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Workload

Moin,
ich habe mal ein Thema abseits von Klausur- und Verständnisfragen. Die bisherigen Absolventen dieses Kurses können es bestimmt nachvollziehen. An deren Meinung bin ich sehr interessiert. An alle anderen, die dieses Modul noch belegen möchten, bitte beachtet, dass dieses Modul weitaus mehr Unterlagen bereitstellt als andere Module, zumindest meiner Meinung nach.

Bevor ich weitermache, möchte ich sagen, dass ich mich zum Lager der gewissenhaften Studierenden zähle. Bei diesem Modul habe ich bspw. alle C-Beispielaufgaben komplett from scratch nachprogrammiert. Ich bearbeite alle Kurseinheiten und fertige dabei eigene Mitschriften an, man möchte ja auch etwas Gelerntes mitnehmen ;-).

Ich habe mir im WiSe für die noch 3 verbleibenden Module bis zur Seminararbeit/Masterthesis die Kurseinheiten bestellt. Dabei waren auch die dieses Moduls. Nach der ersten Sichtung musste ich feststellen, dass etwa die Hälfte der Papiermenge dieses Modul ausmacht. Das fand ich schon recht verwunderlich, habe mir aber erst mal nichts dabei gedacht. Heute, also etwa 2 Jahre später, habe ich den zweiten Kurs durchgearbeitet. Auf die Anzahl Stunden pro Woche, die ich investiere, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Ja, die hat sich gegenüber den bisherigen Modulen reduziert und in den 2 Jahren habe ich bestimmt zu Teilen und dann insgesamt etwa ein 1/2 Jahr nicht an daran gearbeitet. Das ändert allerdings nichts am Ergebnis, was ich euch nun vorstellen möchte. Nachfolgend habe ich mal mit der trivialen Kennzahl Anzahl Kursseiten pro Modul zusammengestellt, wie viel Unterlagen für die von mir bisher belegten Module zusammenkamen.

  1. IT Governance: 431 Kursseiten inkl. Overhead
  2. Business Intelligence: 398 Kursseiten inkl. Overhead
  3. Produktionsmanagement: >116 Kursseiten inkl. Overhead [Die Kurseinheiten 2 und 3 konnten aufgrund eines physikalischen Dateifehlers nicht wiederhergestellt werden. Insgesamt beläuft sich die Seitenanzahl ebenfalls um die Größe 300 Kursseiten]
  4. Kommunikations- und Rechnernetze: 688 [: 2 = 344. Die Kurseinheiten wurden auf PowerPoint Folien bereitgestellt. Ich habe großzügig 2 PPTs pro A4 Seite angenommen. Hierbei ist noch nicht einmal die Schriftgröße berücksichtigt. Es ist also von weniger Seiten auszugehen.]
  5. Unternehmensgründung: 366 Kursseiten
  6. C-Programmierung: 1038 Kursseiten [Die C-Programmierbeispiele noch nicht einmal mit eingerechnet.]
Beim besten Willen, aber mit 2 SWS pro Kurs oder 300 Stunden Workload kommt man da nicht hin. Die anderen Module geben alle 300 Stunden an. Ja, ich weiß, wurde so akkreditiert und wurde so angegeben, aber noch mal 1038 Kursseiten, das ist in der Zeit nicht machbar. Alleine der letzte Kurs umfasst 140 und 184 Seiten. Da kommt man schon ins letzte Drittel des Gesamtumfangs der jeweils anderen Module.

Ich möchte ja den Stoff erlenen und drücke mich nicht darum. Es ist nur so, dass dadurch die gesamte Planung hinfällig ist. Und ganz zu schweigen vom überdurchschnittlichen Lernstoff für eine ebenfalls 2-stündige Klausur. Ich möchte nur irgendwann mal das ganze Studium abschließen und durch solche Beispiele zieht sich das ganze in die Länge.

Was meint ihr? Habe ich hier falsche Annahmen zugrunde gelegt? Oder hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Btw: Ich habe den Lehrstuhl diesbezüglich kontaktiert. Mal sehen, was die Antwort beinhaltet.

BG
 
Ich weiß auch nicht, wie man mit dem Modul umzugehn ist... die 1000 Seiten zu bearbeiten ist eine große Herausforderung. Die Meinung von Kollegen, die den Kurs bereits besucht haben, würde mich sehr interessieren.
 
Hallo,

ich habe den Kurs im SoSe 2020 belegt und die Klausur mit 3,3 (62 Punkte) bestanden.
Zum Umfang der KEs ist zu sagen, dass einiges an Platz für den Abdruck von Code und Pseudo-Code benötigt wird, was bei anderen Modulen ja eher nicht der Fall ist. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass viele Themen äußerst detailliert erklärt werden. Dies fand ich positiv und hat für mich den Einstieg eher erleichtert. BI fand ich da teilweise schwieriger.

Herangehensweise und Background:
insgesamt empfand ich den Schwierigkeitsgrad sehr variabel: Einige Sachen sind fast schon trivial während es an anderer Stelle durchaus gepfeffert war.
„Programmieren in C“ beginnt bei Adam und Eva und richtet sich an blutige Programmieranfänger. Wenn man schon Programmiererfahrung hat – z.B. durch den Java-Kurs „Objektorientierte Programmierung“, dann müsste man recht fix durch die KEs durchkommen.
Empfehlenswert kann es auch sein sich im Vorfeld einen passenden Udemy-Kurs auzusuchen, um die Basics - also Syntax und Operation – schnell abzuhacken.
Fallstrick : In der ersten KE gibt es nur reines pures C, kein C++. Teilweise werden in den Beispielen auch veraltete Commands benutzt, die Visual-Studio z.B. überhaupt nicht mag. Hier benötigt man entsprechende Workarounds.
Entscheidend ist es hier sich vor allem mit Zeigern und Rekursionen zu beschäftigen – Diese sind immer Klausurrelevant.

„Datenstrukturen,….“ Ist zunächst verwirrend, da plötzlich eine Pascal-Pseudo-Code Notation eingeführt wird, die teilweise nicht viel mit dem C-Syntax zu tun hat. Eine KE beschäftigt sich praktisch nur damit die neue Notation einzuführen.
Die einzelnen Strukturen (Stapel, Schlange, Ringe, etc…) fand ich nicht sonderlich schwer und sie sind sehr nachvollziehbar erklärt. Die Sortieralgos sind dagegen schon ein bisschen mühsamer.
hat man eine Datenstruktur verstanden, so sind die folgenden oft selbsterklärend.

Beim „Systementwurf“ ist es auf Anhieb ebenfalls verwirrend, da nun mit C++ gearbeitet wird. Plötzlich wird man mit Klassen und erweitertem Syntax konfrontiert. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen: Zumindest in Hinblick auf die Klausur wird hier nicht mehr programmiert, sondern es geht mehr um grundlegende Design-Konzepte (Singleton, Facade,…). Die KEs erinnern dabei stark an andere Modellierungskurse oder Software Engineering.

Klausur und Lernstrategie bei mir:
Praktisch immer abgefragt werden Zeiger und Rekursionen. z.B.: Einen Rekursiv-Algo für den Binomial-Koeffizienten basteln. Manchmal soll das in C und manchmal in Pseudo geschehen.
Da empfiehlt es sich diverse Beispiele zu coden und nach Kochrezept zu arbeiten. Gerne wird auch eine Datenstruktur abgefragt, die zu coden ist oder es soll der Unterschied zwischen z.B. Stapel und Schlange erklärt werden.
Sortieralgos können auch drankommen – da empfiehlt sich stumpfes Auswendig lernen.
Eine ganze Reihe von Punkten in der Klausur sehe ich wiederum als geschenkt an. Z.B. Umwandeln einer For-Schleife in eine While-Schleife.
Beim Systementwurf hatte ich eher Mut zur Lücke: Der Teil macht aktuell nur 20 % der Klausur aus. Daher habe ich die KEs einmal oberflächig durchgelesen.
Problematisch war bei der Klausur für mich der Zeitmangel, daher empfiehlt es diesen beim Üben mit zu berücksichtigen.

Auch wenn das Modul einige „Eigenheiten“ hat, so würde ich es durchaus empfehlen. Es ist eine Art Brot und Butter Programmierkurs mit ein bisschen wirtschaftlichem Bezug. An einigen Stellen lernt auch ein bisschen was über Hardware, aber auch nicht zuviel^^.
Insgesamt ist der Kurs auch zu bewältigen, wenn man „Klausurorientiert“ lernt. 50 Punkte sind machbar, wenn man allerdings in den 1er oder guten 2er Bereich möchte, dann sollte man schon ein bisschen Coding-Leidenschaft mitbringen.
 
Moin Kayb,

vielen Dank für deine ausführliche Darstellung, die ich uneingeschränkt teilen kann, und die Zeit, die du dafür aufgewendet hast.

Ich selbst bin jetzt mit allen Kurseinheiten durch. Ich habe alle KEs detaillierter gelesen, nicht nur überflogen. Kurzer Hinweis an dieser Stelle: Das ist keine Kritik gegenüber Leuten, die so vorgehen. Es bedarf schon einiges an zeitlichem Aufwand durch alle KEs zu gehen, aber es wird tatsächlich viel Platz für die Ausführung für Beispiele aufgewendet. Geht man diese Beispiele jedoch durch und programmiert man de facto die C-Programme des ersten Kurses nach, kostet das schon viel Zeit. Sicherlich kann man da über die Relevanz zur Klausur streiten.

Alles in allem finde ich es doch schon recht umfangreich und beim Bruch zwischen C und C++ merkt man, dass es zwei unterschiedliche Lehrstühle sind respektive zwei unterschiedliche Professuren. Ich kann das Modul auch empfehlen, man muss aber ein wenig Zeit mitbringen. Wer es detailliert machen will, kommt mit einem Semester nicht hin und schon mal gar nicht, wenn man noch parallele Veranstaltungen besucht.

Grüße
 
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