kaufen kann.

2.) Hagen von der Berufsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit seiner LL.B. und LL.M.-Abschlüsse überzeugt ist, sonst wäre Hagen nämlich bei den alten Staatsexamensabschlüssen geblieben, dass es bis 2003 angeboten hatte.

3.) Die LL.B.-Absolventin offentsichtlich in einem Jahr fertig geworden ist (2009), in dem wir eine schwere Rezession hatten und die Jobs - auch für Volljuristen und BWLer nicht gerade auf der Straße lagen. (Kann ich beurteilen, habe im gleichen Jahr den LL.B. fertig gemacht)

4.) Sie es offensichtlich versäumt hat, sich während des Studiums nicht nur um schöne Noten, sondern auch um Beruferfahrung zu kümmern.


Gott sei Dank wird diese leidige Diskussion im Master nicht mehr geführt.:p

Ach ja, und die Leute, die sich in diesem oben genannten Juristenblog über die neuen Abschlüsse lustig machen, sind meist selbst noch Studenten ohne Staatsexamen oder Job und versuchen etwas zu verurteilen, was sie selbst gar nicht beurteilen können, da sie sich noch nie mit der PO von z.B. Hagen intensiv beschäftigt haben. Beim LS Wackerbarth gibt es dazu übrigens im Rahmen der Neuorientierung der Jursitenausbildung eine Diskussion und einen Vergleich der Wertigkeit vom LL.B.-Abschluss in Hagen und dem 1. Staatsexamen.

Wer allerdings Anwalt werden will (finanziell im Augenblick nicht erstrebenswert), ist hier nach wie vor falsch!


Frohes Schaffen!
zephyr

P.S.: Bei meinen Vorstellungsgesprächen hat mich übrigens keine Sau nach der Art meines Abschlusses gefragt, obwohl vor mir auch einige Volljuristen vom alten Schrot und Korn saßen. Vielmehr waren denen die FU-Hagen ein Begriff und ich war schlichtweg ein Kollege.;)
 
#97
Hallo zusammen,

ich lese gerade erst hier rein und hab's nur überflogen...aber die Diskussion interessiert mich, daher kurz mein Senf dazu...

Zitat von Chris...:
[...]du gehst davon aus, dass du an der Fernuni zum Wirtschaftsjuristen ausgebildet wirst. Das ist jedoch nicht richtig. Die Fakultät legt auch wert darauf, dass ihr LL.B. ein grundständiges juristisches Studium darstellt. Schau dir mal das Einführungsvideo auf der Homepage der Fakultät an.

Das Curriculum des LL.B. an der Fernuni umfasst alle Rechtsgebiete und ist daher für ein reines wirtschaftsrechtliches Studium zu breit aufgestellt. Dagegen beschränken sich die wirtschaftlichen Inhalte lediglich auf die Basics. Das Studium an der Fernuni gleicht daher von den Inhalten eher dem klassischen Jurastudium.
LG[/QUOTE]


==> sehe ich ähnlich. Ganz wichtig ist die Begrifflichkeit des LL.B nicht mit der des sogen. "Wirtschaftsjuristen" gleichzusetzen. Wir studieren hier nicht Wirtschaftsjura, sondern mit dem Ziel eines "LL.B ius", einem generalistisch juristischen Studiengang. Wir sollen diejenigen sein -wenn wir denn möchten- die einmal im Rahmen des vieldiskutierten Hamburger Modells o.ä. (siehe hierzu auch Hamburger Smyposium zur Juristenausbildung, resp. dessen Reform) entweder mit dem LL.B in den Beruf einsteigen (z.B. freie Wirtschaft o.ä.), den LL.M anschließen (für eine Tätigkeit in Forschung und Lehre, ev. einen Einstieg in den höheren Verwaltungsdienst, vielleicht auch eine Tätigkeit als RA), oder aber die staatliche Prüfung (Staatsexamen) und ggf. ein verkürztes Referendariat dranhängen, um in die -dann vermutlich in ihrer Zahl reduzierten- reglementierten Berufe (StA, Richter) einsteigen zu können. Wir sollen also nicht Wirtschaftsjuristen werden, wenngleich das vermutlich aufgrund unserer -zugegeben- geringen Anzahl an wirtschaftswissenschaftlichen Modulen dennoch vermutlich durchaus möglich sein wird, sondern wir studieren -wie gesagt- in einem juristischen Studiengang. Wer in jedem Fall Wirtschaftsjurist werden möchte ist hier falsch; naja vielleicht nicht falsch, aber zumindest gibt es da Alternativen, die einen wesentlich deutlicheren Schwerpunkt im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich und, was die juristischen Anteile angeht, modifizierte juristische Module (mit WiWi-Ausrichtung) anbieten.

Ich bin da bei Chris, wenn er sagt, dass der (unser FernUni-) LL.B alle Rechtsgebiete umfasst. Ich sehe es aber etwas anders bezügl. der breiten Aufstellung etc. Ich meine, es handelt sich in keinster weise um ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, sondern halt um ein rechtswissenschaftliches, das lediglich eine wirtschaftswissenschaftliche Anteile hat.

Die klare Differenzierung zwischen den generalistisch juristischen Studiengängen mit dem Abschluss LL.B (wie m.E. unserer einer ist) und denen mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt ("Wirtschaftsjuristen"...) sollte deutlich konsequenter erfolgen,- auch seitens der FernUniversität. Man sollte hier klar Stellung beziehen. Ansatzweise wird dies ja getan, z.B. im Einführungsvideo etc. Hier dürfte etwas mehr Mut gefragt sein...naklar schwierig vor dem Hintergrund einer noch nicht einmal so ganz richtig in Gang gekommenen Diskussion um die Reform der juristischen Ausbildung und LL.B darin. Naja, in Gang gekommen ist sie schon, aber irgendwie so seit 1-2 Jahren etwas zu Stehen gekommen. Obwohl ich meine, in diesem Jahr soll ein Pilotprogramm diesbezüglich in Schleswig-Holstein (glaub' ich zumindest zu erinnern) bewertet werden...vielleicht kommt dann ja mal endlich Bewegung rein. Solange natürlich noch gar nicht absehbar ist, dass es dazu kommt, grundsätzlich nur noch LL.B ius auszubilden, die dann je nach Belieben und Leistungsvermögen (und natürlich sonstiger Lebensumstände...) den LL.M dranhängen, direkt in den Beruf einsteigen oder aber LL.M und Stex oder nur das Stex draufsatteln,...solange wird vermutlich auch die FernUni nicht klar Stellung beziehen und dies auch kommunizieren. Bisher erfolgt dies halt eher in -versteckten- Hinweisen...aber irgendwie ist's doch schon deutlich und logisch:

Eine juristische Fakultät an einer der größten deutschen Hochschulen bildet lediglich "Wirtschaftsjuristen" (das soll nicht abwerten, sondern lediglich differenzieren und die Position der FernUni herausstellen) aus und bietet keinen grundlegenden juristischen Studiengang an...irgendwie nicht so wirklich vorstellbar und im Sinne der einzigen deutschsprachigen staatlichen Fernuniversität, oder? Nein, für mich eigentlich ganz klar,- wir sollen diejenigen LL.B werden, die -sofern die bolognakonforme Reform der deutschen Juristenausbildung in die Gänge kommt- eine grundlegende rechtswissenschaftliche Ausbildung erhalten haben, auf die wir LL.M, Stex oder Beruf aufbauen können.

Viele Grüße,
Holger
 
#99
2.) Hagen von der Berufsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit seiner LL.B. und LL.M.-Abschlüsse überzeugt ist, sonst wäre Hagen nämlich bei den alten Staatsexamensabschlüssen geblieben, dass es bis 2003 angeboten hatte.
Mir liegt dazu folgende Information vor: Die ReWi-Fakultät hat früher postgraduale Studiengänge/Weiterbildungskurse angeboten und es gab viele Jahre eine Kooperation mit der Uni Düsseldorf in dessen Rahmen die ReWi-Fakultät Hagen Veranstaltungen/Kurse für Düsseldorfer Jura-Studenten angeboten und durchgeführt hat. Vor dem BoL hat die ReWi-Fakultät keinen eigenen grundständigen Jura-Studiengang angeboten.

Liebe Grüße
Chrissi
 
Dem ist so!

Bis 2003 hat die FU-Hagen den Staatsexamensstudiengang in Kooperation mit der Uni Düsseldorf angeboten! Im Wege des Umbaus und der Neuausrichtung des FB wurden dann diese neuen Studiengänge eingeführt.
Dies hat uns zumindest Prof. Dr. Wackerbarth als damaliger amtierender Dekan der Fakultät bei unserer Abschlussfeier gesagt.
So meinte er nämlich, dass sie diesen Studiengang deshalb durch die neuen ersetzt haben, weil sie nicht noch eine Uni seien wollten, die im Ruhrgebiet dengleichen Studiengang (Staatsex) anbieten wie Bochum, Münster, Köln, etc. Außerdem hielten und halten sie im Wege von Bologna und Co. die neuen Studiengänge für zukunftträchtiger, und wollten deshalb eine echte Alternative zum herkömmlichen Staatsexamensstudiengang anbieten. Deshalb haben sie bei der Entwicklung dieser Studiengänge auch direkt die Wirtschaft gefragt, was ein Jurist im Unternehmen denn können müsste. Das haben sie dann auf universitäres Niveau umgesetzt und diese jetzt aktuellen Studiengänge eingeführt.
Alles weitere am LS Wackerbarth zu erfragen, da ich das nur wiedergegeben habe, was uns damals gesagt worden ist.

Frohes Schaffen!

zephyr
 
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