S. 33 zu Klassengrenzen:
Hier steht, dass die Grenzen so gewählt werden sollten, dass die Beobachtungswerte nicht auf diese fallen. Ansonsten gibt es nur eine Klassengrenze (oben oder unten).
Also wären die in Beispiel 30 unter "sondern" und "oder" aufgeführten Klassen geschlossen, da die obere als auch die untere Grenzen gegeben ist.
Meine Frage zielt nun auf den Fall ab, dass nur eine Grenze gewählt wird.
Für das Intervall [tex](x^*_j,x^*_j+1][/tex] = linksoffen bzw. obenoffen
wird die Regel "über... bis einschließlich" verwendet.
Es ist also die Seite (oben/unten) offen, auf die die Beobachtungswerte fallen?
Irgendwie verwirrt mich dabei "einschließlich", da das Wort eigentlich eine Grenze assoziiert.
Wenn mehrere Intervalle gegeben sind, können nur die Randklassen offen sein und zwar die untere/erste Randklasse unten und die obere/letzte Randklasse oben. Alle Klassen dazwischen müssen geschlossen sein. Richtig?
Du wirfst ein paar grundlegend verschiedene Dinge durcheinander:
1. Klassen mit zwei Grenzen, aber einem offenen Intervall
2. offene RandKlassen
Offene Randklassen können von Natur aus nur am Rand, also als erste oder letzte der geordneten Klassen, vorkommen. Sie haben stets nur eine Grenze. Oben offene Randklassen haben eine untere Grenze, unten offene Randklassen haben eine obere Grenze. Wie aber schon geschrieben wurde, müssen Randklassen nicht zwingend offen sein.
Alle dazwischen liegenden Klassen haben zwingend zwei Grenzen und sind daher geschlossen. Die Frage ist nur, welche dieser Grenzen zur Klasse gehört und welche nicht. Bsp 30 macht deutlich, dass nicht beide Grenzen zur Klasse gehören dürfen, da sich sonst die Klassengrenzen in zwei benachbarten Klassen wiederfinden würden, was nicht sein darf. Auch die Klassengrenzen müssen einer Klasse eindeutig zugeordnet sein. Nun kann man zwei unterschiedliche Einteilungen verwenden, die in Bsp 30 unter "sondern" und "oder" aufgeführt sind. Das eine Mal wird immer die obere Grenze zur Klasse gezählt, die untere nicht (sprachlich: über 10 bis (einschließlich) 11). Dies wird durch das Intervall (10,11] ausgedrückt, was nix anderes bedeutet, dass es sich um ein (unten) halboffenes Intervall handelt. Das darf man aber nicht mit einer (halb)offenen Klasse verwechseln !! Während eine offene Randklasse keine Unter- oder Obergrenze hat, führt ein halboffenes Intervall stets zu zwei Grenzen. Es gibt lediglich an, welche der Grenzen zum Intervall gehört und welche nicht. Im Beispiel gehört die 11 dazu, die 10 nicht. Der andere Fall [10,11) ist vice versa zu interpretieren. Es handelt sich um eine geschlossene Klasse mit zwei Klassengrenzen 10 und 11, allerdings um ein (oben) halboffenes Intervall, was bedeutet, dass die 10 zur Klasse, die 11 nicht zur Klasse gehört. Sprachlich zu umschreiben mit "(einschließlich) 10 bis unter 11".
Theoretisch könnte man auch mischen (aber Vorsicht!)
Für die weiteren KE (Summenhäufigkeitsverteilungen etc) werden üblicherweise unten offene Intervalle (denk dran, es sind geschlossene KLassen!) verwendet, also (10,11] = über 10 bis einschließlich 11.